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Bürgerversammlung

10.11.2018

Der Streit geht weiter

Zoff um das geplante Neubaugebiet dominiert die Veranstaltung. Mit dabei waren mehr als 100 Zuhörer

So viele Besucher hatte es lange nicht mehr bei einer Bürgerversammlung in Thierhaupten gegeben. Mehr als 100 Interessierte kamen in den Herzog-Tassilo-Saal. Dass es an diesem Abend vor allem um den Zoff rund um das neue Baugebiet gehen würde, war schon im Vorfeld klar. Auch Bürgermeister Toni Brugger hatte damit gerechnet und den Fachmann Stefan Steinbacher vom Ingenieurbüro Steinbacher Consult eingeladen, der das Konzept des neuen Baugebiets vorstellte. Dabei geht es um 15 Häuser. Diese sollen an der Neukirchener Breite in Hanglage errichtet werden. Seit Wochen sorgt dieses Thema in Thierhaupten für Ärger. Der Grund: Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Thierhaupten“ wehrt sich vehement gegen die Pläne der Gemeinde. Sie befürchtet, dass nach dem Bau der Häuser mehr Niederschlagswasser in die Siedlung läuft, das Landschaftsbild zerstört und zu viel Boden sinnlos versiegelt wird.

Als nach dem langen Vortrag von Brugger die Sprache auf das neue geplante Baugebiet kam, gab es von den Gegnern des Projekts viele Nachfragen, Einwürfe und Kritik. Da bereits jetzt viele Anwohner in der Neukirchener Breite bei Stark-regen mit Wasser im Keller oder im Haus zu kämpfen haben, ging es zunächst vor allem um das Thema Grundwasser. Cecilia Tummino-Rieger von der BI ging es dabei um Details des Bodengutachtens. Sie wollte beispielsweise wissen, warum es hieß, die Bohrung sei bis sieben Meter in die Tiefe gegangen, in dem Gutachten aber dann nur Ergebnisse aus bis zu sechs Metern auftauchen. Steinbacher erklärte, dass der Bodengutachter aufhöre, wenn er nach fünf bis sechs Metern kein Wasser finde. „Das ist nicht relevant“, so Steinbacher. Aus dem Gutachten gehe klar hervor, dass es dort kein Grundwasser gebe. Aus diesem Grund sei auch kein hydrogeologisches Gutachten erstellt worden.

Die Gegner des Neubaugebietes kritisierten auch den Zeitpunkt, zu dem das Bodengutachten angefertigt worden war. Dieses sei genau in die trockene Sommerzeit gefallen, so der Vorwurf. Steinbacher entgegnete, dass sich lange Zeiten ohne Regen kaum auf die Höhe des Grundwassers auswirken würde.

Das Problem in diesem Bereich sei laut Steinbacher das Hangwasser, das von oben in die Häuser fließe. Deshalb sei oberhalb der neuen Bebauung eine Mulde vorgesehen, die das Hangwasser abfange und in ein Regenrückhaltebecken leite. Außerdem solle das Niederschlagswasser auf den einzelnen Grundstücken in Zisternen gesammelt werden, sodass sich die Wassermenge, die nach unten in Richtung Bebauung läuft, deutlich verringere.

Die Gegner hatten aber noch mehrere andere Punkte, die sie störten. Einige befürchteten mehr Verkehr in diesem Bereich, vor allem in der Johann-Rumpfhard-Straße. Gerade in der Bauphase würden viele Fahrzeuge dort unterwegs sein, befürchtete ein Betroffener.

Andere erklärten, dass man dort an der exponierten Stelle in den vergangenen Jahrzehnten ganz bewusst nicht gebaut habe. Zu diesem Zeitpunkt meldete sich der ehemalige Besitzer des Grundstücks und erklärte, dass das Areal in der Vergangenheit nicht zum Verkauf gestanden habe. Außerdem habe es schon seit Jahrzehnten eine Planung für eine Bebauung gegeben.

In der Diskussion, die trotz der unterschiedlichen Meinungen fast immer sachlich geführt wurde, ging es noch um weitere Detailfragen. Am Ende schienen sich beide Seiten aber kaum aneinander angenähert zu haben. Max Weixler meinte schließlich: „Schade, dass sich jetzt zwei Lager gebildet haben.“

Weil das Streitthema viel Zeit beansprucht hatte, gab es am Ende kaum andere Anfragen. Einer der wenigen, die sich noch zu Wort meldeten, war beispielsweise Peter Urban. Er machte sich Gedanken um die Ortsmitte, die immer mehr ausblute. Er forderte ein Konzept für mehr Wohnraum im Ortskern. Die Gestaltung der Ortsmitte wird übrigens ein Thema beim ersten Bürgergespräch in Thierhaupten am Samstag, 17. November, von 10 bis 13 Uhr im alten Feuerwehrhaus sein.

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