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Gersthofen

12.11.2019

Anonymer Hinweis löste Kontrolle des Wassers in Gersthofen aus

Bild: Marcus Merk (Archiv/Symbol)

Exklusiv Das Gesundheitsamt fand nach einem Tipp Keime im Trinkwassernetz. Seitdem kochen 12.000 Haushalte ab.

Die Chlorung des Wassers, aber auch vom schnellen Datennetz abgehängte westliche Ortsteile: Diese Sorgen und Bedenken prägten die Diskussion bei der Bürgerversammlung in Batzenhofen. Dabei ging es auch um ein Gerücht.

Circa 100 Bürger hörten zunächst dem Tätigkeitsbericht von Bürgermeister Michael Wörle an. Dieser ging auch auf die westlichen Stadtteile ein. So wurde bereits im Batzenhofer Feuerwehrhaus eine neue Toranlage eingebaut – Kostenpunkt 160.000 Euro. Diese wurde wegen eines neuen Fahrzeugs erforderlich: Der 365.000 Euro teure „Gerätewagen Logistik 2“ soll voraussichtlich im April/Mai kommen. Wegen seiner Größe und der Container, die gelagert werden müssen, mussten die Tore verschoben werden, um den erforderlichen Platz im Gerätehaus zu schaffen.

Bürgermeister nimmt Mitarbeiter im Wasserwerk in Schutz

Die derzeitige Chlorung wegen einer Verkeimung des Gersthofer Leitungswassers beschäftigte die Bürger. So sei laut eines Gerüchts eine anonyme Anzeige aus dem Wasserwerk gekommen und habe auf die Verkeimung hingewiesen. Michael Wörle wies dies von sich: „Ich bin überzeugt, dass es kein Mitarbeiter des Wasserwerks war und es sich um Fakenews handelt.“ Sollte es den anonymen „Whistleblower“ tatsächlich geben: „Der weiß laut Gerüchten angeblich besser als alle Mitarbeiter des Wasserwerks und zehn Fachingenieure, was am Keimbefall schuld ist“, so Wörle: „Dann kann er mich doch – auch anonym – anrufen und mir die Ursachen nennen. Wir wüssten sie nämlich gerne.“

Anonymer Hinweis löste Kontrolle des Wassers in Gersthofen aus

Das Landratsamt erklärte auf eine diesbezügliche Anfrage unserer Redaktion: „In der Tat ging bei uns ein anonymer Hinweis ein, der einen Keimbefall im Gersthofer Versorgungsbereich befürchtete.“ Solchen Hinweisen gehe das Gesundheitsamt routinemäßig nach. „Bei dieser Routineuntersuchung wurde der Keimbefall festgestellt.“ Aus welcher Quelle der Hinweis gekommen sei, sei dem Amt aber nicht bekannt.

Ein Bürger warf der Stadtverwaltung vor: „Das Wassernetz ist noch auf dem Stand von vor 40 Jahren – es wurde verschlafen es zu ertüchtigen.“ Nun stehe er als Landwirt mit 120 Stück Großvieh da und wisse nicht, ob den Tieren das zugesetzte Chlor schade. „Ich habe nicht die Möglichkeiten, für meine Tiere Wasser ohne Zusatz zu verwenden. Michael Wörle verwies darauf, dass laut Definitionen bei einem Chlorgehalt von 0,1 bis 0,3 Milligramm Chlor pro Liter Trinkwasserqualität herrsche.

Mehrzweckhalle: Wie geht es mit der Sanierung weiter?

Ein Bürger wollte wissen, ob die chemischen Analysen und die künftigen Erneuerungen im Wassernetz auf die Kunden umgelegt werden. Grundsätzlich seien die Kosten für alle Investitionen von den Kunden, also den Bürgern, zu bezahlen, betonte Wörle: „Wenn man diese Investitionen früher schon gemacht hätte, wären sie jetzt im Wasserpreis schon drin.“

Angegangen und noch im Jahr 2020 fertiggestellt werden soll die Ortsdurchfahrt Rettenbergen. „Haben wir da bei der Gestaltung noch die Möglichkeit mitzusprechen“, wollte ein Bürger wissen. „Wir wollen sicher gehen, dass die Ortsdurchfahrt nicht so schmal gebaut wird, wie damals in Batzenhofen.“ Wörle betonte, dass es am 13. Januar dazu im Feuerwehrhaus einen Informationstermin geben werde. „Die Straße wird so breit bleiben, dass Autos aneinander vorbeifahren können. Auch an den Fußwegen solle ein Begegnungsverkehr von Kinderwagen oder Rollatoren möglich sein. „Und wir werden nicht auf Privatgrundstücke der Anlieger zurückgreifen“, versprach der Bürgermeister.

Der Batzenhofer Vereinsvorstand Martin Ehinger verwies auf die in die Jahre gekommene Mehrzweckhalle: „Die Küche ist sehr marode – wie geht’s mit der Sanierung weiter?“ Michael Wörle zufolge sind für 2020 zunächst 30.000 Euro für die Sanierung des lecken Dachs sowie weiter bis zu 20.000 Euro für sonstige Maßnahmen vorgesehen.

Was passiert, wenn gechlort wird, und was müssen die Gersthofer Bürger beachten? Wir beantworten hier die häufigsten Fragen, die uns erreicht haben.

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