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Emersacker

25.11.2017

Ein Paradies für Prinzessinnen und Indianer

Die gemeindliche Kinderkrippe in Emersacker hat nun zwei Gruppen.
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Die gemeindliche Kinderkrippe in Emersacker hat nun zwei Gruppen.
Bild: Marcus Merk

Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt. Die Krippe in Emersacker hat nun helle, bunte Räume für 32 Kinder. Bald muss die Gemeinde auch in den Kindergarten investieren.

Als Prinzessin stolzieren, mit dem Bobbycar herumdüsen, im Tipi verstecken: Im neuen Innenspielbereich der Krippe in Emersacker ist jede Menge Platz. Und den nutzen die Kinder natürlich fröhlich aus. Wie in vielen anderen Gemeinden haben auch in Emersacker die Plätze in der Krippe, die sich neben der Schule befindet, nicht mehr ausgereicht: Es gibt mehr Geburten, Zuzüge und einen höheren Betreuungsbedarf. Also entschloss sich der Gemeinderat, eine zweite Krippengruppe einzurichten. Dazu gab es in den vergangenen Monaten während des laufenden Betriebs umfangreiche Bauarbeiten. Ein Bereich, der bisher zur Schule gehörte, wurde den Krippenräumen zugeschlagen. So haben die Kinder zwischen ein und drei Jahren jetzt viel mehr Platz. Die Kinderhaus-Leiterin Sandra Kranzfelder führt durch die Einrichtung, die nun 30 Plätze plus zwei Integrationsplätze hat.

Unter anderem wurden ein zweiter Schlafraum und ein Therapieraum eingerichtet. In Letzterem arbeiten die Therapeuten mit den Integrationskindern, und Eltern können sich während der Eingewöhnungsphase dorthin zurückziehen. In ein früheres Klassenzimmer ist nun die Schmetterlingsgruppe gezogen – ein bunter, heller Raum für die neue zweite Gruppe. Hier gehörten auch einige Kinder über drei Jahre dazu, denn der Kindergarten gegenüber sei übervoll, erklärt Kranzfelder. Nebenan spielen die „Bienen“, das sind die kleineren Kinder bis zwei Jahre.

Alle treffen sich gerne im großen Innenspielbereich, an den alle Räume anschließen – dort, wo man sich so schön verstecken und verkleiden kann. Ein Lieblingsort könnte auch das neue, größere Bad werden. Da gibt es nämlich nicht nur Waschbecken und Toiletten, sondern auch eine „Wellnessbadewanne“, wie es Sandra Kranzfelder nennt. In dem Planschbecken aus blauen Mosaiksteinchen können die Kleinen jetzt mit Gießkannen und Förmchen pritscheln.

Auch für die sieben Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen gibt es nach dem Umbau Erleichterungen. Die Küche ist größer, und sie haben nun mehr Lagermöglichkeiten und einen Personalraum, in den sie sich zurückziehen können. Die Umbauphase sei für alle „eine anstrengende Zeit“ gewesen, gibt die Leiterin zu. Die Bauarbeiten begannen im April. „Wir sind froh, dass das Wetter mitgespielt hat. Da konnten wir viel in den Garten.“ Eigentlich sollte der Umbau im August abgeschlossen sein, doch das hat nicht geklappt. Nach den Sommerferien mussten die Kinder und ihre Betreuerinnen deshalb vorübergehend in Räume der Offenen Ganztagsschule ziehen.

Nun ist die neue Krippe fast fertig, die Kinder fühlen sich sichtlich wohl. Ein paar Kleinigkeiten stehen noch an. Unter anderem wird draußen ein Kinderwagen-Carport gebaut. Am 21. Januar soll alles offiziell eingeweiht werden.

Die Krippenerweiterung ist deutlich teurer geworden als ursprünglich geplant. In der Bürgerversammlung Anfang November sagte Bürgermeister Michael Müller: Die Baukosten betrügen etwa 500000 Euro und würden mit etwa 70 Prozent bezuschusst. Für die Kinderbetreuung muss die Gemeinde demnächst noch mal viel Geld ausgeben: Der Kindergarten stößt an seine Grenzen, er muss dringend saniert und erweitert werden. Die Einrichtung wurde 1985 im ehemaligen Kloster eröffnet. Doch die Räume sind für die 50 Kinder in drei Gruppen eigentlich zu klein. Und auch die Bausubstanz ist an vielen Stellen marode. Die größten Probleme gebe es im Sanitärbereich und beim Lärmschutz, erklärt Kranzfelder. Das Kloster soll deshalb im nächsten Jahr einen Anbau bekommen. Wenn dieser fertig ist, soll der Altbau saniert werden. Die Planungen dafür laufen, das Projekt werde 1,2 bis 1,4 Millionen Euro kosten, kündigte der Bürgermeister in der Bürgerversammlung an.

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