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Wintersport

10.02.2020

Warum die Aichacher Stadtmeisterschaft nun Geschichte ist

Verpasste das Podest durch ein Missgeschick im ersten Lauf: Anna-Sophie Sitzmann, die im zweiten Durchgang die zweitschnellste Zeit fuhr.
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Verpasste das Podest durch ein Missgeschick im ersten Lauf: Anna-Sophie Sitzmann, die im zweiten Durchgang die zweitschnellste Zeit fuhr.

Die 55. Aichacher Titelkämpfe der Skifahrer sind gleichzeitig die letzten. Beim Finale gibt es nur bei den Frauen eine Überraschung.

Aus und vorbei – die Aichacher Stadtmeisterschaft im Riesentorlauf ging am Samstag zu Ende. Auf der FIS-Rennstrecke in der Wildschönau am Schatzberg in Auffach bestritten die Aichacher zum letzten Mal ihre Stadtmeisterschaft. Der Skiclub Aichach um Abteilungsleiterin Birgit Rümmelein und Rennchef Norbert Peters wurden nach der 55. Auflage deutlich: „Das war sicher die letzte Stadtmeisterschaft, die wir ausrichten“, so die Organisatoren.

Rümmelein kündigte das schon im Vorfeld an: „Es fehlt einfach der Zuspruch der vergangenen Jahre.“ Norbert Peters ging sogar noch weiter: „Es ist ein neuer Zeitgeist eingetreten, auch im Skisport.“ Die sinkende Bereitschaft, an so einem Event teilzunehmen, hat schon in den vergangenen fünf Jahren eingesetzt. „Vereinsmeisterschaften sind nicht mehr gefragt und auch die Aichacher Stadtmeisterschaft“, so Peters, der noch weitere Gründe sieht. „Unter anderem nimmt auch immer mehr die Bereitschaft ab, tatkräftig mitanzupacken.“ Birgit Rümmelein war dann kurz nach der Beendigung der Jubiläumsveranstaltung froh, „dass trotz der Notbesetzung im Organisationsteam alles gelungen ist“.

Ludwig Lechner.
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So ging es bei der letzten Aichacher Stadtmeisterschaft zu
Bild: Reinhold Rummel

Jonas Ruisinger verteidigt Titel bei Aichacher Stadtmeisterschaft

Besonders freuten sich Anja Baumgartner und Jonas Ruisinger (beide Grubetfreunde). Der 22-Jährige schnappte sich bereits zum fünften Mal den Stadtmeistertitel vor Ralph Bergmeier und Andreas Rottmair (beide Skiclub Aichach). Für die 20-jährige Anja Baumgartner war es der erste Stadtmeistertitel. Nach langer Verletzungspause stellte sie in beiden Läufen jeweils die Laufbestzeit bei der Damenkonkurrenz auf und verwies damit Titelverteidigerin Isabel Wiedholz (Grubetfreunde) auf den zweiten Rang. Eine bessere Platzierung verpasste Anna-Sophie Sitzmann, die im ersten Durchgang an Tor 17 einen Fahrfehler machte – im zweiten Durchgang zeigte sie dann ihr Können und wurde mit der zweitschnellsten Zeit im Ziel gemessen.

Warum die Aichacher Stadtmeisterschaft nun Geschichte ist

Bei optimalen Pistenbedingungen setzte einmal mehr Toni Bachmann den Kurs. 24 Tore setzte der routinierte Kurssetzer. Mit der Startnummer 1 wurde der siebenjährige Moritz Vogt von den Grubetfreunden von Klaus Rottmair auf die FIS-Rennstrecke geschickt – nach 50.90 Sekunden stoppte die Zeitmessung zum ersten Mal. Auch Altmeisterin Gabi Lerchl nahm bei der Jubiläumsveranstaltung die Strecke noch einmal in Angriff und setzte eine erste Richtzeit bei den Damen mit 36.72 Sekunden. Nicky Vogt (Grubetfreunde) konterte umgehend und setzte sich mit 36.49 vorläufig an die Spitze. Dann zeigte Anja Baumgartner, dass man sie heute auf der Rechnung haben muss – 35.62 war ihre Laufzeit, die auch Titelverteidigerin Isabel Wiedholz nicht unterbieten konnte (35.87). Auch im zweiten Durchgang war Baumgartner nicht zu schlagen – mit 35.85 stellte sie erneut die Laufbestzeit auf.

Jonas Ruisinger (Mitte) gewann zum fünften Mal den Stadtmeistertitel. Vizemeister wurde Ralph Bergmeier (links) vor Andreas Rottmair.

Bei den Herren war dagegen Titelverteidiger Jonas Ruisinger nicht zu schlagen. Laufbestzeit in beiden Durchgängen bedeuteten den fünften Titelgewinn. Ralph Bergmeier blieb dem Seriensieger zumindest im ersten Durchgang auf den Fersen. Im zweiten Durchgang verteidigte Bergmeier seinen zweiten Rang, während Andreas Rottmair sich mit einem beherzten Lauf und der besten Laufzeit hinter Ruisinger noch auf den dritten Rang vorarbeitete. Auf den weiteren Plätzen reihten sich die Youngster Daniel Baumgartner und Ludwig Lechner ein, die jeweils mit zwei starken Läufen fast ganz nach vorne fuhren.

Aichacher Stadtmeisterschaft: Immer weniger Teilnehmer

Als dann Andreas Rottmair als letzter Starter – nur 40 kamen in die Wertung – durch das Ziel sauste, verkündigte Norbert Peters das Aus der Aichacher Stadtmeisterschaft. „Eine schöne und tolle Zeit hat nun ein Ende gefunden“, bedankte er sich bei allen Beteiligten. Birgit Rümmelein zeigte auf, wie sich vor allem die Beteiligung veränderte. 2008 waren es immerhin noch 120 Starter. „Zu Spitzenzeiten nahmen sogar 138 Starter teil“, so Rümmelein: „In den vergangenen Jahren nahm die Begeisterung spürbar ab.“ Nur 50 Teilnehmer hatten sich 2020 gemeldet, kurzfristige Absagen ließen dann die Starter am Samstag sogar auf 43 Teilnehmer zurückgehen. Aber nicht nur das mäßige Interesse hat Birgit Rümmelein mit ihrem Organisationsteam dazu veranlasst, Konsequenzen zu ziehen. „Auch unsere Mitstreiter werden immer weniger“, so Rümmelein. Damit kam im Zielraum beim Abbau der Torstangen und Einräumen des Rennmaterials leise Wehmut auf. „Es waren schöne Jahre“, so Norbert Peters, der sich schnellstens aufmachte, „um dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Autobahn zuvorzukommen“.

Ganz auf Wettbewerbe müssen die Aichacher Skifahrer aber künftig nicht verzichten. Am 7. März findet die Kreismeisterschaft statt.

Bei den Damen siegte Anja Baumgartner (Mitte) vor Titelverteidigerin Isabel Wiedholz (links) und Nicky Vogt.
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