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Gersthofen

14.11.2019

Darum müssen die Gersthofer ihr Wasser noch immer abkochen

Noch immer sollen die Gersthofer ihr Trinkwasser abkochen. 
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus Das Trinkwasser in Gersthofen wird noch immer gechlort. Ein anonymer Hinweis hat offenbar den Ausschlag gegeben. Woher stammt er?

Die Bürger in Gersthofen werden ihr Leitungswasser noch ein paar Tage länger abkochen müssen. Zwar wird seit 28. Oktober Chlor zugesetzt, die erforderliche Konzentration ist aber noch nicht stabil genug, erklärt Bürgermeister Michael Wörle auf Anfrage.

Über den möglichen „Whistleblower“, der das Ganze ausgelöst hat, weiß man noch nichts. Was den anonymen Hinweis an das Gesundheitsamt betrifft, der Mitte August für das Abkochgebot gesorgt hat, stellt Wörle sich „zu 100 Prozent vor die Mitarbeiter“.

Wie berichtet, war beim Gesundheitsamt im Landratsamt ein anonymer Hinweis eingegangen, dass das Gersthofer Wasser verkeimt sei. Daraufhin hatte die Behörde Untersuchungen angeordnet, bei denen koliforme Keime im Leitungsnetz entdeckt wurden. Seit 21. August hat das Gesundheitsamt verfügt, dass das Gersthofer Wasser abgekocht werden muss. Danach wurden immer wieder solche Keime an unterschiedlichen Stellen im Leitungsnetz gemessen. Als sich nach zwei Monaten keine Ursache und kein Ende der Verkeimung abzeichnete, wurde die Chlorung angeordnet.

Darum müssen die Gersthofer ihr Wasser noch immer abkochen

Woher stammt der „Whistlebowler“?

Wer der eventuelle „Whistleblower“ gewesen ist, darüber wisse die Stadt nichts. „Wir haben nachgefragt beim Gesundheitsamt“, betont Wörle. „Dort erhielten wir aber aus Informantenschutz keine Auskunft.“ Wörle hält es indessen auch weiterhin nicht für völlig ausgeschlossen, dass es „bloß Geschwätz oder Fakenews“ gewesen sein könnte. „Es kann nur ein sehr allgemeiner Hinweis gewesen sein, denn sonst hätte das Gesundheitsamt konkret gesucht.“ Diese Behörde gab gegenüber unserer Zeitung ebenfalls an, dass die Quelle des Hinweises unbekannt sei.

„Ich gehe davon aus, dass keiner unserer Mitarbeiter der Tippgeber war“, betont der Bürgermeister. Und es werde im Moment alles getan, um jedweden Verdacht auszuräumen. „Wir werden die Kollegen eine Negativerklärung abgeben lassen, damit sie sich reinwaschen können – das gebietet schon unsere Fürsorgepflicht.“

Seit Ende Oktober wird das Wasser in Gersthofen gechlort

Auch wenn nun dem Trinkwasser bereits seit dem 28. Oktober Chlor zugesetzt wird, werden die Gersthofer und die Holzhauser es noch einige Zeit weiter abkochen müssen. „Wir erreichen zwar inzwischen die erforderlichen Werte – also einen Sättigungsgrad von 0,1 bis 03 Milligramm freiem Chlor pro Liter Wasser“, sagt Wörle. „Allerdings haben wir derzeit noch gewisse Schwankungen in der Chlorkonzentration – da brauchen wir noch mehr Stabilität.“ Erst wenn die Werte eingehalten werden, könne man von Trinkwasserqualität sprechen und die allgemeine Nutzung wieder freigeben. Am Montag soll es einen Termin mit dem Gesundheitsamt geben, bei dem auch geklärt werden soll, ob das Abkochen des Leitungswassers weiter erforderlich ist.

Was unternimmt die Stadt Gersthofen?

Was unternimmt die Stadt, um ihr Leitungsnetz wieder einwandfrei zu bekommen? „Wir haben eine Risikoanalyse erstellt und nach einem Punktesystem erarbeitet, was mit welcher Dringlichkeit gemacht werden muss“, so Wörle. Details will er in der Dezembersitzung des Stadtrats bekannt geben. „Zunächst wird aber die Politik informiert und dann das Gesundheitsamt.“ Die Behörde müsse dann sagen, ob der Maßnahmenkatalog ausreiche oder sie andere Schwerpunkte sehe.

Michael Wörle betont: „Wir haben bereits sehr viel unternommen.“ So seien alle Schächte kontrolliert, desinfiziert und gegebenenfalls repariert worden. „Das geht derzeit noch weiter.“ Weiter sei der Brunnen in Batzenhofen vom Netz genommen worden. „Und im Moment sind wir beim Rückbau der Totleitungen, aus denen Keime ins Netz gelangt sein könnten.“

Was passiert, wenn gechlort wird, und was müssen die Gersthofer Bürger beachten? Wir beantworten hier die häufigsten Fragen, die uns erreicht haben.

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