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Biberbach

08.08.2019

Edith Kahn kümmert sich um Straßenkinder in Südafrika

Auf die Giraffen im Stadtpark von Bloemfontein und viele neue Begegnungen freut sich Edith Kahn aus Biberbach.
Bild: Sonja Diller

Am Freitag hebt der Flieger der 19-Jährigen aus Biberbach ab. Für ihren einjährigen Einsatz in Afrika hat sie sich speziell vorbereitet.

Zehn Stunden dauert die Reise im großen Jet nach Johannesburg, die Edith Kahn aus Biberbach heute antritt. Dann noch eine Stunde im Kleinflugzeug nach Bloemfontein – und endlich ist die 19-Jährige dort angekommen, wo sie das kommende Jahr mithelfen will, dass Kinder in Südafrika eine bessere Zukunft vor sich haben.

Bei einer Berufsorientierungsmesse ist der Abiturientin der Informationsstand des Weltfreiwilligendienstes im Bistum Augsburg aufgefallen. Einer der dort vorgestellten Einsatzplätze war das Straßenkinderprojekt des Vereins Dumelang in Bloemfontein. Die rund 300.000-Einwohner große Stadt liegt zwischen Johannesburg und Kapstadt. Wie überall in Südafrika gibt es auch dort Kinder, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in ihren Familien leben können. 25 von ihnen leben und lernen in einem Haus des von Pfarrer und Missionar Alois Ganserer gegründeten Vereins Dumelang, was in der Landessprache soviel wie „Seid gegrüßt“ heißt.

Der Unterricht wird in der Landessprache abgehalten

„Das dortige Schulsystem ist schwierig für Kinder, die keine Unterstützung bekommen“, hat Edith Kahn in Seminaren des Vereins gelernt. „Der Unterricht wird in der Landessprache abgehalten, die Prüfungen müssen die Schüler in Englisch ablegen.“ Wer keine Möglichkeit hat, seine englischen Sprachkenntnisse zu verbessern, der fällt durch das Raster.

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Und genau hier sind die Freiwilligen gefragt, die den Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren bei den Hausaufgaben helfen und die Freizeit sinnvoll gestalten sollen. Damit jeweils ein Ansprechpartner für die Mädchen und für die Jungen vorhanden ist, gehen immer eine junge Frau und ein junger Mann ins Einsatzjahr nach Südafrika. Gemeinsam mit Edith Kahn ist dieses Jahr der ebenfalls 19-jährige Lucas aus Günzburg unterwegs. Mit ihm und seiner Familie sind die Biberbacher Kahns während der Vorbereitungsphase schon gut bekannt geworden. Für Mama Simone Kahn ist es eine Beruhigung, dass die Tochter sich nicht ganz alleine in der neuen Umgebung zurechtfinden muss.

Das Heimweh wird schon nicht so schlimm werden

Trotz der Freude über „die große Chance“ eines Auslandsjahres fiel der Abschied nicht leicht, denn „es gibt nichts daran zu rütteln, dass Südafrika ein gefährliches Land ist“. Darum, wie die Gefahr zu minimieren ist, ging es auch bei den Vorbereitungen. Für die Teilnehmer am Programm standen ein Selbstverteidigungskurs und Seminare zur Interkulturellen Kommunikation auf dem Stundenplan. Kleinigkeiten, wie das Handy nicht offen zu tragen und auf Markenkleidung zu verzichten, sind ebenso wichtig wie das Wissen um die afrikanische Kultur und Umgangsformen. „Das war alles sehr interessant“, ist Edith schon ein bisschen stolz darauf, dass sie dabei sein kann. Seitdem feststeht, dass der Flieger nach Südafrika am heutigen Freitag mit ihr an Bord starten wird, intensivierte sich der Kontakt ins rund 9000 Kilometer Luftlinie entfernte Bloemfontein. Mit Projektmanagerin Jackie wurde via Skype schon vieles besprochen, Persönliches erzählt. Über die modernen Medien rücken weit entfernte Orte eben schnell zusammen. Das gilt auch für den Kontakt nach Hause. Heute, wo schnell eine Nachricht aufs Handy geschickt werden, ein Foto geteilt und per Skype sogar in Echtzeit Neuigkeit ausgetauscht werden können, wird das Heimweh schon nicht so schlimm werden, ist Edith überzeugt.

Schön ist es, dass sie an Weihnachten die Eltern wieder in den Arm nehmen kann. Dann sind in Afrika Sommerferien, die sie mit dem Besuch daheim verbringen kann. „Die Flüge sind schon gebucht“, ist Kahn die Freude, ihre Jüngste bereits in ein paar Monaten wiederzusehen, anzumerken.

„Mir ist schon klar, dass ich nicht ganz Südafrika retten kann“, ist die 19-jährige Edith Kahn keine Sozialromantikerin. „Doch wenn das Leben auch nur eines Kindes durch unsere Arbeit ein Stückchen besser wird, dann hat sich der Einsatz gelohnt.“ Zur „Mitreise“ nach Südafrika lädt Edith bei Instagram unter edith.afrikahn ein.

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