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Neusäß-Westheim

10.01.2019

Ausstellung in Neusäß: Hier donnern die Loks durch die Toilette

Die aktuelle MECN-Ausstellung präsentiert nordamerikanische Züge, Waggons und Zubehör. Unser Bild zeigt The Milwaukee Railroad im Bahnhof.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Der Modelleisenbahnclub Neusäß gibt sich mit Zügen, Waggons und einer Westernstadt nordamerikanisch. Was die Mitglieder an diesem Hobby fasziniert.

Auf den ersten Blick wirkt die Masse. Die rund 80 Quadratmeter große stationäre Anlage des Modelleisenbahnclubs Neusäß (MECN) im Vereinsheim im Westheimer Bahnhof an der Hindenburgstraße beeindruckt. Mehr noch: Sie lädt ein zum Träumen. Die bewegten Fahrzeuge, aber auch das Puffer-an-Puffer-Fahren und die wie echt dargestellten Szenerien lassen die Besucher in eine liebevolle Miniaturwelt eintauchen.

Preiswerten Modelle ermöglichen auch dem Einsteiger, dieses faszinierende Hobby zu betreiben

Der MECN hat sich der Baugröße 0 verschrieben, also dem Maßstab 1:45. Viele kennen diese Lokomotiven, Waggons, Gleise und das Zubehör noch aus ihrer Kindheit als „Opa-Eisenbahn“.

Warum aber Spur 0 und nicht 00/HO, N oder Z? Diese preiswerten Modelle ermöglichten auch dem Einsteiger, dieses faszinierende Hobby zu betreiben, verdeutlichen MECN-Vorsitzender Siegfried Schuster und sein Stellvertreter Dieter Rothenfußer. Und auch der Selbstbau mache in dieser Baugröße Spaß, ergänzen sie.

Doch zurück zur Anlage: Auf ihr kann durch Umbau „amerikanisch“ wie auch stilecht „deutsch“, also Bundes- und Länderbahn, gefahren werden. Bei der jetzigen Ausstellung sind nordamerikanische Züge unterwegs. Sie sind wegen ihrer Farbigkeit, Präsenz und den oft meterlang aneinandergereihten Güterwaggons beliebt. Da sind Lok-Riesen wie Challenger, Chesapeake & Ohio oder die monströse H8 zu sehen.

Über allem thront ein Fahrdienstleiter. Sebastian Schuster sitzt in einem Cockpit und kontrolliert die Abläufe mit Reglern, Knöpfen, komplizierten Schaltungen

Doch nicht nur die Loks und Waggons sind nordamerikanisch gestylt. Wie aus dem Ei gepellt präsentiert sich ein Straßenzug, der an eine Westernstadt erinnert. Schriftzüge wie Republic Hotel, Ye Olde Miner’s Café oder Morse & Co. untermauern das ländliche Amerika wie aus dem Schulbuch. Trucks, Pick-ups, Chevrolets, typische Briefkästen und Ölfässer runden den Eindruck ab. Kurz: amerikanisches Provinzidyll pur. „Wir haben etliche Amerika- und Country-Music-Fans im Club“, erklärt Dieter Rothenfußer.

Damit alles reibungslos abläuft, gibt es in der großflächigen Landschaft gut getarnte Ausstiegsluken zur Kontrolle und Überwachung. Züge werden in sogenannten „Tiefgaragen“ gelagert und von dort auf die Bahnanlage beordert. Über allem thront ein Fahrdienstleiter. Sebastian Schuster sitzt in einem Cockpit und kontrolliert die Abläufe mit Reglern, Knöpfen, komplizierten Schaltungen und Monitoren, auch darüber, dass die Loks auf einer eigenen Trasse ordnungsgemäß durch die Toilette donnern.

Die Liebe zu den Eisenbahnen besteht ein Leben lang

Ein Hingucker ist aber auch die mobile Anlage. Sie besteht aus zehn Modulen unterschiedlicher Größe. Robert Hurler hat sie in den 1990er-Jahren in Anlehnung an die Rhätische Bahn gebaut. Die Basis zur mobilen Anlage entstand in sechs Wochen. Das sei aber eine sehr sportliche Leistung gewesen, meint er lächelnd. Wie beliebt diese mobile Anlage ist, zeigt, dass sie schon mehrfach preisgekrönt, über sie in Fachmagazinen berichtet wurde und auf Ausstellungen Messen sehr gefragt ist. Nostalgie ist jedoch längst nicht alles, was die rund 25 Mitglieder des MECN hochleben lassen. Es ist die moderne Technik und die Präzision an sich. Davon sind auch junge Leute begeistert. So wie Krishan Ehrlich. Der 18-Jährige ist kürzlich zum MECN gestoßen. Er ist von der kleinen Eisenbahnwelt im Allgemeinen fasziniert, vom gleichzeitigen Fahren der Züge ohne Entgleisen. Niklas Kurmeier geht es mehr ums Basteln, Konstruieren und Entwerfen. „Soweit ich zurückdenken kann, habe ich Eisenbahnen geliebt“, gesteht der 16-Jährige und bekommt leuchtende Augen.

Öffnungszeiten Die MECN-Ausstellung im Westheimer Bahnhof ist noch jeweils sonntags am 13. und 20. Januar von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene drei, für Kinder einen Euro.

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