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Ellgau

16.06.2019

Einfach mal in fremde Gärten spazieren

Der Garten von Ingeborg Pudel lockt zahlreiche Besucher an. Vor über 50 Jahren hat die 81-Jährige hier ihre ersten Rose gepflanzt, mittlerweile sind es 200. Damit die Blumen gut wachsen, hat Pudel einen Tipp: Ein Spritzer Buttermilch mit lauwarmem Wasser vermischt hilft gegen Läuse und Mehltau.
Bild: Marcus Merk

In Ellgau konnten Besucher acht Gärten besichtigen. Was sie zwischen Rosenblüten, Gemüsebeeten und Mauern alles entdeckten.

Rosenblüten in allen Farben zieren den Gartenzaun in der Schulstraße in Ellgau. Der frische Duft der Blumen lockt zahlreiche Besucher in den Garten von Ingeborg Pudel. „Welche Sorte ist denn das“, fragt eine Gartenliebhaberin und deutet auf ein lachsrosa-farbenes Rosenbäumchen. „Das ist ein Focus-Bäumchen“, sagt Pudel. „Meine Lieblingsrose.“ In ihrem Garten hat die 81-Jährige den Überblick. 200 Rosen wachsen hier. Die ersten Stöcke pflanzte sie vor über 50 Jahren. Einige von ihnen hat sie bis heute gehegt und gepflegt.

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Hunderte Besucher schlendern durch Gärten in Ellgau

Beim „Garta Gugga“ hatten Besucher am Sonntag die Gelegenheit, einen Blick in den Rosengarten der 81-Jährigen zu werfen. Doch das war nicht der einzige Hingucker. Insgesamt acht Gärten beteiligten sich an der Aktion, die der Obst- und Gartenbauverein Ellgau zum 110-jährigen Bestehen organisierte. Hunderte Besucher spazierten durch das beschauliche Dorf und besichtigten die verschiedenen Gärten. Dafür ließen sie sogar den ein oder anderen Regenschauer über sich ergehen.

Denn die Freude über duftende Rosenbüsche, liebevolle Dekorationen und kleine Mäuerchen überwog. „Es ist einfach eine tolle Aktion“, sagt Elisabeth Specht. „Man sieht, wie viel Arbeit und Liebe in den Gärten steckt.“ Die Ellgauerin hat selbst einen Garten. „Der ist leider nicht so schön“, sagt sie mit einem Lachen. Sie selbst sei keine Vollblutgärtnerin, aber sie genieße es, die prachtvollen Gärten anzuschauen.

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Davon gibt es in Ellgau einige. Im Vorgarten von Familie Gumpp spendet ein alter Kastanienbaum den Besuchern Schatten. Bei Familie Ender summen nicht nur die Bienen, sondern auch die Besucher – zu den Liedern des Musikvereins Ellgau, der sich unter einem alten Baum im Garten niedergelassen hat.

Vor zehn Jahren gab es schon mal ein "Garta Gugga"

Bayerisches Flair suchen Gäste im mediterranen Garten von Helga Kolb vergeblich. Palmen ragen in den Himmel, neben einer kleinen Mauer steht ein Orangenbäumchen. Eine kleine Treppe führt direkt zum Mühlbach. „Die haben wir extra für die Aktion angelegt“, sagt Helga Kolb. Seit Februar hat sie ihren Garten Stück für Stück auf Vordermann gebracht, damit zum „Garta Gugga“ alles passt. „Man muss dahinter sein“, weiß die Hobbygärtnerin. „Wenn man vier Wochen nichts im Garten macht, schaut es wild aus.“ Doch wenn die Aktion vorbei ist, will auch sie ihren Garten erst einmal genießen.

Der Obst- und Gartenbauverein Ellgau hat das „Garta Gugga“ organisiert. Vor zehn Jahren fand die Aktion schon einmal statt.

Das „Garta Gugga“ gibt es nicht zum ersten Mal in Ellgau. Vor zehn Jahren öffneten schon einmal 14 Familien ihre Gärten für Besucher. „Die Resonanz damals war super“, erinnert sich Josefa Zwerger, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauverein Ellgau. Sie sei mehrmals angesprochen worden, wann es die Aktion wieder gebe. Erste Gespräche gab es dann vor einem Jahr. Zwerger fragte im Dorf herum, wer mitmachen will und bat die Vereine um Unterstützung.

Die meisten wollten sich beteiligen. „Der Zusammenhalt im Dorf ist Spitze“, sagt Monika Wenninger, die zwar ihren Garten nicht zur Schau stellt, dafür aber alles rund ums Haus auf Vordermann gebracht hat. „Alle haben geputzt und gewerkelt, damit beim „Garta Gugga“ alles super aussieht“, sagt sie.

Die Mühe hat sich gelohnt. Allein im ersten Garten zählten Helfer innerhalb weniger Stunden über 700 Besucher. Auch im Rosengarten von Ingeborg Pudel ist ständig etwas los. Die 81-Jährige freut sich über so viel Interesse an ihren Rosen. Denn für sie bedeuten sie alles. „Der Garten ist mein Leben und meine Medizin“, sagt Pudel. Jeden Tag kümmert sie sich um ihre 200 Rosen. Auf einer Bank hinter dem Haus findet die 81-Jährige Ruhe. Die bleibt heute leer, denn im Garten herrscht Trubel. „Vorhin haben zwei Kinder ihre Nasen in die Rosen gesteckt“, sagt Pudel. „Es freut mich, wenn auch junge Menschen neugierig sind und sich für Blumen interessieren.“

Auch Georg und Josefine Stuhler haben ihren Garten in Ellgau geöffnet. Innerhalb weniger Stunden bewunderten 700 Besucher ihre Blumen und Dekorationen.
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