Newsticker
Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Toten in Deutschland liegt nun über 50.000
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Zu groß? Diskussion über geplante Wohnanlage in Inchenhofen

Inchenhofen

20.12.2020

Zu groß? Diskussion über geplante Wohnanlage in Inchenhofen

Auf diesem Grundstück in der Schwerdtfiehrerstraße in Inchenhofen soll ein Wohnkomplex mit zehn Wohneinheiten und einer Tiefgarage entstehen.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus An der Schwerdtfiehrerstraße unweit des Kinderhauses in Inchenhofen ist eine Wohnanlage mit zehn Einheiten geplant. Die Größenordnung sehen manche Gemeinderäte kritisch.

Zwischen 26 und 31 Meter lang ist eine geplante Wohnanlage in der Schwerdtfiehrerstraße in Inchenhofen. In der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag ging es um die grundsätzliche Frage, ob sich das Gremium ein Projekt dieser Größe in dieser Lage vorstellen kann. Trotz vieler Bedenken fiel die Entscheidung eindeutig aus.

Wohnanlage ist mit zwei Stockwerken plus Terrassengeschoss geplant

Zwei Stockwerke plus ein Terrassengeschoss mit einer Art Flachdach und eine Tiefgarage sieht die Planung für den Wohnkomplex vor. Auf rund 730 Quadratmetern Wohnfläche sollen zehn Wohneinheiten entstehen. Der leicht gewölbte Baukörper ist zwischen 26 und 31 Meter lang. Bei einem Ortstermin hatte sich der Gemeinderat zu der Voranfrage des Bauherrn bereits einen Eindruck verschafft.

Es seien dabei Kriterien wie Höhe oder Anzahl der Stellplätze diskutiert worden, sagte Bürgermeister Toni Schoder. In der Sitzung ging es jedoch nur um die Frage, ob sich das Gremium vorstellen kann, das Gebäude in dieser Form und Größe zu genehmigen. Schoder machte deutlich: "Sobald wir es an Bedingungen knüpfen, lehnen wir den Antrag automatisch ab.“

Manche Gemeinderäte halten die Wohnanlage für zu groß

Georg Heinrich gefiel die Planung zwar grundsätzlich. In dieser Lage sei sie jedoch "einen Ticken zu groß“. Der Bau solle sich bei der Höhe am benachbarten Toskanahaus orientieren, fand Zweiter Bürgermeister Hans Schweizer. Lorenz Nefzger war der Bau zu wuchtig. Außerdem befürchtete er Probleme wegen des angrenzenden Lagerplatzes. Die Lärmbelästigung müsse geprüft werden, fand er.

Klaus Strobl hatte mit der Höhe des Gebäudes keine Probleme: "In 20 bis 30 Jahren geht die Dorfentwicklung immer mehr in die Höhe.“ Das sah auch Maria Posch so: "Wir wollen weniger Flächenverbrauch. Dann ist es sinnvoll, in die Höhe zu bauen.“ Sorgen bereitete ihr eher das Verkehrsaufkommen wegen der Nähe zum Kinderhaus.

Bei der geplanten Wohnanlage fehlen Nachbarunterschriften

Martin Arzberger sah in den fehlenden Nachbarunterschriften Konfliktpotential. Andrea Schmidberger machte sich Gedanken, ob die Kapazität des Kanals ausreiche. Das sei vom Ingenieurbüro bereits geprüft worden, teilte der Bürgermeister mit. Er wies darauf hin, dass Kriterien wie Höhe oder Lärmschutz vom Landratsamt geprüft werden würden. Verwaltungsleiter Marc Beinen ergänzte: "Detailfragen werden im Baugenehmigungsverfahren geprüft.“ Bis auf Nefzger, Heinrich und Claus Trott stimmten alle Gemeinderäte der Voranfrage zu.

Birkenweg wird staubfrei: Rund 130.000 Euro kostet es, den nördlichen Teil der Birkenstraße in Sainbach staubfrei zu machen. Zehn Prozent der Kosten trägt die Gemeinde, der Rest wird auf die Anlieger umgelegt. Die Gemeinde setzt damit einen Wunsch der Anlieger um. Das sei bisher nicht möglich gewesen, weil es keine Fläche für einen Wendehammer gegeben, habe, erklärte der Bürgermeister. Den erforderlichen Grund hatte die Gemeinde nun kaufen können. Bei einem Ortstermin mit den Anliegern seien mit ihnen die drei Varianten staubfrei, Teil- oder Vollausbau besprochen worden, sagte Schweizer. Die Anwohner hatten sich für den Teilausbau entschieden, in dessen Rahmen der linke Randstreifen eine Wasserrinne bekommt. Nefzger war es wichtig, dass auf die Anlieger keine weiteren Kosten zukommen. Verwaltungsleiter Beinen versicherte, dass im Falle eines Vollausbaus die bisher erstatteten Kosten voll angerechnet werden. "Es kommen keine weiteren Kosten auf sie zu, die darüber hinaus gehen.“

Jahresrechnung festgestellt: Keine Unregelmäßigkeiten gab es bei der Rechnungsprüfung der Jahresrechnung 2019. Claus Trott störte, dass der Ausschuss keine Einsicht in die Gewerbesteuerunterlagen bekommen hatte. Verwaltungsleiter Beinen verwies auf das Steuergeheimnis. Entsprechende Regularien seien ihnen vorgelegt worden, bestätigte Klaus Strobl, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Er sagte: "Die Vorlage war meiner Meinung nach ausreichend, um zu sagen, dass wir es nicht prüfen.“ Alle Mitglieder des vierköpfigen Ausschusses, dem Trott nicht angehört, seien damit einverstanden gewesen, so Ludolf Karletshofer.

Bauanträgen zugestimmt: Keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen den Neubau von drei Reihenhäusern mit Garagen und Stellplätzen in der Jahnstraße sowie dem Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in der Bergstraße in Sainbach.

Dank des Bürgermeisters: Bürgermeister Schoder bedankte sich am Ende der Weihnachtssitzung für die gute Zusammenarbeit im Gremium: "Mir war wichtig, dass aus uns eine Mannschaft wird.“ Diskussionen seien immer gut, "so lange ein vernünftiger Austausch stattfindet“.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren