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Gessertshausen

16.05.2018

Haushalt schafft’s im zweiten Anlauf

Aus den Brunnen Deubach, Margertshausen und Döpshofen soll künftig eine direkte Einspeisung in den neuen zentralen Hochbehälter in Margertshausen erfolgen.
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Auf Gessertshausen kommen hohe Kreditaufnahmen zu. So kann es nicht weitergehen, mahnt die Kämmerin.

Bereits eine Woche, nachdem die Haushaltsberatungen verschoben worden waren, wurde der Haushalt nun im zweiten Anlauf mit 11:5 Stimmen beschlossen. Dies war hinsichtlich großer anstehender Rechnungen für das Haus der Kinder/Bürgerhaus sowie den Hochbehälter auch dringend notwendig, da diese ohne Kredite nicht mehr bezahlt werden können. Ohne beschlossenen Haushalt aber auch keine Kredite, hatte Bürgermeister Jürgen Mögele bereits in der vergangenen Woche verdeutlicht.

Es wird mit einem Mittelabfluss von 2,4 Millionen Euro gerechnet

Aufgrund der erhöhten Ausgaben im Verwaltungs- als auch im Vermögenshaushalt, die vor allem bedingt durch diese Bautätigkeiten sind, ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 4682600 Euro unvermeidbar, heißt es im Vorbericht zum Haushalt von Kämmerin Sabrina Hitzler. Die Verwaltung erwartet, dass zwischen Juli und August die meisten Rechnungen dazu eingehen werden. Die Kämmerin erklärte weiter, dass in diesem Jahr mit einem Mittelabfluss von 2,4 Millionen Euro für die Fertigstellung des Hauses für Kinder/Bürgerhaus gerechnet wird, weitere Ausgaben kommen mit 710000 Euro für die Außenanlagen sowie 130000 Euro für die Erstausstattung mit Möbeln hinzu.

Mit ebenfalls 2,4 Millionen Euro schlägt die Fertigstellung des Hochbehälters inklusive der Infrastruktur zu Buche. Gemeinderat Thomas Mayr (FW) betonte, dass nach dieser riesen Kreditaufnahme weiter die Kosten für die in Deubach notwendig gewordenen Aufbereitungsanlage auf Gessertshausen zukommen. 2020 entstehen zudem zusätzliche Kosten für die Staudenbahn. „Wo hat die Gemeinde Mittel, wo kann sie den Hebel ansetzen, um an Geld zu kommen“, fragte er und forderte in diesem Zusammenhang zu überlegen, was mit den Zechstuben passieren soll, für deren Unterhalt ebenfalls 80000 Euro im Haushalt eingestellt sind. „Nie wieder einen Kauf wie die Zechstuben“, erklärte Bürgermeister Jürgen Mögele dazu heftiger, als man es gemeinhin von ihm gewohnt ist.

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Einen günstigeren Vorschlag mit 1,8 Millionen Euro abgelehnt

Christian Fendt (CSU) machte darauf aufmerksam, dass ein günstigerer Vorschlag mit 1,8 Millionen Euro für das Bürgerhaus vom Gemeinderat abgelehnt worden sei. Das würde jetzt eine ganz andere Situation für den Kassenstand der Gemeinde bedeuten. Auch Karl Bauer (SPD) stellte die Frage, wo Geld für die Zukunft zu generieren sei. Immerhin berühre der zu beschließende Haushalt auch die nächsten Generationen.

Hier nannte Geschäftsstellenleiter Wolfgang Dietz mögliche Verbesserungsbeiträge, für deren Grundlage Grundstücks- und Geschossbegehungen im Gemeindegebiet durchgeführt wurden. Dies oder die Möglichkeit von Gebührenerhöhungen seien Stellschrauben, an denen der Gemeinderat noch drehen könne. Bürgermeister Mögele sah die finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinde vor allem verursacht durch fehlende Gewerbeansiedlungen. Es gelte, Firmen in den Ort zu holen, die mehr als nur fünf Angestellte haben. „Das ist unsere Aufgabe für die Zukunft daran zu arbeiten“, machte er deutlich.

Dabei soll diese über mehr Sitzungen des Gemeinderats laufen und nicht alles auf die Verwaltung geschoben werden. Zudem gelte es hier, etwas mehr Geld für den Grundstückskauf für Gewerbeansiedlung in die Hand zu nehmen. „Wir sehen, dass uns mehr und mehr die Luft abgedreht wird“, erklärte Mögele, das sei aber ein Problem aus den vergangenen 20 Jahren heraus. „Es können nicht nur unsere Nachbargemeinden alles im Hinblick auf die Nähe zum Uniklinikum abgreifen. Wir müssen reagieren und anpacken“, wurde er deutlich.

Einsparungen vornehmen oder Mehreinnahmen erzielen

Mit Beschluss des Haushalts sollen deshalb umgehend Gespräche zur Kreditaufnahme geführt werden. Kämmerin Sabrina Hitzler mahnte in ihrem Schlusswort eindringlich, dass insbesondere im Verwaltungshaushalt in den nächsten Jahren Einsparungen vorgenommen oder Mehreinnahmen erzielt werden sollten. Die laufenden Kosten für den Unterhalt und die steigenden Umlagen an Zweckverbände und an die Verwaltungsgemeinschaft können auf Dauer nicht mehr im Verwaltungshaushalt an Einnahmen erwirtschaftet werden. Für den Finanzplan konnte in der Gemeinderatssitzung mit einer 8:8 Abstimmung noch keine Einigung erzielt werden.

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