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Biberbach

09.11.2017

Ein großes Wärmenetz aufbauen?

Der Biberbacher Gemeinderat hat über eine neue Lösung für das Heizen gemeindlicher Gebäude diskutiert. Warum bis September 2019 alles fertig sein muss.

Die Energieeffizienz gemeindlicher Gebäude steht in Biberbach auf dem Prüfstand. Mit dem Thema beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Der geplante Kita-Anbau sprengt die Kapazität der bisherigen Heizung. Schule und Sporthalle werden von einer veralteten Ölheizung me versorgt und rund um den Bauhof läuft auch nicht alles rund. Ein kleines Nahwärmenetz sollte aufgebaut werden um den Bauhof und das Feuerwehrhaus, das Haus der Vereine und ein Wohnhaus im Besitz der Gemeinde zu heizen. Die Kosten dafür waren allerdings völlig aus dem Ruder gelaufen. Gegenüber den Schätzungen der Planer, die unter 200000 Euro lagen, hatte sich der Kostenrahmen stark erhöht. „Wir haben die Notbremse gezogen und die Ausschreibung gestoppt“, so Bürgermeister Wolfgang Jarasch.

Alternativen präsentierten nun Dominik Pfeifer und Thomas Sailer von der Firma GP Joule in Buttenwiesen. Am günstigsten wäre für die Gemeinde ein großes Wärmenetz vom Kirchberg bis hinunter zum Bauhof, so das Ergebnis der ersten Berechnungen. Damit könnte die Schule mit Sporthalle, die Kita und das alte Lehrerhaus mit den drei zu versorgenden Gebäuden in der Raiffeisenstraße verbunden werden. Es wäre sinnvoll und kostensenkend, den Eigentümern auf dem Weg gelegener Privathäuser anzubieten sich ins Netz einzuklinken. Zwei kleine Nahwärmenetze oben auf dem Berg und im Ortszentrum beim Bauhof wären natürlich auch möglich, jedoch nicht so effizient wie die große Lösung, so Thomas Sailer. Als Brennstoff bieten sich Hackschnitzel an, denn als großer Waldbesitzer hat Biberbach günstigen Zugriff auf das Material.

„Wir möchten kommen und bleiben“, bot Sailer nicht nur die Planung und Umsetzung des Vorhabens an, sondern auch die Mitwirkung beim Betrieb und gab dafür Beispiele im Umfeld. In Buttenwiesen habe man gemeinsam mit der Gemeinde eine Betriebsgesellschaft gegründet. Das unter dem Namen „renergiewerke“ firmierende Wärmenetz laufe seit 2012 zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Aktuell sei ein Projekt in Mertingen im Entstehen. Üblicherweise halte die Kommune mit 55 Prozent die Mehrheitsanteile und damit die Kontrolle der Energiewerke.

Die öffentlichen Zuschüsse für Nahwärmenetze seien so hoch wie nie; in Kombination mit niedrigen Zinsen sei bei einer Gesamtinvestition von rund 730000 Euro damit zu rechnen, dass die Gemeinde mit einem Eigenanteil von unter 100000 Euro zu Kasse gebeten wird, so Sailer. Auch ein Ausbau der kommunalen Energiewerke wäre denkbar, so könnten Windkraft oder E-Mobilität als weitere Standbeine das Gesamtkonzept von erneuerbarer Energie und Wertschöpfung vor Ort komplettieren.

Gut vorstellen konnten sich die Gemeinderäte eine solche Zusammenarbeit vor allem vor dem Hintergrund greifbarer Beispiele. Man wolle sich bei den Gemeinden, die bereits mit GP Joule kooperieren, informieren und bei der Sitzung am 5. Dezember entscheiden, wie die Planungen weitergehen können, so der einstimmige Beschluss.

Die Eröffnung der Kita mit neuem Anbau ist erst für September 2019 geplant, somit würde der grob vorgelegte Zeitrahmen für die Planung und Realisierung des Wärmenetzes passen. Dringender ist die neue Heizung für das Wohnhaus in der Raiffeisenstraße 10, in dem eine Seniorenwohngemeinschaft des örtlichen Pflegedienstes entstehen soll. Dafür biete sich als Übergangslösung die Versorgung über die Heizung des Bauhofs an, so der Bürgermeister auf Nachfrage. So könnte der Ausbau der alten Elektrospeicher und die Installation von neuen Heizkörpern im Haus zeitnah erfolgen und die für den Einzug der Senioren nötige Sanierung vorangetrieben werden.

Ein weiteres Thema im Gemeinderat war die Ferienbetreuung. Auch im nächsten Jahr wird die Ferienbetreuung für Grundschulkinder wieder angeboten, beschloss der Gemeinderat einstimmig. Insgesamt sechs Ferienwochen lang können Eltern ihre Kinder von acht bis 16 Uhr betreuen lassen. Bis auf die Pfingstferien sei das Angebot gut angenommen worden und die Eltern seien sehr dankbar für die Möglichkeit den Nachwuchs in den Ferien gut aufgehoben zu wissen, so die Jugendbeauftragte im Rat, Monika Seiler-Deffner (Junge Liste).

Etwas mehr Flexibilität in der Buchung und günstigere Preise regte Martin Wörle (BTL) an. Mit 50 Euro für eine ganze Woche fachlicher Betreuung durch den Kreisjugendring habe man bereits ein günstiges Paket geschnürt, sagte Seiler-Deffner. Drei Tage Betreuung seien für 35 Euro zu haben und in Härtefällen werde immer ein Weg gefunden um die Teilnahme am Programm möglich zu machen.

Insgesamt kosten sechs Betreuungswochen der Gemeinde knapp 6000 Euro. Bei der diesjährigen Auslastung sei ein Defizit von 2800 Euro entstanden. Das sei absolut im Rahmen und als Familienförderung wichtig, waren sich die Räte einig.

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