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Pöttmes

04.10.2019

Zu viel Wohnraum in der Pöttmeser Ortsmitte?

Im Pöttmeser Ortskern soll eine große Wohnanlage entstehen. Doch das Landratsamt hält das Vorhaben nicht ohne Weiteres für genehmigungsfähig.
Bild: Alexander Kaya

Plus Im Pöttmeser Ortskern plant ein Unternehmen den Bau einer großen Wohnanlage. Doch das Landratsamt beanstandet das Vorhaben. Grund: zu viel Wohnraum.

Am Erdweg im Pöttmeser Ortskern plant die Hypdata Immobilien GmbH den Bau einer Wohnanlage. Sie soll aus einem Wohnhaus mit 17 Wohn-, zwei Gewerbeeinheiten und einem Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten bestehen. Eigentlich genau im Sinne der Behörden, die auf Nachverdichtung in den Ortszentren drängen, statt immer neue Baugebiete an den Rändern auszuweisen.

Veto des Landratsamtes sorgt für Kopfschütteln im Gemeinderat

Doch in diesem Fall legte das Landratsamt sein Veto ein: Es entstehe „ein deutliches Übergewicht an Wohnnutzung“, das dem hier vorgesehenen Mischgebiet widerspreche. Das Amt empfahl der Gemeinde, den Bebauungsplan zu ändern.

Die Begründung sorgte für Kopfschütteln im Pöttmeser Marktgemeinderat. „Grotesk“ nannte sie Dritter Bürgermeister Thomas Huber (Bürgerblock), gar von „Frechheit“ sprach Xaver Tyroller (CWG). Teils widerstrebend stimmten alle Ratsmitglieder für den Aufstellungsbeschluss für einen geänderten Bebauungsplan. Bürgermeister Franz Schindele kündigte an, noch einmal das Gespräch mit dem Landratsamt zu suchen.

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Gemeinde lässt sich mit ihrem Kanalkataster Zeit

Der Gemeinderat beschloss außerdem, dass es dabei bleibt: Pöttmes wird bis zum Jahr 2024 ein Kanalkataster erstellen, um sich einen Überblick über den Bestand und den Zustand seiner Kanäle zu verschaffen. Der Freistaat Bayern hat ein bestehendes Förderprogramm bis zum Jahr 2021 verlängert, um den Gemeinden die Erstellung von Kanalkatastern schmackhaft zu machen. Doch um drei Jahre früher als geplant fertig zu sein, wäre der Markt Pöttmes zeitlich und finanziell gehörig unter Druck geraten. Die Gelder für die Kanaluntersuchungen waren so früh nicht eingeplant.

Helmut Drittenpreis, Gemeinderatsmitglied, Verbandsvorsitzender der Daxberggruppe und langjähriger Klärwärter der Gemeinde, warnte vor zu hohem Zeitdruck. Dass das Kataster erforderlich sei, sei unstrittig. Aber nicht bis 2021. Denn dann würde die Gemeinde bald kostspielige Auflagen bekommen, ihre Kanäle zu richten, so Drittenpreis.

Langjähriger Klärwärter: „Ich weiß, wie die Kanäle ausschauen“

Die Zweite Bürgermeisterin Sissi Veit-Wiedemann (CSU) schlug vor, dort mit Kanalbefahrungen zu beginnen, wo weniger Schäden zu erwarten seien, um zumindest einen Teil der Fördergelder nutzen zu können. Drittenpreis widersprach: „Ich weiß, wie die Kanäle ausschauen – und dass sofort Maßnahmen fällig werden, egal wo wir anfangen.“

Veit-Wiedemann entgegnete empört: Wenn die Gemeinde wisse, dass es Baustellen gebe, müsse sie gleich anfangen. Der Bürgermeister relativierte: „Maßnahmen, die dringend notwendig sind, werden auch gemacht.“ Mit 19:1 (Gegenstimme: Veit-Wiedemann) beschloss der Marktgemeinderat, wie geplant bis zum Jahr 2024 ein Kanalkataster zu erstellen.

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