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Meitingen

18.06.2017

Gefährliche Baumbewohner im Freibad Meitingen

Auf zwei Bäumen im Meitinger Freibad wurde der Eichenprozessionsspinner entdeckt. Die Gemeinde stellte zur Abgrenzung Bauzäune auf und beauftragte eine Firma zur Bekämpfung.
Bild: Marcus Merk

Auf der Wiese im Meitinger Freibad sind zwei Eichen vom Eichenprozessionsspinner befallen. Nun kam der Schädlingsbekämpfer.

Im Freibad Meitingen musste gestern der Eichenprozessionsspinner bekämpft werden. Wie Bürgermeister Michael Higl bestätigt, hatte sich der gefürchtete Falter an zwei Bäumen niedergelassen.

Der Befall war am Mittwochnachmittag entdeckt worden. Die Mitarbeiter des Bauhofs würden die Bäume im Gemeindegebiet regelmäßig kontrollieren, so Higl. Dabei sei der Eichenprozessionsspinner im Bad aufgefallen. Erst vor einigen Tagen sei außerdem ein Befall im Bereich des Kindergartens festgestellt und bekämpft worden, so der Bürgermeister. Im Freibad wurden die zwei betroffenen Bäume mit Bauzäunen abgesperrt. Gestern rückte die Spezialfirma an und beseitigte den Schädling. Bisher sei ihm keine allergische Reaktion eines Badbesuchers zu Ohren gekommen, ist Higl erleichtert.

Verdacht kam nach dem Aufbau auf

Es ist nicht das erste Mal, dass Meitingen gegen den Eichenprozessionsspinner angehen muss. Das Fest zur Einweihung des umgestalteten Schlossparks in Meitingen im vergangenen Jahr endete mit einer Aufregung. Mitglieder der SGL-Kapelle entdeckten an einem Baum nahe dem Zelt, dass sich an dem Stamm der Eichenprozessionsspinner breitgemacht hatte. Der Verdacht kam auf, weil ein Musiker mit einem juckenden Ausschlag am Bauch zum Festakt gekommen war. Der Mann hatte am Vorabend an der Eiche eine Lichterkette befestigt. Auch damals wurde eine Fachfirma zur Bekämpfung gerufen.

Für den Laien ist das nur etwa zwanzig Zentimeter große Gespinst schwer am Baum zu entdecken. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners waren lange Zeit vor allem in Franken oder entlang der Donau zu Hause. Doch offenbar scheint es der Raupe im Augsburger Land immer besser zu gefallen: Nachdem 2014 als Erstes ein Befall in Wörleschwang bekannt geworden war, meldete das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten 2015 weitere Funde der Raupe, vor allem im westlichen Landkreis, beispielsweise in Altenmünster und Zusmarshausen. Auch im Freibad Dinkelscherben gab es im vergangenen Jahr Probleme. Die Bademeisterin hatte die Raupen an einer Eiche nahe dem Kinderbecken entdeckt. Mit einer speziellen Schutzausrüstung wurde der Schädling entfernt.

Schädlinge sind nicht nur in Meitingen unterwegs

Wolfgang Sailer, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, erklärte schon damals die Problematik: „Die Raupen fressen die Blätter bis auf die Mittelrippe ab und schädigen den Baum dadurch. Das ist aber in aller Regel für den Baum nicht lebensbedrohlich. Gefährlicher sind die silbernen Brennhaare der Raupe.“ Diese Haare brechen leicht ab, haben Widerhaken und enthalten ein giftiges Eiweiß. Am aggressivsten ist das Gift während der Fraßzeit der Raupe, es ruft eine allergische Reaktion hervor. Sailer: „Für Kinder und Asthmatiker können die Haare sogar lebensgefährlich sein. Im schlimmsten Fall führt der Kontakt mit den Brennhaaren zum Herzstillstand.“ Der Eichenprozessionsspinner befällt bevorzugt Eichen, teilweise auch Erlen.

Die unbeliebten Bewohner haben sich zurzeit auch in der Marktgemeinde Pöttmes (Landkreis Aichach-Friedberg) breitgemacht: Rund zwei Dutzend Bäume sind von Eichenprozessionsspinnern befallen, unter anderem drei Bäume im Kinderhort sowie weitere Bäume am Spielplatz im Ortsteil Schorn und am Mandlachsee.

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