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Kutzenhausen

05.07.2018

In Kutzenhausen werden aus Kindern Künstler

Bei Fluxus Kompass suchen sich Kinder Alltagsmaterialien, um sie im Gestaltungsspiel zu verwenden.

Kinder gestalten beim Fluxus-Kompass-Konzept mit Materialen aus dem Alltag kreative Werke. Dass dies funktioniert, hat schon Joseph Beuys gewusst. 

Können sich bereits Grundschüler künstlerischen Gestaltungsformen annähern und damit vielschichtige kreative Interpretationen schaffen? „Ja, sie können“, heißt die klare Antwort von Maria-Theresia Kugelmann-Schmid von der Schule der Fantasie, die es jetzt in der ehemaligen VR-Bank gibt. Ihr Bildarium-Konzept „Fluxus Kompass“ lässt bei den Teilnehmern Ideen- und Erfinderreichtum frei fließen. Dies wiederum führt über die Vorstellungskraft der Kinder zu kleinen Kunstwerken.

Aktuell hat Kugelmann-Schmid mit ihrem „Fluxus Kompass“ bereits drei Schulklassen aus Kutzenhausen mit insgesamt 75 Kindern zu Künstler und Erfinder inspiriert. In der letzten Schulwoche vor Ferienbeginn kommt noch die vierte Klasse der Grundschule Gessertshausen in den Genuss dieser Kunstbewegung. Andere Schulen haben sich schon für den Herbst angemeldet.

Diese Gaben sind laut Beuys in jedem Menschen vorhanden

„Das Wort Fluxus steht als erweiterter Kunstbegriff für Offenheit, Kreativität, Spiritualität und Fantasie“, erläutert Kugelmann-Schmid. Dabei zitiert sie den bekannten Aktionskünstler und Bildhauer Joseph Beuys. Er behauptet, diese Gaben seien in jedem Menschen vorhanden. Natürlich sei nicht jeder Mensch ein Maler oder Architekt, so Kugelmann-Schmid. Vielmehr gelte es, diesem Potenzial nachzuspüren, es zu entdecken und zu fördern. Soll heißen: Das Projekt will die jungen Teilnehmer über die Brücke der experimentellen Kunst zur eigenen Kommunikationsform führen und leiten. Damit werde den Grenzen zwischen Kunst und Alltag nachgespürt und diese bestenfalls aufgelöst.

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Um dieses Ziel zu erreichen, stehen den Kindern Alltagsmaterialien zur Verfügung. Farbstifte, Pinsel, Holzkugeln und Perlen gehören ebenso dazu wie Ringe, Keile, Styropor, Knetmasse, Filz, alte Puppen, Draht, Bänder und Wäscheklammern. Es sind oft abgelegte, wertlose Dinge. Doch gerade sie sind es, die bei Kindern das Gestaltungsspiel mobilisieren.

Die Idee entsteht im“Kopfkino“

Wenn sich die kleinen Teilnehmer darauf einlassen, werden Lebensvorstellungen und Wertebilder sichtbar. „Die schöpferische Idee bricht dann aus dem sogenannten Kopfkino heraus und mündet in eine Art ,Kommunikationsmodell’“, berichtet Kugelmann-Schmid. So können Collagen, Bilder, Stempelwerke oder Skulpturen entstehen. Das stärke ungeheuerlich das Selbstbewusstsein.

Den Teilnehmern gefällt das Konzept. Alle Erstklässler sind mit Eifer bei der Sache. Einer will einen „Zaubertrick“ als Werk umsetzen, nach eigenen Worten „eine schwebende Plastikgabel“. Ein anderer macht sich daran, einen Kampfpanzer gegen böse Menschen zu kreieren. Ein Dritter liebäugelt mit einem Schiff. Den Rumpf in Miniformat hat er bereits geformt. Ein Schüler konzipiert eine Kugelrutsche und klebt dafür einen Holzstab auf einen Becher.

Ein Mädchen baut munter drauf los, weiß aber nach eigenem Bekunden noch nicht, was dabei rauskommt. Zwei Eier hat sie jedoch bereits mit Holzspieße versehen. Lehrerin Sylvia Braxmeier, sieht das Projekt als Herausforderung für ihre Schüler. „Das Konzept deckt auf, wie selbstständig sie ohne Vorgaben arbeiten können“, sagt sie. Auf das Ergebnis sei sie sehr neugierig. „Jetzt nehme ich nämlich nur eine Beobachterrolle ein.“ Bei dem Konzept sei das Resultat gänzlich offen, entgegnet Kugelmann-Schmid. „Bei uns steht nicht Leistung im Vordergrund, sondern Wertschöpferisches und freies Arbeiten.“

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