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Neusäß

03.01.2019

Amerikanische Eisenbahn kommt in Neusäß groß zum Zug

US-Züge und -Wagons, eingebettet in einem typisch nordamerikanisch geprägten Umfeld, sind in der Ausstellung des Modelleisenbahnclubs Neusäß zu sehen.
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US-Züge und -Wagons, eingebettet in einem typisch nordamerikanisch geprägten Umfeld, sind in der Ausstellung des Modelleisenbahnclubs Neusäß zu sehen.

Der Modelleisenbahnclub Neusäß zeigt bei einer großen Schau seine umfangreiche Sammlung. Die Anlage ist imposant. 

 „Good morning America, how are you…“ - John Denvers Hit kommt zwangsläufig in den Sinn, wenn die endlos langen Wagonschlangen der nordamerikanischen Züge ihre Runden auf der imposanten Anlage des Modelleisenbahnclubs Neusäß (MECN) drehen. An drei Sonntagen, nämlich am 6., 13. und 20. Januar, präsentieren die Vereinsmitglieder jeweils von 10 bis 17 Uhr im Clubheim Bahnhof Westheim, Hindenburgstraße 4, als Leckerbissen US-Züge in der Spur 0 (Maßstab 1:45), eingebettet im dazu passenden Ambiente.

Dass der MECN wieder „amerikanisch“ fährt, hat einen besonderen Grund. Das sei der Wunsch der letztjährigen Ausstellungsbesucher gewesen, so zweiter Vorsitzender Dieter Rothenfußer, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Das heißt: Der Verein hat alle Züge, Ausstattungsdetails, Gebäude und Autos nach deutschem Vorbild gegen die nordamerikanischen Pendants ausgetauscht.

Die große Zeit des Eisenbahnbaus

Gezeigt werden aber nicht nur die beliebten farbigen US-Züge. Die Präsentation beleuchtet zwangsläufig auch die große Zeit des Eisenbahnbaus in den 1940- und 1960-er Jahren. Damals kamen Fahrzeugtypen wie die Challenger mit einer bis zu 14 Quadratmeter großen Brennkammer und einem stündlichen Kohlenverbrauch von rund 25 Tonnen zum Einsatz. Dieter Rothenfußer weiß noch von einer anderen mächtigen US-Maschine zu berichten: „Die leistungsfähigste Lok war die monströse H8 der Bahngesellschaft Chesapeake & Ohio mit fast 7500 PS. Sie zog Güterwagons mit bis zu 6000 Tonnen Gewicht und mehreren Kilometern Länge.“

Beide genannten Lok-Riesen sind im Maßstab 1:45 auf der Clubanlage zu sehen, aber auch andere mächtige Fahrzeuge von Union Pacific und Rock Island. Darüber hinaus entdecken die Ausstellungsbesucher unzählige Kleinode aus der Anfangszeit der nordamerikanischen Eisenbahngeschichte. Als Beispiel sei der Straßenzug einer Westernstadt genannt oder die Shay-Dampfloks mit ihren speziell angetriebenen Drehgestellen und Stehkesseln. Aus der Taufe gehoben wurde der MECN vor 45 Jahren. Damals stellte die Spur 0 noch eine große Herausforderung dar, da es für diesen Maßstab nahezu kein breites Angebot an Zubehör und Fahrzeugen gab. „Abgesehen von einem überschaubaren Sortiment US-amerikanischer Fahrzeuge, die nur in den USA zu bestellen waren“, erzählt Rothenfußer.

Die Kosten für den Aufbau hielten sich in Grenzen

Doch die ersten Club-Mitglieder wussten sich zu helfen. Mit viel Talent, Engagement und Spitzfindigkeit hielten sie die Kosten für den Aufbau der Anlage in Grenzen. So bauten sie beispielsweise schlanke Weichen mit großem Radius aus Messingprofilen auf Holzschwellen. „Fachkundige Besucher bewunderten seinerzeit eine elegante doppelgleisige Hosenträger-Weichenverbindung im zwei Meter Bogen“, erinnert sich der zweite Vorsitzende.

Damals befand sich das MECN-Vereinsheim noch in der alten Schule in Hainhofen. Anfang der 1980er-Jahre schlugen die Mitglieder ihr Domizil im ehemaligen Stellwerksanbau des Westheimer Bahnhofs auf. Dort residieren sie noch heute. Von Anfang an Priorität hatte der Aufbau einer großen Landschaftsanlage. Das weitläufige Projekt schlossen die Mitglieder in den letzten beiden Jahren mit der Beseitigung der noch offenen Geländebaustellen ab. Doch ein Ausruhen auf den Lorbeeren gibt es nicht. Jetzt steht die Umsetzung eines mehrgleisigen Kopfbahnhofs an. „Die Planungen dazu laufen auf Hochtouren“, so Rothenfußer. (rusi)

  • Eintritt: Erwachsene 3 Euro, Kinder 1 Euro
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