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Dinkelscherben

31.05.2019

Die Schule in Ried kehrt ins dörfliche Leben zurück

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Die alte Schule in Ried wurde 1903 gebaut.
Bild: Marcus Merk

Vier Dinkelscherbener erhalten die Denkmalschutzmedaille. Die frühere Schule ist ein Vorzeigebeispiel für den ländlichen Schulhausbau im frühen 20. Jahrhundert.

Die alte Schule in Ried wurde 1903 gebaut. Das Haus stand lange leer und war marode. 2005 wurde die ehemalige Schule in mehr als 1600 ehrenamtlichen Stunden saniert, 2014 war das Projekt abgeschlossen.

Für ihre Verdienste um den Denkmalschutz wurde diese Woche nun Dinkelscherbens Bürgermeister Edgar Kalb und die ehrenamtlichen Helfer Alfons Frey, Bernhard Bittracher und Karl Schropp mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.

Denkmäler geben der Heimat ihr unverwechselbares Gesicht

Insgesamt erhielten in München 25 Persönlichkeiten und Institutionen von Kunstminister Bernd Sibler und im Beisein von Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, die Denkmalschutzmedaille 2019 für ihr herausragendes Engagement um die Denkmalpflege. Kunstminister Bernd Sibler betonte: „Unsere Denkmäler geben unserer Heimat ihr unverwechselbares Gesicht! Sie zu erhalten und zu pflegen heißt, das Gestern zu bewahren, es für die Zukunft sichtbar zu machen und Altes und Neues in einzigartiger Weise zu verbinden.“

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Die Preisträger aus ganz Bayern haben sich in vielfacher Weise für den Erhalt von Denkmälern verdient gemacht: Familien, Vereine, Dorfgemeinschaften, Heimatpfleger und Stiftungen haben Gebäude - vom Stadel bis zum Schloss - instandgesetzt, Bodendenkmäler erfasst und geschützt, und ihre Begeisterung für die Denkmalpflege weitergegeben.

Sensibler Umgang mit der historischen Substanz

Auch Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil lobte: „Altes zu bewahren und es mit unseren heutigen Vorstellungen in Einklang zu bringen, ist nicht immer leicht - wie gut dies aber gelingen kann, zeigen die Träger der Denkmalschutzmedaille. Ihr sensibler Umgang mit der historischen Substanz, mit den Zeugnissen der Vergangenheit, hat Vorbildcharakter.“

Laut Denkmalschutzbehörde sei das ehemalige Schulhaus in Ried ein Vorzeigebeispiel für den Schulhausbau auf dem Land im frühen 20. Jahrhundert. Die alte Schule und die nördlich davon gelegene Pfarrkirche bilden zugleich eine ortbildprägende Baugruppe.

Mehr als 1500 Stunden ehrenamtlichen Einsatz geleistet

Es sei Bürgermeister Edgar Kalb sowie Alfons Frey, Bernhard Bittracher, Karl Schropp und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern zu verdanken, dass die Instandsetzung der ehemaligen Schule in der Dorfmitte Rieds gelang und der lange vernachlässigte Bau wieder zurück in das dörfliche Leben geholt wurde. Alfons Frey, Bernhard Bittracher und Karl Schropp mit ihren Familien leisteten zusammen mit zahlreichen weiteren Engagierten aus dem Ortsteil Ried bis zum Abschluss der Instandsetzung mehr als 1500 Stunden ehrenamtlichen Einsatz.

An den Fassaden wurden historische Putze aus der Bauzeit, wo es möglich war, erhalten; die Kastenfenster und Fensterläden repariert. Das Walmdach wurde nach historischem Vorbild in Biberschwanzdoppeldeckung neu eingedeckt. Wandbemalungen aus der Bauzeit wurden freigelegt und rekonstruiert; Türen, Treppen und historische Böden konnten erhalten und restauriert werden – all diese historischen Details verleihen dem Gebäudeinneren seinen besonderen Charme.

Dass es gelungen ist, dem ehemaligen Schulhaus wieder dauerhaft eine Nutzung durch örtliche Vereine und Gruppen zu geben und dadurch diesen Ortsmittelpunkt lebendig zu halten, sei dem hartnäckigen Einsatz und dem enormen bürgerschaftlichen Engagement zu verdanken. (AL, dav)

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