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Meitingen

15.04.2015

Gemeinde ist bitter enttäuscht

Besprechung im Schlosspark mit Bürgermeister Michael Higl, Achim Zwick, Walter Herb und Franziska Burlefinger (von rechts). Auf der rechten Bildseite ist das bereits aufgefüllte Gelände zu sehen.
Bild: Margret Sturm

30 neue Krähennester sind im April im Schlosspark entstanden, der zuvor krähenfrei war. Tausende Euro an Ausgaben waren umsonst. Doch die Arbeiten zur Umgestaltung des Parks gehen trotzdem weiter.

Meitingen Die Enttäuschung steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Bürgermeister Michael Higl und Ordnungsamtsleiter Achim Zwick haben gestern den Meitinger Schlosspark inspiziert und dabei 30 neue Krähennester gezählt. Wie berichtet, haben sich die schwarzen Vögel nach dem Sturm Niklas wieder im Schlosspark niedergelassen. „Dabei war ich vor meinem Urlaub am 3. April noch im Park und habe keine einzige Krähe gesehen“, sagt Achim Zwick. Nahezu täglich habe er in den letzten Wochen den Schlosspark aufgesucht um die guten Erfolge der Vergrämungsaktion durch Falkner Leo Mandelsperger und seine Greifvögel zu überprüfen. Ergebnis gegen Ende der erlaubten Vergrämungszeit, die bis 31. März lief: keine Nester, keine Krähen. Zufrieden ging Zwick in seinen einwöchigen Osterurlaub.

Doch das Unheil hatte sich schon angebahnt: Sturm Niklas hatte am 31. März und 1. April die Krähennester von den Strommasten beim Stahlwerk in Herbertshofen heruntergeweht. In ihrer Not haben sich die Vögel wohl an ihren früheren Brutplatz, den Schlosspark, erinnert und dort in Windeseile neue Nester errichtet. Dabei haben die intelligenten Tiere offenbar bemerkt, dass der Falkner und seine Greifvögel dort nicht mehr im Einsatz sind. Bürgermeister Higl, der zu dieser Zeit ebenfalls in Urlaub war, meinte gestern ironisch: „Die haben sicher einen Kalender unterm Gefieder.“

Erstaunlich ist es schon, dass sich die Vögel jetzt zum Brüten in den Schlosspark zurückgewagt haben, obwohl sie dort in den letzten beiden Jahren bis Ende März durch die Greifvögel bedroht wurden. Wissen die schlauen Krähen tatsächlich, dass ihnen ab April dort keine Gefahr mehr droht? Zwick hält das durchaus für möglich. „Die Vögel werden wegen ihrer beachtlichen Intelligenz auch als Schimpansen der Lüfte bezeichnet“, sagt er. „Wenn man allerdings gleich am Dienstag nach Ostern, also am 7. April, noch einmal Greifvögel eingesetzt hätte, dann hätte man die Krähen sicher wieder vertreiben können.“ Doch einen entsprechenden Antrag der Marktgemeinde hat die Regierung von Schwaben abgelehnt, weil die Brutzeit schon zu weit fortgeschritten sei. Zwick meint dazu: „Die Nester waren gerade gebaut, da war sicher noch keine Brut drin.“

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Zwei Jahre Aufwand und rund 40000 Euro sind nun umsonst gewesen. In Meitingen ist man zwar ziemlich frustriert, doch man will die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Regierung von Schwaben im nächsten Jahr wieder eine neue Erlaubnis für eine Vergrämung durch Greifvögel erteilen wird.

Dessen ungeachtet haben am Montag die Geländearbeiten im Schlosspark begonnen. Schließlich sollte der krähenfreie Park bis zum Sommer neu gestaltet werden. „Wir haben die Arbeiten schon seit langem vergeben, das können wir jetzt nicht mehr stoppen“, sagt Zwick. So müssen die Krähen damit leben, dass unter ihnen gearbeitet wird, während sie auf den Baumkronen ihrem Brutgeschäft nachgehen. Schon seit über einem Jahr arbeitet die Marktgemeinde an der Umgestaltung des Schlossparks, änderte die Wegeführung, sicherte die Wurzeln alter Bäume und ließ kranke Baumriesen entfernen. Jetzt lagern riesige Erdhaufen auf der Schlosswiese nebenan. Nach und nach bringen kleine Bagger diese Erde in den Park um dort Bodenwellen auszugleichen. Anschließend soll die Bepflanzung mit Rasen und niedrigen, blühenden Gehölzen rund um die Bänke erfolgen. So soll sich ein schöner Unterwuchs bilden, damit der Park nicht mehr so kahl aussieht. Ob man die neuen Wege und Bänke dann nutzen kann, ist zumindest zweifelhaft. Denn schon jetzt ist alles voller Vogelkot.

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