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Landkries/Horgauergreut

26.09.2010

Gleich vier heimische Meister auf einen Streich

Es waren nicht nur Mitglieder des "Pötzl-Fanclubs", die am Sonntagnachmittag zusammen mit dem Kreisheimatpfleger im westlichen Landkreis von Kirche zu Kirche pilgerten. Von Angela David

Landkries/Horgauergreut. Es waren nicht nur Mitglieder des "Pötzl-Fanclubs", die am Sonntagnachmittag zusammen mit dem Kreisheimatpfleger im westlichen Landkreis von Kirche zu Kirche pilgerten. Aber wohl sehr viele heimatgeschichtlich Interessierte, die nicht zum ersten Mal Besucher seiner Kirchenführungen sind. "Wir nehmen schon seit über zehn Jahren an solchen Veranstaltungen teil, speziell mit Professor Pötzl, der so interessant erzählen kann", sagt Anna Schorer aus Gersthofen, die zusammen mit ihrem Mann Erwin ins kleine Horgauergreut gekommen ist, um sich im Rahmen der Kultur- und Heimattage die Besonderheiten der ehemaligen Wallfahrtskirche St. Maria Magdalena erläutern zu lassen. "Denn normalerweise sind diese Kirchen ja abgesperrt", da sei es eine seltene Gelegenheit, diese Kleinode des Landkreises von innen zu besichtigen.

Meist volles Haus

Rund 50 Bürger nutzen dieses Angebot, die Bänke der Kapelle waren fast voll besetzt, als Prof. Walter Pötzl seinen Vortrag beginnt. Auch am Auftaktwochenende in Biberbach und Markt vermeldete der Kreisheimatpfleger "volles Haus". "Die Menschen interessieren sich schon sehr stark für ihre Heimat", sagt Pötzl. Und das sei nicht nur beschränkt auf die Generation 60 plus, auch Jüngere seien dabei gewesen, teilweise mit Kindern.

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St. Maria Magdalena sei zudem eine Besonderheit unter den Kirchen des Landkreises, erklärt Pötzl. Nicht nur aufgrund der idyllischen und untypisch abgelegenen Lage - nicht mitten im Ort, sondern oben auf der Anhöhe. Das liegt an der früher benachbarten Burg, die 1461 zerstört wurde. Nein, als einzige Kirche im Landkreis sind hier gleich die Werke von vier "heimischen Meistern", so das Thema der aktuellen Heimattage, vereint: Der Bau von Georg Rainer aus Zusmarshausen von 1714, die Fresken von Johann Georg Kuen aus Diedorf, die Gemälde von Andreas Merkle aus Hammel sowie die Apostelfiguren von Joachim Günther, Bruder des berühmten Freskenmalers Matthäus Günther.

Die Kapelle von "Greut", wie die Einheimischen sagen, war 1714 zwar eine kleine Filialkirche und stand im Schatten des großen Horgaus, war aber politisch durch die Herrschaft des Fürstbischofs durchaus betucht. Man konnte sich die Kunstschätze also durchaus leisten, von denen viele heute noch bestaunt werden können.

Warnung vor Straßenräubern

Dass eine Karte aus jener Zeit an der Straße nach Horgauergreut vor "Straßenräubern" warnte, ist eine von Pötzls unterhaltsamen Anekdoten, mit denen er seine Vorträge würzt. Zudem konnten die Zuhörer gestern die von der letzten Herbstsonne durchflutete Kirche zur Musik des Trio Ecclesia genießen, während sich draußen die Gräser im Wind wiegten, die man dank der Hanglage durch die hohen Chorfenster sehen kann.

Am Ende ist so mancher so begeistert, dass er spontan zur nächsten Station mitfährt, wie etwa Peter Vötterl, der zusammen mit Lioba Konrad vom ortsgeschichtlichen Arbeitskreis Ottmarshausen-Hammel gekommen war, um sich speziell das Altargemälde von Andreas Merkle aus Hammel anzusehen, der in jüngster Zeit wieder ins Zentrum des Interesses rückt. So hält am Dienstag, 28. September, der Kunsthistoriker Dr. Werner Scharrer um 19.30 Uhr in Ottmarshausen einen Vortrag über Andreas Merkle.

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