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Gersthofen

29.01.2021

Gersthofer Kol-La-Premiere findet nur aus dem Homeoffice statt

Die Narren tragen Trauer. Heute wäre die Premiere der Kol-La gewesen. Doch an eine ausverkaufte Gersthofer Stadthalle ist derzeit nicht zu denken.
Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

Plus Die Corona-Pandemie hat auch die beliebten Faschingssitzungen in Gersthofen ausgeknockt. Wie Engel und Teufel der Absage trotzen.

Corona hätte für die Macher der Kol-La auch eine gute Seite gehabt, weil aufgrund der Pandemie alle Besucher hätten maskiert kommen müssen. "Manche Stadträte sehen mit der Maske sogar besser aus als ohne." So sehen es zumindest Engel und Teufel in einem Video, das die beiden langjährigen Darsteller anlässlich der Premiere, die am Freitag, 29. Januar, in der vermutlich wieder einmal ausverkauften Gersthofer Stadthalle über die Bühne gegangen wäre, gedreht haben. Zum ersten Mal seit 20 Jahren hätten sie ihren Text bereits zur Generalprobe auswendig gekonnt.

Ausgeknockt vom Corona-Virus wurden die Kol-La-Faschingssitzungen. Heute wäre in der Gersthofer Stadthalle die Premiere gewesen.
Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

Das behaupten sie zumindest. Der Teufel stellt in diesem kleinen Filmchen zudem fest, dass Zweiter Bürgermeister Reinhold Dempf durch die Corona-Kontaktbeschränkungen eigentlich berufsunfähig sei: "Weil er schon seit einem Jahr keine Hände mehr schütteln darf."

Engel und Teufel im Homeoffice

Hätte, hätte, Fahrradkette - das Virus hat schon lange vor der Premiere der 51. Saison dafür gesorgt, dass sich der Vorhang für die Kol-La in diesem Jahr nicht öffnet. Bereits im September hat man die sieben Veranstaltungen, zu denen man insgesamt 4200 Besucher hätte begrüßen können, abgesagt. "Aufgrund der Abstandsregelungen wäre ja überhaupt keine Vorbereitung möglich gewesen", blickt Kol-La-Vorsitzender Philipp Rogg wehmütig zurück. "Dabei wären Ideen und Themen ja in Hülle und Fülle vorhanden gewesen." Einige davon haben die Kol-La-Kultfiguren Engel & Teufel aufgegriffen und in einem Video verarbeitet, das Sie, liebe Leserinnen und Leser, hier ansehen können.

Kol-La-Fasching aus dem Homeoffice: Marionettenspiel mit Reinhold Dempf und Oliver Reiser
Video: Cornelia Dempf

Nachdem sie traditionell auf einer Wolke über Gersthofen sitzen, aber auch Ausflüge in Teufels Küche, ins Internet-Café, auf die Eislauffläche am Rathausplatz oder in den Stadtpark machen, melden sich die beiden diesmal zeitgemäß aus dem Homeoffice.

Dass es nach der gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Pandemie abgeschlossenen 50. Jubiläumssaison im Jahr 2022 möglich sein wird, wieder eine Kol-La in der gewohnten Form durchzuführen, kann sich Philipp Rogg aktuell nicht vorstellen: "Ich hoffe aber, dass ich eines Besseren belehrt werde. Wissen tut das derzeit niemand." Der Kol-La-Vorsitzende ist sich sicher, dass sich die Narren nicht unterkriegen lassen und hofft, dass alle Aktiven und vor allem auch das über Jahre hinweg so zahlreich strömende Publikum der Kol-La treu bleiben. Egal, wann es wieder heißt: Vorhang auf!

Gersthofer Lechana macht bei Aktion "Lauf weiter!" der Karnevalsvereine mit

Den Spaß wollen sich auch die Aktiven der Faschingsgesellschaft Lechana nicht verderben lassen. Sie nehmen an der bundesweiten Aktion "Lauf weiter!" der Karnevalsvereine teil. Wenn man schon nicht bei Faschingsumzügen durch die Straßen laufen oder von Kneipe zu Kneipe tingeln kann, will man sich wenigstens sportlich betätigen und an den tollen Tagen vom 13. bis 15. Februar bunt kostümiert fünf, zehn oder 15 Kilometer laufend absolvieren. Für jeden, der sich online anmeldet, gibt es einen Faschingsorden, die schrägsten und witzigsten Kostüme werden prämiert.

"Nichts tun ist auch irgendwie blöd", meint Lechana-Vorsitzender Jürgen Centmayer. In einer Online-Vorstandssitzung wurde beschlossen, den Lauf-weiter-Lauf für einen guten Zweck durchzuführen. "Eigentlich ganz einfach. Wir bleiben fit, tun was Gutes", so Centmayer.

Die Akteure der 50. Gersthofer Kol-La liefern ironische Erklärungen für so Manches, was die Bewohner der Stadt bewegt. Und die Lokalpolitiker kriegen im Vorfeld der Wahl ihr Fett weg.
74 Bilder
Die Kol-La Faschingssitzung 2020 haut wieder mal voll rein
Foto: Marcus Merk

Derzeit sucht man noch nach Sponsoren, die für jeden von den Lechana-Aktiven gelaufenen Kilometer einen bestimmten Betrag spendieren. Diesen Betrag will man an Menschen weitergeben, die Hilfe benötigen. "Traurig macht es immer, wenn Kinder in Not geraten, und deshalb wollen wir den Betrag hierfür verwenden", so Centmayer. "Um sicherzugehen, dass die Spende sinnvoll verwendet wird, haben wir beschlossen, die Summe an die erfahrenen Profis der Nikolausaktion der Gersthofer Kolpingsfamilie weiterzuleiten, die seit Jahren unter dem Motto 'Von Kindern für Kinder' tätig ist. Bedingt durch die Pandemie fehlen dieser bewundernswerten Aktion heuer einige Spendenbeträge und jeder Euro ist wichtig für die Hilfsprojekte."

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