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Prozess

11.07.2012

Heute entscheidet das Gericht, ob Vanessas Mörder frei kommt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat geurteilt dass die Vollstreckung einer Sicherungsverwahrung von mehr als zehn Jahren unter bestimmten Voraussetzungen gegen die europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Foto: Uwe Anspach/ Symbol
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Michael W., der Mörder von Vanessa, soll sofort freigelassen worden - das fordert sein Verteidiger. Das Gericht entscheidet heute darüber.
Bild: dpa, Symbolbild

Michael W., Vanessas Mörder, soll sofort freigelassen worden - das fordert sein Verteidiger. Das Gericht entscheidet heute darüber. W. trägt nun eine elektronische Fußfessel

Am heutigen Prozesstag wird das Landgericht Augsburg entscheiden, ob der Mörder von Vanessa, Michael W., sofort freigelassen wird. Dessen Verteidiger Adam Ahmed hatte im Verfahren um die nachträgliche Sicherungsverwahrung die sofortige Freilassung von Michael W. gefordert. Für den Unterbringungsbefehl gebe es keinen Grund mehr. Es sei kaum wahrscheinlich, dass eine Sicherungsverwahrung gegen seinen Mandanten verhängt werde, ist sich Ahmed sicher.

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Michael W. trägt eine elektronische Fußfessel

Außerdem ist bekannt geworden, dass Michael W. seit Dienstag eine elektronische Fußfessel trage. Das Oberlandesgericht München habe dies angeordnet, so W.'s Verteidiger Adam Ahmed. Nach Auskunft des Rechtanwalts hat es solch eine Anordnung in einem laufenden Verfahren in Deutschland noch nie gegeben.

Laut Staatsanwalt Hans-Peter Dischinger sei die Fußfessel allerdings nicht als Indiz zu werten - weder im positiven noch im negativen Sinn. Die elektronische Fußfessel sei vielmehr "reine Vorsichtsmaßnahme". Auch bei zu entlassenden Straftätern, bei denen eine solche Maßnahme angeordnet wird, werde die Fußfessel bereits im Gefängnis angelegt.

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Verteidiger fordert die sofortige Freilassung von Michael W.

In dem Verfahren spielen drei psychologische Gutachten von Helmut Kury, Pantelis Adorf und Ralph-Michael Schulte eine wichtige Rolle. Keiner der Gutachter sehe nach Adam Ahmeds Ansicht eine hochgradige Rückfallgefahr. Damit begründet er seinen Antrag auf sofortige Freilassung. Weil es Zweifel an der Qualität des Würzburger Psychiaters Pantelis Adorf gab, sollte dessen nachgebessertes Gutachten am Mittwoch vorgetragen werden. Doch die Flut zahlreicher Anträge von Verteidiger Adam Ahmed sorgt für eine zeitliche Verzögerung.

Vanessa wurde in ihrem Kinderzimmer erstochen

Der Täter erstach im Jahr 2002 die zwölfjährige Vanessa in ihrem Kinderzimmer in Gersthofen bei Augsburg. Seit Februar prüft die Jugendkammer des Landgerichts, ob er noch hochgradig gefährlich ist und in Sicherungsverwahrung muss - oder freikommt. Seine zehnjährige Haftstrafe hat der Mann seit Februar diesen Jahres verbüßt. Bis zur Entscheidung über die nachträgliche Sicherungsverwahrung ist für ihn eine sogenannte einstwillige Unterbringung angeordnet worden. Sprich: Michael W. sitzt derzeit hinter Gittern. Geht es nach seinem Verteidiger, allerdings nur noch für wenige Stunden. nina, hogs

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