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Welden

01.07.2010

Erfolg: Kinder entdecken Gelbbauchunken

Erfolg: Kinder entdecken Gelbbauchunken

Großer Erfolg beim Amphibienschutz: Die Jugendgruppe Welden des Bund Naturschutzes in Bayern hat in der ehemaligen Lehmgrube bei Welden die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke entdeckt. Dies sei ein tolles Ergebnis des Amphibienprojektes im Naturpark Westliche Wälder, lobte Landespfleger und Amphibienbeauftrager Thomas Wurschy jetzt bei einem Besuch der Gruppe. Von Sonja Carlsson

Welden Großer Erfolg beim Amphibienschutz: Die Jugendgruppe Welden des Bund Naturschutzes in Bayern hat in der ehemaligen Lehmgrube bei Welden die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke entdeckt. Dies sei ein tolles Ergebnis des Amphibienprojektes im Naturpark Westliche Wälder, lobte Landespfleger und Amphibienbeauftrager Thomas Wurschy jetzt bei einem Besuch der Gruppe.

Bereits seit 2007 gibt es in Welden die Jugendgruppe mit Kindern zwischen acht und zwölf Jahren, die an den Lehmgruben im Staatsforst Amphibien beobachten. Nach vierjähriger Beobachtungszeit und 22 Gruppenstunden bei den Tümpeln im ehemaligen Lehmabbaugebiet in Welden hatten die Kinder eine sehr erfreuliche Nachricht: Mehrere Gelbbauchunken hielten sich in einem Tümpel auf. Mit geschultem Blick erkannten einige Kinder sofort die auf der Rückseite lehmig-farben getarnten Unken, die sich bei schwülwarmem Wetter oft auf der Wasseroberfläche zeigen.

Dabei scheint das Biotop für ahnungslose Spaziergänger auf den ersten Blick nicht gerade wohnlich: Verschlammte Tümpel, mit Wasser gefüllte Spurrinnen von Baggern, aufgehäuftes Totholz in abgeholzten Waldstücken, entbuschtes Gelände mit Wasserlachen, Schilfgras und sonstigen Pflanzen sind zu sehen. Doch gerade diese kleinen Laichgewässer sind es, in denen sich die Gelbbauchunke als Pionierart wohlfühlt. Etwa 20 davon gibt es in den Lehmgruben, seit Hans Schmid von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt 2007 die Anlage der Biotope anregte.

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Bereits im ersten Jahr, so erzählt Irmgard DelPino, die gemeinsam mit Dr. Hans Dieminger die Jugendgruppe betreut, wurden erstmals die typischen dumpfen und leisen "uh ... uh ... uh ..."-Rufe der vom Aussterben bedrohten Gelbbauchunke festgestellt, aber die kleinen nur 3,5 bis 5,5 Zentimeter großen Unken mit ihrer unscheinbaren Oberseite und der gelb gesprenkelten Bauchseite wurden noch nicht gesichtet.

2008 und 2009 konnten die Kinder dann nur eine Woche lang die Gelbbauchunken auch sehen. Allerdings beobachteten sie auch viele Fressfeinde der Tiere, Rückenschwimmer, Gelbrandkäfer und Libellenlarven. "Deshalb hat es uns total überrascht, als wir heuer bereits Ende April Jungtiere fanden", so Irmgard DelPino. Die Gelbbauchunken seien heuer in größerer Anzahl und über eine längere Dauer unterwegs.

Michael Dieminger und Benedikt Kratzer waren es, die die Gelbbauchunken damals als Erste fanden, Isabell Rodin machte das Beweisbild. "Jetzt haben wir auch viele Jungtiere beobachtet", freut sich Irmgard DelPino über die Kaulquappen. Ein Erfolg, der wohl auch der nochmaligen Optimierung des Biotops auf Anregung des Amphibienbeauftragten Thomas Wurschy zu danken ist sowie der Kooperation mehrerer im Naturschutz engagierter Stellen. Die teilweise Rodung des Waldes, die Entbuschung, die kleinen Tümpel, die Sonne und Wärme haben der Gelbbauchunke das ideale Zuhause gegeben, in dem auch der Nachwuchs artgerecht aufwachsen kann.

Nun hatte die Kindergruppe neben Thomas Wurschy auch den Revierleiter des Staatsforsts, Gerhard Kratzer sowie den Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, Hubert Droste zu Gast. Und wie gerufen waren auch die Gelbbauchunken mit ihren Kaulquappen da.

Die Gelbbauchunke soll nicht die letzte gefährdete Art sein, die nach Welden kommt. Dass die ebenfalls geschützte und stark gefährdete Kreuzkröte im Weldener Biotop auftauchen wird, sei sehr wahrscheinlich, so Wurschy.

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