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Gablingen

31.03.2018

Ein Hochsicherheitstrakt für Daten und Dokumente

In Gablingen entsteht eine neue Halle, mit der die Archivierungskapazität erheblich gesteigert wird.
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In Gablingen entsteht eine neue Halle, mit der die Archivierungskapazität erheblich gesteigert wird.
Bild: Andreas Lode

In Gablingen entsteht auf 16000 Quadratmeter ein Zentrum für den „Rohstoff der Zukunft“. Was beim Grundstein in die Kupferkapsel kommt.

Daten und Dateien sicher lagern oder vernichten – nicht zuletzt seit des jüngsten Skandals um die Weitergabe von Facebookdaten hat dieses Thema an Bedeutung gewonnen. Mit einem neuen „Dokumentenmanagementzentrum“ möchte die Gersthofer Firma Umsema Umwelt-Service Mannert neue moderne Lösungen anbieten.

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Jetzt war im Gablinger Gewerbegebiet am Flugplatz – gleichsam einem Hochsicherheitskomplex zwischen der Justizvollzuganstalt sowie der Antennenanlage des Bundesnachrichtendiensts – die Grundsteinlegung für einen neuen Gebäudekomplex. Hier entsteht auf 16000 Quadratmetern ein modernes Verwaltungsgebäude mit Arbeitsplätzen, Schulungsräumen sowie Logistikhallen für die Firmen Optifile und Documentus (bisher Reißwolf Bayern Archivservice). Roland Pfefferer, Geschäftsführer der Plan f. GmbH, ging auf den Bau selbst ein. Mit einer Höhe von 17 Metern, einer Grundfläche von 3400 Quadratmetern, einem Regalsystem auf fünf Ebenen und einer Erweiterungsmöglichkeit auf insgesamt 10000 Quadratmeter ist die Archivierungskapazität um ein Vielfaches größer als an den bisherigen Standorten – unter anderem einer Halle im Gersthofer Hery-Park. Auf ein Zwischenlager entfallen 700 Quadratmeter, hinzu kommen 500 Quadratmeter an Produktionsflächen sowie 1000 Quadratmeter für Büro- und Sozialräume.

Lange Zeit wurde ungeschützt entsorgt

Gebaut werde nach modernsten Energiespar- und Umweltanforderungen, betonte Pfefferer. „Derzeit wird noch untersucht, ob eine Energienutzung durch Luftwärmeaustausch möglich ist.“ Wie Umsema-Geschäftsführer Heinz Mannert betonte, erkannten er und weitere mittelständische Unternehmer bereits im Jahr 1989, dass im Altpapier eine Vielzahl von Dokumenten mit sensiblen Informationen und Daten ungeschützt entsorgt wurde. Diese Unternehmen schlossen sich unter der Marke Reißwolf zu einer bundesweiten Kooperation zur datenschutzgerechten Akten- und Datenträgervernichtung zusammen.

Ein Hochsicherheitstrakt für Daten und Dokumente

„Doch auch die Lagerung und Verwaltung von gesetzlich aufbewahrungspflichtigen Dokumenten und Datenträgern lag und liegt noch heute bei vielen Unternehmen und Behörden im Argen“, so Heinz Mannert. Im Jahr 2005 hat Reißwolf Bayern sein Dienstleistungsspektrum um die Archivierung ergänzt und 2011 in eine eigene Gesellschaft, die Reißwolf Bayern Archivservice, ausgegründet. „Dabei hat sich gezeigt, dass die bei der Aktenvernichtung etablierte Marke Reißwolf bei Kunden für Archivdienstleistungen Unsicherheit erzeugt, sodass die Aktivitäten rund um den Schutz von Daten und Dokumenten künftig unter der neuen Marke Documentus fortgeführt werden.“

Reserveflächen für weiteres Wachstum

Documentus-Geschäftsführer Thomas Riess betonte, dass mit dem Neubau des Dokumentenmanagementzentrums die Lagerkapazität des Unternehmens auf modernstem Sicherheitsniveau verdreifacht wird. „Dabei verfügen wir mit dem neuen Grundstück schon über Reserveflächen für weiteres Wachstum.“

Gablingens Zweite Bürgermeisterin Karina Ruf ging darauf ein, dass die Gemeinde eigens den Bebauungsplan geändert hatte, um die 17 Meter hohe Halle zu ermöglichen – denn eigentlich waren höchstens zwölf Meter vorgesehen.

Der Rohstoff der Zukunft

„Daten sind der Rohstoff der Zukunft – in der modernen Datenwelt ist der Wert des Vertrauens so groß wie nie zuvor“, sagte CSU-Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz. Nicht zuletzt der jüngste Facebook-Skandal, bei dem Millionen persönliche Daten unerlaubt weitergegeben worden waren, habe das wieder einmal deutlich gemacht. Durz kümmert sich als stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses Digitale Agenda um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. „Ein ganz starkes Thema unserer Arbeit ist die IT-Sicherheit und die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen in diesem Bereich.“ Lisa Theiml, die Geschäftsführerin der Optifile GmbH, sagte: „Informieren – Digitalisieren – Profitieren wird auch in Kürze in Gablingen stattfinden.“

Gemeinsam legten die Redner den Grundstein für das Gebäude. In die Kupferkartusche kamen unter anderem die aktuelle Ausgabe der Augsburger Allgemeinen, Euromünzen und Scheine sowie ein Schutzengel. Die Inbetriebnahme des laut Heinz Mannert rund 6,5 Millionen Euro teuren Dokumentenmanagementzentrums ist für kommenden November geplant.

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