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Gablingen

29.03.2020

Karina Ruf macht Jürgen Schantin in Gablingen zum "Frührentner"

„Glückwunsch, Frau Bürgermeisterin“: Mit Ehemann Helmut stieß Karina Ruf auf ihren hauchdünnen Wahlsieg in Gablingen an.
Bild: Marcus Merk

Plus In einem Wahlkrimi scheint zuerst Jürgen Schantin die Nase vorn zu haben. Doch dann wendet sich das Blatt. Die Siegerin hat eine Erklärung dafür.

Den Stichwahlabend in Gablingen könnte man als sehr kurzen Krimi bezeichnen. Der erste Briefwahlvorstand gab sein Ergebnis um 18.47 Uhr bekannt. Jürgen Schantin lag zu diesem Zeitpunkt noch ein paar Zehntel vor Karina Ruf. Um 18.49 Uhr kamen die nächsten Ergebnisse und um 18.50 Uhr war auch das dritte Team mit dem Auszählen fertig. Das Blatt hatte sich gewendet: Karina Ruf ist mit 50,6 Prozent der Stimmen die neue Bürgermeisterin von Gablingen. Von 2756 Stimmen gingen 1384 an die CSU-Kandidatin. Ihr Herausforderer bekam nur 35 Stimmen weniger. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,9 Prozent.

„Jetzt bin ich erst einmal überglücklich“, betont Ruf im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Hintergrund hört man ihre Familie, mit der sie den Sonntag verbracht hat. Auch andere Telefone klingeln, die ersten Glückwünsche trudeln ein. Ruf sagt: „Ich bin unglaublich erleichtert, dass sich dieses Jahr der intensiven Arbeit ausgezahlt hat.“


Karina Ruf macht Jürgen Schantin in Gablingen zum "Frührentner"

Die entscheidenden sechs Zehntel, also das Zünglein an der Waage, führt Karina Ruf darauf zurück, dass sie ihre Position zur Frage, wer das Gablinger Ortszentrum wie gestalten darf, noch einmal überdacht hat. „Die Zusammensetzung des neuen Gemeinderates hat mir gezeigt, dass es kaum noch eine Mehrheit für den bisherigen Fahrplan des Gremiums gibt. Wir müssen umdenken, das Thema neu angehen“, erklärt sie. Diese Überlegungen habe sie im Vorlauf zur Stichwahl auch noch einmal im Gemeindeanzeiger veröffentlicht. Natürlich will sie sich nach dem Willen der Gablinger richten. Die haben am 26. April die Wahl zwischen einem Bürgerentscheid und Ratsbegehren zum Ortszentrum.

Gablingen: Die Kontrahenten spielen Karten

In der Stunde vor Bekanntgabe des Ergebnisses, hat sich Karina Ruf beim Rommé mir ihren Kindern abgelenkt. Auch ihr Konkurrent Jürgen Schantin hat im Vorlauf zur Entscheidung Karten gespielt und einen ruhigen Tag mit seiner Familie verbracht. „In der aktuellen Situation geht das ja nicht anders“, betont er. Zum Ergebnis der Stichwahl sagt Schantin als erstes: „Die Wähler haben entschieden und ich gratuliere Karina Ruf zum Wahlsieg“. Das knappe Wahlergebnis bedeutet in seinen Augen vor allem eines: „Die Gablinger wollen keine Veränderung, sondern ein weiter so.“ Er hätte sich gefreut, Gablingen mit seiner beruflichen Erfahrung weiter zu bringen. „Aber es hat nicht sein sollen“, so der Kommunalpolitiker. Nur eine Sache ärgert ihn: Er habe von Absprachen im Vorfeld der Stichwahl erfahren. Es sei schon diskutiert worden, wer zweiter Bürgermeister wird, ohne dass feststand, wer der erste wird. „Auch die Kommunalpolitik ist nicht ganz sauber.“

Für Jürgen Schantin geht das Leben auch ohne Bürgermeisteramt weiter. Er werde jetzt zum „politischen Frührentner“, sagt der 58-jährige frühere Gersthofer Bürgermeister, der nicht mehr für den Kreistag kandidiert hatte. Seinen Alltag ohne Kommunalpolitik stellt er sich „wahrscheinlich schöner und sorgenfreier als mit“ vor.

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