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Gersthofen

09.11.2019

Ärger über zugeparkte Straßen bei der Bürgerversammlung Gersthofen

Der zunehmende Verkehr in Gersthofen war ein großes Thema bei der Bürgerversammlung.
Foto: Marcus Merk (Archiv)

Lastwagen, Elterntaxis und Busse in Wohngebieten - Die Gersthofer beschäftigt vor allem der Verkehr. Außerdem soll das Hallenbad länger öffnen. 

Einmal im Jahr muss der Bürgermeister gegenüber den Bürgern Rechenschaft über die geleistete Arbeit ablegen. Den Auftakt der Serie der Bürgerversammlungen machte in diesem Jahr diejenige für den Hauptort Gersthofen. Die Bürger beschäftigte dabei vor allem der Verkehr.

Zunächst berichtete Bürgermeister Michael Wörle schwerpunktmäßig über das vergangene Jahr (siehe Kasten). Danach hatten die anwesenden gut 70 Gersthofer selbst das Wort.

Hallenbad in Gersthofen soll länger geöffnet sein

Ein Bürger hatte eine Ausweitung der Öffnungszeiten im Hallenbad beantragt. Die aktuellen Öffnungszeiten seien besonders für Familien benutzerunfreundlich, die vor allem an Wochenende Zeit hätten, das Bad zu besuchen. Dies sei wegen der aktuellen Öffnungszeiten am Samstag bis 17 Uhr und Sonntag bis 12 Uhr nicht möglich. Eine Erweiterung hätte, so der Antrag weiter, eine stärkere Nutzung zur Folge und könnte Mehreinnahmen bringen. „Diese Frage wird in der nächsten Werkausschusssitzung behandelt“, versprach Michael Wörle.

Verkehr nervt die Anwohner in Gersthofen

Vor allem die Belastung durch durchfahrende Autos prägte die weiteren Fragen der Bürger. So wurde gefragt, was aus den vor einem Jahr vorgestellten Visionen für die Neugestaltung der Bahnhofstraße mit Bäumen und Fahrradspuren gewordne sei. „Diese wurden nicht weitergetrieben“, räumte der Bürgermeister ein. „Alles liegt daran, wie sich die Pläne für das Gersthofer Loch weiterentwickeln.“ So werde jetzt erwogen, dass die Stadt das Grundstück kaufen soll. „Die Bahnhofstraße ist aber inzwischen keine Staatsstraße wer und soll 2020 so umgebaut werden, dass von der Bauernstraße kommender Lastwagenverkehr an der Strasserkreuzung nicht mehr in die Bahnhofstraße einfahren darf.“

Eine Zunahme der Verkehrsbelastung in der Bauernstraße durch diese Maßnahmen befürchtete ein Anwohner. „Eine Verschlechterung der Situation hier soll es nicht geben“, sagte Michael Wörle. „Mit einer anderen Ampelschaltung an der Strasserkreuzung wollen wir sogar einen besseren Verkehrsabfluss erreichen.“ Der ebenfalls von dem Bürger beklagte schlechte bauliche Zustand der Bauernstraße sei wegen ihrer Widmung als Staatsstraße eine Sache des Staatlichen Bauamts. „Wir können dessen Aufgaben nicht auch noch übernehmen.“

Zugeparkte Straßen, auf denen Busse und Räumfahrzeuge nicht mehr durchkommen wurden ebenfalls beklagt, zum Beispiel in der Feldstraße, der Brahms- und Theresienstraße, wo täglich durch Busse und Elterntaxis zu den Schulbeginn- und -Schlusszeiten ein Chaos herrsche. „Machen Sie die Eltern selbst darauf aufmerksam, dass sie den Verkehr behindern und für Gefahrne sorgen“, appellierte Wörle an die Bürger.

Beklagt wurde ebenfalls, dass die Brunnenstraße durch Kleinlaster zugeparkt werde und für Anwohner kaum Platz bleibe. Außerdem würden unerlaubterweise Autos bis in den Kreuzungsbereich hinein abgestellt. Daher wurde ein Halteverbot für diese Laster gefordert. „Kleinlaster von Sprintergröße zählen zu den normalen Autos. Ein Halteverbot würde nicht nur diese, sondern alle Autos dort betreffen“, gab Wörle zu bedenken. Er sicherte aber zu, dass der Verkehrsüberwachungsdienst öfter in den betroffenen Straßen kontrollieren werde.

Wann hat die Chlorung in Gersthofen ein Ende?

Noch ist die Ursache für die Verkeimung des Gersthofer Leitungswassers nicht gefunden, erklärte Wörle auf Anfrage. „Wir warten auf eine Nachricht vom Gesundheitsamt, was wir machen müssen, um aus der Chlorung rauszukommen“, so der Bürgermeister.

Aus dem Tätigkeitsbericht des Bürgermeisters

Eine Reihe von Themen, welche die Stadtverwaltung und der Stadtrat in den vergangenen zwölf Monaten bearbeitet haben, erläuterte Bürgermeister Michael Wörle in seinem Rechenschaftsbericht.

  • Kinderbetreuung Zwischen den Jahren 2015 und 2020 stieg die Zahl der Betreuungsplätze (Krippe, Kindergarten, Hort, Mittagsbetreuung) von 1085 auf 1514.
  • Mittelschule Der Erweiterungsbau für die Anna-Pröll-Mittelschule, die bei der Eröffnung des Neubaus bereits zu klein war, soll im Herbst 2020 fertig werden. Für 3,2 Millionen Euro entstehen durch die Verlängerung eines der Seitenflügel des Gebäudes sechs Klassenzimmer und Nebenräume. Ein Künstlerwettbewerb für Kunst am Bau im Freigelände soll 200 000 Euro kosten.
  • Rathaus sieben weitere Büroräume entstanden durch die Aufstockung in einem Teil des Rathausgebäudes. Das neue Bürgerservicezentrum im Erdgeschoss soll Anfang 2020 eröffnet werden. Dafür musste das Trauzimmer in den erweiterten Raum im ersten Stock verlegt werden.
  • Begegnungsstätte Im Kollerhof entsteht derzeit eine neue Begegnungsstätte für Menschen aller Generationen und Lebenslagen. Bis zum Januar 2021 sollen dort der Familienstützpunkt, der Helferkreis Asyl und die Migrationsberatung, das Freiwilligenzentrum Zebi, der Seniorenbeirat, Vhs-Kursangebote und weitere Veranstaltungen Platz finden.
  • Defibrillatoren für Notfälle wurden angeschafft und an den Feuerwehrhäusern in Gersthofen und Rettenbergen sowie an der Mehrzweckhalle Batzenhofen und dem Vereinsstadel Hirblingen abgebracht.
  • Energie Um unabhängiger von Energieversorgern zu werden sollen die städtische Gebäude stück für Stück mit Photovoltaik- (PV) oder Solarthermieanlagen ausgerüstet werden. 2019 erhielten das Feuerwehrhaus Hirblingen sowie der Kolpingkindergarten jeweils eine PV-Anlage und einem Batteriespeicher und der Kindergarten Via Claudia eine PV-Anlage. Im Jahr 2020 soll das Ballonmuseum eine mit Brennstoffzellentechnik betriebene Heizungsanlage erhalten.
  • Bahnhof Der Tunnel unter dem Bahnsteig inklusive Aufzugschächten und Treppen n soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Nach der Winterpause geht’s an die Servicespange und die Toiletten. Die Wege werden ab Herbst 2020 angelegt. Die Bauarbeiten an den Bushaltestellen sowie am neuen Kreisverkehr an der Bahnhofstraße sind dann ab 2021 geplant.
  • Stolpersteine Circa 25 Anträge zur Verlegung von Stolpersteinen zum Gedenken an Verfolgte der Nazizeit in Gersthofen sind eingegangen. Zum Teil hat der Fachbeirat bereits entschieden. Die erste Verlegung durch den Gründer der Stolperstein-Aktionen und Künstler Gunter Demmnig soll im Juni 2020 stattfinden.
  • Biodiversität Künftig sollen städtische Liegenschaften naturnaher gestaltet werden, ebenso das Straßenbegleitgrün. Brutkästen zur Ansiedlung von Mauerseglern und anderen Vogelarten werden installiert.
  • E-Ladestellen Drei öffentliche Ladepunkte für E-Autos in der Rathaus Tiefgarage und vier am Bahnhof sind geplant.
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