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31.07.2018

Freundschaft kennt keine Grenzen

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Seit 20 Jahren kommen Menschen aus Dinkelscherben und Kunbaja in Ungarn zusammen

1000 Kilometer liegen zwischen Kunbaja und Dinkelscherben. Trotz der Distanz gibt es seit 20 Jahren eine besondere Partnerschaft, die jetzt gefeiert wurde. Erinnert wurde beim jüngsten Treffen auch an die Ursprünge.

Kunbaja ist eine Gemeinde mit rund 1500 Einwohnern in der südlichen Tiefebene Ungarns, an der Grenze zu Serbien. Verarmte ausgewanderte Pfälzer und Schwaben fanden dort vor ziemlich genau 200 Jahren in einem entvölkerten Gebiet fruchtbares Land. Sie lebten Seite an Seite mit den ungarischen Nachbarn und pflegten die deutsche Sprache und Kultur. Am Ende des Zweiten Weltkrieges mussten sie als sogenannte unerwünschte Bevölkerungsgruppe über Nacht Haus und Hof verlassen. Viele dieser geborenen Ungarn mit deutscher Sprache hätten in Dinkelscherben eine neue Heimat gefunden, berichtete Dinkelscherbens Bürgermeister Edgar Kalb in seiner Festrede. Deutsch ist dort auch ein Thema geblieben: In der Grundschule in Kunbaja werde bis heute sechs Stunden pro Woche Deutsch unterrichtet.

Landrat Martin Sailer erinnerte in seiner Rede daran, dass es für Kinder und Jugendliche eine besondere Erfahrung sei, „wenn sie schon früh Freunde in anderen Nationen finden und so Bekanntschaften schließen, die ein Leben lang halten“. Sie lernten so schneller den Umgang mit anderen Kulturen und würden so durch ihre frühen Erfahrungen offener, auch andere Länder und Nationalitäten zu erkunden.

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Die Partnerschaft ist eng verbunden mit dem ehemaligen Dinkelscherber Bürgermeister Peter Baumeister und dem inzwischen verstorbenen Hans Lutz, nach dem sogar der Stockschützenplatz in Kunbaja benannt worden ist. Diese Sportart haben Dinkelscherber in dem ungarischen Städtchen eingeführt und die Turniere zwischen den beiden Gemeinden gelten als legendär, man schenkt sich gegenseitig nichts, wenn es um den Sieg geht. Dafür erfahren die Ungarn ansonsten viel Unterstützung. Immer wieder machen sich engagierte Dinkelscherber auf die 1000 Kilometer lange Reise, den Transporter voller Kleidung, Schulhefte, Spielzeug. „Einmal hatten wir sogar einen Kartoffelroder mit an Bord“, erzählen Josef Grohs und Reinhard Pentz, die schon mehrmals die lange Strecke gefahren sind.

Vor dem Festabend wurde in der kleinen St.-Anna-Kirche ein Gottesdienst gefeiert. Auch dieser zweisprachig und beim Vaterunser wurde deutlich, dass der Glaube grenzenlos ist – egal, in welcher Sprache man zu Hause ist. Der Förderkreis Partnerschaften hatte ein liebevoll geplantes Programm für die Tage in Dinkelscherben auf die Beine gestellt. Vorsitzende Viktoria Aumann und ihre Stellvertreterin Monika Karl konnten sich auf fleißige Helfer verlassen und die ungarischen Gäste waren bei allen Programmpunkten bestens betreut, angefangen beim Festabend über ein Stockschützenturnier, einen Ausflug nach Oberschönenfeld, eine Shoppingtour bis hin zum Besuch bei „Dinkel 18“. Dort fanden die ungarischen Spezialitäten aus biologischem Anbau übrigens reißenden Absatz. (AL)

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