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Ammersee
12.10.2021

150 Oldtimer machen am Ammersee Station

Rainer Rump und Beifahrer Markus Ruhland haben die Ohren dank ihrer Helme warm, aber den Auspuff aufgrund eines Schadens laut.
Foto: Ulrike Reschke

Rollende Raritäten aus acht Jahrzehnten machen auch in Herrsching Station. Start und Ziel für die Teilnehmer der 200-Kilometer-Strecke ist Germering.

150 Autos – 20 mehr als sonst – sind bei der Zehn-Seen-Classic-Rallye am Sonntag an den Start gegangen. Zum zwölften Mal fand die in Germering startende und endende Ausfahrt statt. Mit dieser Teilnehmerzahl sei das Limit der Veranstaltung, die an zehn Seen vorbeiführt, erreicht – platzmäßig, sagt Dirk Konrad, Pascal-Kapp-Rallye-Team. Er wies am Gasthof Hotel zur Post die rollenden Raritäten aus acht Jahrzehnten in Biergarten und Parkplatz ein. „In Murnau ging es gerade so aus“, sagte er. Auch dort war er als Einweiser vor Ort. In der Mittagspause seien immer dann gerade Parkplätze frei geworden, wenn neue Fahrzeuge anrollten, sagt Konrad.

200 Kilometer vorbei an zehn Seen

Das Fahrerfeld startete in 45 Sekunden-Abständen. Beim Postwirt Otmar Walch war die letzte Pause zur Kaffeezeit und die Ausgabe der letzten Bordkarte, bevor es auf die letzte Etappe der 200 Kilometer langen Strecke zurück zu Start und Ziel in Germering ging.

„Die guten Kuchen und der Kaffee“ sind es, die Nora Freudenthaler hier besonders lobt. Zusammen mit ihrem Mann Stefan – die Eichenauer sind Liebhaber italienischer Autos – nahm sie das zehnte Mal an einer von Pascal Kapp organisierten Rallye teil. Die war heuer die letzte Ausfahrt für den komplett restaurierten Alfa Romeo Giulia Spider, Baujahr 1962, in der Originalfarbe Blu Celeste, einem zarten Hellblau. Die Landschaft sei zu dieser Jahreszeit wunderschön, mit den bunten Herbstbäumen, schwärmte Nora Freudenthaler. „Wenn’s geht, fahren wir offen“, sagte sie. Auch wenn die Heizung nicht die beste sei, räumte Stefan Freudenthaler ein.

Auch ein Porsche 356 Carrera Speedster ist dabei

Teilnehmen durften Fahrzeuge der Baujahre vor 31. Dezember 1992. Dieses Mal waren auch einige jüngere am Start, jedoch alle mit einer „19“ im Baujahr. Zahlreiche Zuschauer lockte die Veranstaltung an, die die wunderbaren Autos von Alfa Romeo, Audi und Corvette über Fiat, Maserati und Ferrari bis VW und Porsche bewunderten. Auch selten zu sehende Raritäten wie ein Maserati Khamsin von 1975 oder ein Ford T Speedster (1926) fuhren mit.

Nora und Stefan Freudenthaler aus Eichenau haben noch zwei weitere Italiener zu Hause. Mit dem Alfa Romeo Giulia Spider fuhren sie die Zehn-Seen-Classic-Rallye.
Foto: Ulrike Reschke

Rainer Rump und Beifahrer Markus Ruhland nahmen mit einem Porsche 356 Carrera Speedster teil. Das Metallicgrün sei keine Originalfarbe, verriet Rainer Rump. Der Speedster ist ein Nachbau, der 2013 aus den USA nach Deutschland kam. Er fahre ihn seit 2016. „Das Auto ist zuverlässig, wenn man nicht rückwärts bei einem Wendemanöver an den Bordstein knallt“, sagt er. Das passierte, als er eine der Wertungsprüfungen zu spät bemerkte. Trotz der niedrigen Temperaturen fuhr das Team daher offen, der „zerknäulte“ Auspuff sei bei geschlossenem Verdeck schrecklich laut.

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Georg Hammann liebt an der Zehn-Seen-Classic die entspannte Atmosphäre. „Es kommt hier nicht darauf an, wie viel Geld man hat, anders als bei der Kitzbühler Alpenrallye“, sagte er. Auch an der hat er bereits teilgenommen. Sein Auto, ein schwarzer BMW tii 2002 von 1973 mit zweifarbigen BBS-Felgen, ist ein echter Hingucker und über dreieinhalb Jahre hinweg komplett neu aufgebaut. Um das Schiebedach zu erhalten, kaufte Hammann ein zweites, gleiches Modell.

Anspruchsvolle Wertungsprüfungen

Die Wertungsprüfungen seien anspruchsvoll und enthielten über das Zeitfahren hinaus „tolle Elemente“, sagte er begeistert. So mussten auf den einzelnen Etappen nicht nur Gebäude oder Schilder nach Fotos gefunden werden, sondern beispielsweise auch Oldtimer-Interieurs auf Bildern bestimmt werden. Wie von der Rallye schwärmte Hammann auch von seinem BMW.

„Mit dem Auto bin ich groß geworden“, erzählt er. Die ganze vierköpfige Familie sei in einem solchen Modell von Baden-Baden in die Ferien nach Sylt gefahren, zehn Jahre lang immer wieder.

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