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Interview

12.07.2019

Interview: „Sexualität war in der Kirche tabu“

Herz Jesu, katholische Kirche, Augsburg-Pfersee
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In der katholischen Kirche ist lange nicht über das Thema Sexualität gesprochen worden, meint Dr. Konrad Blüml. Er will das ändern.
Bild: Annette Zoepf (Symbol)

Das Bistum Augsburg veranstaltet in Violau ein „Erotikwochenende“. Es geht um lustvolle Liebe und christliche Spiritualität. Wie passt das zusammen?

Zur Liebe eines Paares gehören Lust und Leidenschaft. Das Bistum Augsburg greift das Thema jetzt auf: Es bietet ein „Erotikwochenende“ an. Das klingt ungewöhnlich. Der Ehe- und Familienseelsorger Konrad H. Blüml erklärt, was es damit auf sich hat. Der Pastoralreferent setzt sich für einen offenen Umgang mit den Themen Sexualität und Erotik in der katholischen Kirche ein.

Geht es um die katholische Kirche, denkt wohl kaum einer an das Thema Erotik. Wie passt das zusammen?

Konrad H. Blüml: Das ist leider so. Über die Themen Sexualität und Erotik wurde innerhalb der katholischen Kirche lange geschwiegen. Dabei sind sie ein wichtiger Bestandteil der Ehe und Paarbeziehung.

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Hat es die Kirche verpasst, diese Themen offen anzugehen?

Blüml: Lange Zeit war das so. Sexualität war in der Kirche tabu. Es gab Sprech- und Denkverbote. Als ich vor 14 Jahren damit begonnen habe, derartige Seminare anzubieten, musste ich mich noch rechtfertigen. Das hat sich aber geändert. Frischen Wind bringt auch Papst Franziskus. In seinem Schreiben „Die Freuden der Liebe“ nimmt er Bezug auf die erotische Beziehung. Sie ist ein wichtiger Teil der christlichen Spiritualität.

Konrad H. Blüml

Unter anderem darum geht es am Wochenende. Wie kann man sich das konkret vorstellen?

Blüml: Wir starten am Freitagabend mit einer Kennenlernrunde. Paare können auch ihre Kinder mitbringen. Sie werden von Erzieherinnen betreut. Am nächsten Tag gibt es verschiedene erlebnispädagogische Methoden. Paare können zum Beispiel eine Feuerstelle oder ein Nest im Wald bauen. Es geht darum, anregende Orte zu schaffen, um offen über Gefühle sprechen zu können. Ziel ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über seine sexuellen und erotischen Wünsche auszutauschen. Das machen die Paare untereinander oder in Einzelgesprächen mit mir oder meinen Kolleginnen. Daneben bleibt auch Zeit zur Erholung, zu spazieren oder einen Gottesdienst zu feiern.

Wer nimmt an diesem Wochenende Teil?

Blüml: Das ist ganz unterschiedlich. Meist sind es Paare zwischen 35 und 65 Jahren. Viele von ihnen haben Kinder, die langsam erwachsen sind. An diesem Punkt der Beziehung ist es oft besonders wichtig, sich Gedanken über die Bedürfnisse seines Partners zu machen. Die meisten der Teilnehmer sind zwar verheiratete Christen, das Angebot richtet sich aber an alle Liebespaare. Es ist ein offenes Angebot, für das es übrigens noch freie Plätze gibt.

Wer an dem Erotikwochenende in Violau teilnehmen möchte, kann sich noch unter Telefon 0821/3198922122 anmelden. Die Kosten für das Wochenende im Bruder-Klaus-Heim in Violau liegen bei 70 Euro für Erwachsene und 20 Euro für Kinder.

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13.07.2019

Ich glaube nicht das da die Kirche der richtige Ansprechpartner ist. Unsere Kirche sollte sich um Glaubesfragen sich kümmer ,und nicht um das Sexualleben seiner Gläubigen. Die Kirche kann was für ihr Bodenpersonal tun und den Zölibat aufheben. Ich frage mich schon wer auf solch einen Schmarren kommt. ,und in Violau so einen Kurs anbietet. Unsere Kirche sollte lieber Kurse anbieten ,wie man Missbrauch in der Kirche vermeiden kann. Ich frage mich schon manchmal was Jesus verbrochen hat,das er sich mit solchen Menschen abgeben muss. die solche Kurse abhalten Violau ist ein Wahlfahrsort und sollte nicht für Erotikwochende missbraucht ..werden. Da stehls sich auch gleich die Frage wir da auch in diesem Eroikwochenende in Violau praktischer Unterricht erteilt. Ich meine ,wer dieses Erotikwochende besucht in Violau,der ist wirklich verklemmt.

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