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Zusmarshausen-Gabelbachergreut

29.10.2012

Der erste Leonhardiritt im Schnee

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4 Bilder
An der Spitze des Umzugs liefen die Musikanten aus Gabelbach.
Bild: Marcus Merk

Aufgrund des Wetters kommen weniger Teilnehmer zum Leonhardiritt in Gabelbachergreut. Umzug in Hölzlarn abgesagt.

Anni Fries bringt es auf den Punkt. Für das nächste Jahr, sagt die stellvertretende Landrätin in einer kurzen Rede, wünsche sie sich, dass der heilige Leonhard wieder für schönes Wetter und Sonnenschein sorge.

Denn ausgerechnet beim 20. Leonhardiritt seit der Neubelebung im Jahr 1990 rieseln in Gabelbachergreut Schneeflocken auf Reiter, Kutschen und Zuschauer nieder. Kinder bauen am Straßenrand Schneemänner, Rudolf Erdle aus Dinkelscherben muss seine schwarze Kutsche erstmals mit geschlossenem Verdeck durch den Ort lenken. Im Thierhauptener Ortsteil Hölzlarn wurde der Ritt aufgrund des Wetters sogar abgesagt. Darüber hat man aber in Gabelbachergreut nicht ernsthaft nachgedacht. Und auch wenn es nicht so voll ist wie in den vergangenen Jahren, verfolgen viele Zuschauer, eingepackt in warme Mäntel und Schneeanzüge, den Ritt.

Auch Matthäus und Elisabeth Schweinsberger sind nach Gabelbachergreut gekommen. Die beiden Ustersbacher sind „schon immer“ dabei. „Wir kennen einige, die mitmachen“, erzählt Elisabeth Schweinsberger. „Uns gefällt es immer gut hier.“ Schnee hätten sie allerdings noch nie beim Leonhardiritt erlebt. Auch Robert Gollmann kann sich an ein solches Wetter nicht erinnern. Der Gabelbacher und seine Frau Manuela kommen immer mal wieder zum Ritt und zur Pferdesegnung. „Ich war aber fast schon erschrocken, wie viel weniger durch das Wetter los ist“, sagt er.

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Angeführt wird der Umzug von Ministranten aus der Gemeinde, gefolgt von den Musikanten der Gabelbacher Kapelle und Pater Saji und Pater Joseph. Auch bei der Teilnehmerzahl macht sich der Wintereinbruch allerdings bemerkbar. 50 Reiter und vier Kutschen sind heuer beim Ritt dabei, normalerweise seien es oft doppelt so viele, heißt es von den Veranstaltern. Die Teilnehmer umrunden traditionell die Kirche, anschließend segnen Pater Saji und Pater Joseph die Pferde, Ponys und sogar einen Esel. Auch der Leonhardsnagel, der bedeutendste Kultgegenstand der Gemeinde, wird wie auch in den Jahren zuvor im Umzug mitgeführt.

Der Umzug hat eine Jahrhunderte zurückreichende Tradition. Nach dem Krieg war der Brauch der Pferdesegnung zunächst eingeschlafen, 1990 belebten der Kirchenvorstand und die Feuerwehr diese Tradition aber wieder neu. Seitdem ist der Ritt nur zweimal ausgefallen: einmal wegen Kanalarbeiten, ein anderes Mal wegen der Pferdeseuche.

Viele der Reiter und Fahrer kommen schon seit Jahren zum Leonhardiritt in Gabelbachergreut. Kaspar Zott und seine Tochter Johanna sitzen auf dem Kutschbock der alten Feuerwehrspritze. „Seit sechs oder sieben Jahren“ fahre er schon auf der Spritze, vorher sei er selbst geritten, erzählt Zott. Er mache es wegen der Tradition und natürlich auch wegen des Segens. Einmal habe er sogar schon einen solchen Wintereinbruch beim Leonhardiritt erlebt, berichtet er. Aber nicht in Gabelbachergreut, sondern in Diedorf.

Auch Alfred Schlosser aus Reischenau fährt schon seit 16 Jahren auf dem Bock des Erntewagens mit. Irgendwann habe man ihn eingeladen und seitdem ist er dabei, sagt er. Den Erntewagen bestücken einige Frauen aus der Gemeinde zwei, drei Tage vor dem Ritt mit Obst, Gemüse und Backwaren. Aber das alles ist nicht nur Dekoration: Am heutigen Montag werden die Lebensmittel in der Gemeinde verkauft.

Kathrin Bunk und Manuela Bär reiten auf ihren Pferden Ghadisha und Tessa zum dritten Mal in Gabelbachergreut. Nächste Woche nehmen sie noch am Ritt in Stadel teil, „da hoffen wir auf besseres Wetter“, sagt Bunk. „Uns macht das zwar Spaß“, sagt Bär. „Den Vierbeinern wahrscheinlich heute nicht so“, fügt sie hinzu und lacht.

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