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Meitingen

01.12.2016

„Kalte Nahwärme“ für die neuen Häuser

Gegenüber von SGL Carbon an der Werner-von-Siemens-Straße baut die Wohnungsbau GmbH Meitingen gerade das Gebäude, in dem die Übergabestation für die „Kalte Nahwärme“ errichtet werden soll. Von dort aus soll dann das Neubaugebiet „östlich der Donauwörther Straße“ mit der Abwärme von SGL versorgt werden. 
Bild: Foto: Margret Sturm

Ein Pilotprojekt ist für das Baugebiet an der Donauwörther Straße in Meitingen geplant. Hier soll Abwärme von SGL Carbon genutzt werden.

Unter dem geheimnisvollen Titel „Kalte Nahwärme“ läuft ein neues Projekt, für das im Haushalt des Wasserwerks Meitingen Investitionen veranschlagt sind. Es handelt sich laut Bürgermeister Michael Higl um ein Pilotprojekt, das der Markt Meitingen seit einem halben Jahr zusammen mit dem Augsburger Umweltinstitut bifa und der Firma ratioplan entwickelt. Das Ziel: Die Wärme aus dem Kühlkreislauf der Meitinger Firma SGL Carbon für das neue Baugebiet östlich der Donauwörther Straße nutzen. In dem Gebiet sollen 18 Einfamilienhäuser und sieben bis acht Mehrfamilienhäuser entstehen. Sie alle könnten von der Abwärme, die bei SGL entsteht, profitieren. Abwärmenutzung ist nach Angaben des bifa Umweltinstituts die effizienteste Möglichkeit der Wärmeversorgung und ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende. Zudem ermögliche sie auch eine preisgünstige Wärmeversorgung.

In Meitingen liegt dabei ein Spezialfall vor, weil hier Abwärme mit niedriger Temperatur genutzt werden soll. Die aus industrieller Produktion stammende Abwärme hat eine Temperatur von lediglich etwa 35 bis 40 Grad. Wenn die Vorlauftemperaturen in den Häusern unter 30 Grad liegen, können damit aber Fußboden- oder Wandheizungen direkt versorgt werden. Man kann die Temperatur aber auch mittels zentraler oder dezentraler Wärmepumpen weiter erhöhen. Bürgermeister Higl betont, dass es erst wenige Beispiele für ein solches neuartiges Niedertemperaturnetz gebe. Die Firma ratioplan betreibe in Dollenstein im Altmühltal etwas ähnliches, aber dort seien eigene Kraftwerke dafür errichtet worden, während in Meitingen die Wärme aus dem Kühlkreislauf von SGL genutzt werden soll. Wirtschaftlich betrachtet sei das Ganze gar nicht so einfach, betont Higl, weil neue moderne Häuser ohnehin wenig Energie verbrauchten.

Das Projekt sei auch noch nicht zu hundert Prozent abgesegnet, doch im jüngsten Planungs- und Werksausschuss sei man sich einig gewesen, die Sache weiter zu verfolgen. Dafür sollen im Jahr 2017 rund 475000 Euro bereitgestellt werden und in den Folgejahren bis 2020 weitere insgesamt 475000 Euro. Staatliche Zuschüsse gibt es dabei sowohl für die privaten Bauherren als auch für die Wohnungsbau GmbH Meitingen, die in dem Baugebiet Mehrfamilienhäuser errichtet. Es handle sich hier jedoch nicht um ein Projekt mit dem man große Gewinne machen könne, so Higl, sondern eher um ein ökologisches Vorhaben.

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Veranschlagt ist das Geld im Haushalt des Wasserwerks Meitingen, das für den Netzbau zuständig sein soll und das dafür ebenfalls mit staatlichen Zuschüssen rechnen darf. Der Betrieb der Nahwärmeversorgung soll dann allerdings an einen externen Betreiber vergeben werden. Higl: „Das ist auch eine Frage unserer Kapazität und des Knowhows“.

Für private Bauherren sei der Anschluss an die Nahwärmeversorrung günstiger als der Einbau einer eigenen Heizung, betont der Bürgermeister. Ein Anschlusszwang soll allerdings nicht bestehen.

Übrigens: Sollte die Abwärme von SGL Carbon aus irgendwelchen Gründen einmal langfristig ausfallen, könnte als Ersatzwärmequelle zum Beispiel ein Gaskessel in einem der großen Gebäude installiert werden.

Darüber wird laut Higl derzeit noch diskutiert. Bei einem kurzfristigen Ausfall stünden dagegen bei SGL eine ganze Menge anderer Wärmequellen zur Verfügung.

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