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Zusmarshausen-Wollbach

17.09.2016

Erweiterung: Logistik-Riese Chefs Culinar investiert 50 Millionen Euro

Sieht ein bisschen aus wie bei Ikea – nur lagern hier keine Möbel, sondern Lebensmittel. Insgesamt bietet Chefs Culinar etwa 25000 verschiedene Artikel an.
Bild: Marcus Merk

Das Logistik-Unternehmen versorgt von Zusmarshausen aus Großküchen in ganz Süddeutschland. Weil es in den riesigen Hallen zu eng wird, ist nun eine Vergrößerung geplant.

 In diesen unscheinbaren Hallen nördlich der Autobahn liegt das Schlaraffenland: Im Gewerbegebiet Wollbach lagert in zehnstöckigen Regalen alles Ess- und Trinkbare, was man sich nur vorstellen kann: von Mehl und Schokolade über Milch und Gemüse bis zu Antipasti und edlen Steaks. Von hier aus beliefert die Firma Chefs Culinar Großküchen in ganz Süddeutschland. Weil sie immer weiter wächst und es in den riesigen Hallen zu eng wird, plant sie eine Erweiterung – im Umfang von 50 Millionen Euro.

Das Unternehmen will seinen Kunden – zum Beispiel Restaurants, Hotels, Kantinen, Krankenhaus- und Altenheimküchen – quasi ein Rundum-Sorglos-Paket bieten: Hier können sie alles kaufen, vom Joghurtbecher bis zum Zehn-Kilo-Reissack, vom feinen Wein bis zum Müllbeutel. Der Großhändler bietet ungefähr 25000 verschiedene Artikel an, frisch, trocken und tiefgekühlt. Außerdem gibt es einige riesige Fleischerei. Von Zusmarshausen aus bringen die Lastwagen die Waren dann zu Kunden in ganz Bayern und Baden-Württemberg.

Durch Zufall in Zusmarshausen gelandet

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Das Unternehmen wurde 1923 gegründet und belieferte zuerst Krankenhäuser und Altenheime nur mit Margarine und anderen Speisefetten. Es hat seinen Sitz in Kiel und ist mittlerweile nach eigenen Angaben nationaler Branchenführer. Seit 1999 gibt es eine Niederlassung in Zusmarshausen, zunächst unter dem Namen Ringel. Geschäftsführer Peter Wenzel erklärt: „Eigentlich sind wir durch Zufall hier gelandet.“ Man habe damals einfach auf der Karte geschaut, wo ein geeigneter Ort wäre, um Süddeutschland zu versorgen – und so ließ man sich schließlich in Zusmarshausen nieder. Auch durch das große Engagement des damaligen Bürgermeisters Albert Lettinger, betont Wenzel. Vor kurzem habe die Unternehmensleitung dann eine „Ewigkeitsentscheidung für den Standort“ getroffen: Chefs Culinar will in Wollbach bleiben und dort erweitern. 50 Millionen Euro will die Firma hier investieren – das ist ungefähr die gleiche Summe, die für das große BMW-Logistikzentrum in Kleinaitingen im Gespräch ist.

Nach dem Ausbau wird der Standort fast doppelt so groß sein wie bisher, sagt Wenzel. Zusmarshausen werde damit die größte der acht Niederlassungen in Deutschland. Zurzeit arbeiten hier etwa 500 Menschen; mit den angeschlossenen Mitarbeitern, zum Beispiel Fahrern, sind es 700. „Irgendwann werden wir hier 1000 Mitarbeiter haben, davon 700 bis 800 direkt in Zusmarshausen“, verspricht Wenzel. Und merkt an, dass die annähernde Vollbeschäftigung, die es in der Region gibt, es immer schwerer mache, neue Mitarbeiter zu finden.

Das Geschäft läuft gut, der Platz wird eng

Der Ausbau ist nötig, weil das Geschäft gut läuft und der Platz in den Regalen knapp wird. So sollen unter anderem neue Tiefkühllager entstehen. Die Fläche der Fleischerei soll von 3600 auf 4500 Quadratmeter wachsen, erklärt Heinrich Birling, der für den Vertrieb von Fleisch und Wurst zuständig ist. Zum Beispiel hat die Nachfrage nach Geflügel in den vergangenen Jahren stark zugenommen, dessen Verarbeitung braucht mehr Platz.

Wie wichtig die Erweiterung ist, das machten Firmenvertreter jetzt bei einer Betriebsführung deutlich. Mit dabei waren unter anderem Karl Freller, der stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, der Kreisrat und ehemalige Landtagsabgeordnete Max Strehle, Landrat Martin Sailer und Vertreter der Gemeinde. Bürgermeister Bernhard Uhl betonte dabei: „Die Firma Chefs Culinar spielt für Zusmarshausen eine wichtige Rolle. Die Weiterentwicklung hat höchste Priorität.“ Seit Monaten beschäftigt sich der Marktrat mit den nötigen Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, bald soll es Baurecht geben. Das bestehende Gewerbegebiet soll um insgesamt 3,2 Hektar erweitert werden. Der größte Teil davon ist für Chefs Culinar, das Grundstück hat das Unternehmen schon gekauft. Für die restlichen Flächen gibt es auch schon mehr Bewerber als Platz. Kein Wunder: Die Lage ist ideal, zur Autobahnauffahrt sind es nur eineinhalb Kilometer. Die Erweiterung des Gewerbegebiets lässt sich Zusmarshausen einiges kosten, allein für die Erschließung sind es etwa zwei Millionen Euro. Doch das zahlt sich aus. Etwa 1,5 Millionen Euro Gewerbesteuer bekommt Zusmarshausen jährlich allein von Chefs Culinar, hieß es kürzlich im Gemeinderat.

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