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Augsburg

05.07.2010

Der Qualm soll sich schnell verziehen

Der Qualm soll sich schnell verziehen

Ab August darf in Gaststätten, Kneipen und Bierzelten nicht mehr geraucht werden. Im Landkreis Augsburg sind die Reaktionen auf das Votum gemischt. Ob die Entscheidung eine Gefahr für die Gastronomen ist? Von Adrian Bauer

Die Bayern haben entschieden: Ab August darf in den Gaststätten, Kneipen und Bierzelten im Freistaat nicht mehr geraucht werden. Im Landkreis Augsburg sind die Reaktionen auf das Votum durchaus gemischt. Doch auch die Gegner des Gesetzentwurfs sehen die Wirtshaus- und Feierkultur nicht in Gefahr.

Angelika Kempter, Geschäftsführerin der Metzgerei Binswanger, sieht für die firmeneigenen Festzelte mittelfristig keine großen Probleme. "Als das erste Gesetz erlassen wurde und auch in den Zelten Rauchverbot herrschte, mussten wir bis zu 25 Prozent Umsatzverluste verkraften. Aber mit der Zeit wird sich die Regelung einspielen", sagt sie. Mit langfristigen Rückgängen beim Umsatz rechnet sie nicht.

Überrascht von dem deutlichen Ergebnis war sie trotzdem: "Zuletzt sah es ja so aus, dass sich die Stimmung positiv für uns entwickeln würde." Bei den normalen Volksfesten dürfte das Rauchverbot relativ problemlos umzusetzen sein, glaubt sie. Nur beim Plärrer könne es aufgrund der größeren Zahl von Gästen Probleme geben.

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Niedrige Wahlbeteiligung half den Betreibern des Rauchverbots

Alfred Willer, als Gebietsverkaufsleiter der Firma Cigaretten Ostermeier für Gersthofen zuständig, hat die Deutlichkeit des Resultats ebenfalls überrascht. "Durch die niedrige Wahlbeteiligung war das Ergebnis aber nicht anders zu erwarten. Anscheinend ist es nicht gelungen, genug Raucher zum Wählen zu motivieren", sagt er. Wie sich die Gesetzesänderungen auf das Konsumverhalten auswirkt, könne man jetzt noch nicht absehen.

Bernhard Happacher, Wirt des Café "Bbiss" in Gersthofen, sieht das Ergebnis gespalten. Er hat in seinem Lokal schon vor dem Entscheid Rauchverbot verhängt. "Für mich ist es natürlich gut, weil es jetzt keine Wettbewerbsverzerrung mehr gibt. Andererseits tut es mir für die Raucher und die Wirte von kleinen Kneipen leid. Die werden jetzt zu kämpfen haben."

Gut sei, dass das Rauchverbot noch im Sommer greift. So könnten sich die Regeln bei schönem Wetter einspielen, meint Happacher. Er selbst will am "Bbiss" einen Bereich schaffen, wo Raucher bei schlechtem Wetter gemütlich ihrem Laster frönen können. Auch bei Binswanger bastelt man an einer geeigneten Lösung für die Festzelte.

In vielen Vereinsheimen im Landkreis braucht man keine Neuregelungen: In den Floriansstüberln in Gersthofen und Neusäß herrscht schon seit dem ersten Gesetzeserlass 2008 Rauchverbot. "Unser Feuerwehrhaus ist ein öffentliches Gebäude, deshalb haben wir es rauchfrei gelassen. Zuerst haben einige gemurrt, aber inzwischen hat es sich eingespielt", berichtet Jörg Roehring, zweiter Kommandant der Neusässer Wehr.

Überwacht wird das Rauchverbot im Landkreis von sechs Lebensmittelkontrolleuren des Ordnungsamtes. "Das strikte Verbot wird die Arbeit erleichtern", meint Gisela Stengl, die beim Ordnungsamt des Landratamts für das Gaststättenrecht zuständig ist. Vorher mussten die Kontrolleure immer prüfen, ob Ausnahmeregelungen greifen. Nun müssen sie nur noch ihrer Nase vertrauen. Von Adrian Bauer

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