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Betreuung

08.05.2018

Kinder, Kinder: Noch eine neue Kita in Diedorf

In der Marktgemeinde gibt es immer mehr Anmeldungen. Wie Gemeinderat und Verwaltung für eine schnelle Lösung sorgen

Gute Nachricht für alle Eltern von kleinen Kindern in Diedorf: Der gesamte Nachwuchs der Marktgemeinde, der ab September für eine Krippe oder einen Kindergarten angemeldet wurde, findet nun auch einen Platz. Dafür hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung den Weg freigemacht. Bis zum September soll ein Betreuungsprovisorium mit Containern aufgestellt werden, eine Krippen- und eine Kindergartengruppe werden dort Platz finden. Und auch der Standort steht jetzt fest: Die neue Einrichtung kommt auf den Bolzplatz in Lettenbach.

Ganz schön ins Schwitzen gebracht hatte die Eltern bei den Anmeldetagen im März für Krippen, Kindergärten sowie Mittagsbetreuung und Hort die Diedorfer Verwaltung. Denn es wurden so viele Kinder angemeldet, dass am Ende genau die Zahl einer Krippengruppe (nämlich zwölf Kinder) und einer Kindergartengruppe (19 Kinder) nicht versorgt werden konnten.

Schon im April hatte sich der Hauptverwaltungsausschuss mit einer möglichen Lösung befasst. Damals hatte die Verwaltung noch das sogenannte Wiesinger-Haus als mögliches Interimsquartier vorgeschlagen: Es handelt sich um ein Wohnhaus in der Lindenstraße neben der Diedorfer Feuerwehr. Weil der evangelische Kindergarten der Gemeinde, die Kinderbrücke, schräg dahinterliegt, hat die Gemeinde bereits Gespräche mit dem dortigen Träger, ekita.net, über einen möglichen Betrieb geführt. Das Erdgeschoss des Wohnhauses selbst könnte vor allem vom Personal genutzt werden, im Garten könnten Container für die beiden Gruppen aufgestellt werden.

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Doch in der Gemeinderatssitzung sah alles wieder ganz anders aus. „Wir sind inzwischen von diesem Standort fast schon wieder ein wenig abgerückt“, sagte Bürgermeister Peter Högg (WfD). Der Hintergrund: Im kommenden Jahr soll der neue Feuerwehrbedarfsplan vorliegen. Falls darin festgestellt wird, dass die Diedorfer Feuerwehr erweitert werden muss, wäre für den Container-Kindergarten kein Platz mehr. So sahen das auch die Gemeinderäte, unter anderem Claudia Kargl (Grüne). Frank Wasser (Bürgerunion) erinnerte außerdem daran, dass in dem Haus möglicherweise Büros der Marktgemeindeverwaltung untergebracht werden sollen, um das Rathaus räumlich zu entlasten. Am Ende stimmte kein Gemeinderat mehr für dieses Grundstück.

Stattdessen konzentrierte sich die Diskussion auf zwei Alternativstandorte: den Rathausplatz und den Bolzplatz in Lettenbach. Jedoch solle man sich auch am Rathausplatz nicht verbauen, so Gemeinderat Thomas Kugelmann (WfD) mit Blick auf eventuelle Neubaupläne für ein Rathaus an dieser Stelle. Immerhin könnte das Provisorium drei bis fünf Jahre stehen, so Rathaus-Mitarbeiterin und Kindergartenfachfrau Nicole Gebele. Schnell ging es deshalb auch um einen zweiten Standort am Rathausplatz: den Hartplatz der Schule, auf dem bereits einmal ein Kindergarten, nämlich Herz Mariä, in Containern sein Ausweichquartier gefunden hatte. „Dort gibt es bereits alle Anschlüsse“, so Stefan Mittermeier (CSU) mit Blick auf die Finanzen der Kommune. Was für andere Gemeinderäte dagegensprach: Der Hartplatz soll in Zukunft endlich wieder der Grund- und Mittelschule als Sportplatz zur Verfügung gestellt werden. „Die warten schon so lange. Die haben das jetzt verdient“, so WfD-Fraktionssprecher Daniel Fendt. Am Ende entschied sich der Gemeinderat ganz knapp mit 10 zu 8 Stimmen für den Bolzplatz in Lettenbach. Bis September sollen die Container stehen. Die Aufstellungskosten schätzt Marktbaumeister Rolf Jüngst auf höchstens 60000 Euro, auch für Parkmöglichkeiten soll Platz geschaffen werden. Wie viel die Mietkosten für die Gemeinde betragen, werde in dieser Woche ermittelt. Wer den Kindergarten betreibt, ist nun noch offen.

Unmut gab es in Teilen des Rats darüber, dass die Verwaltung anscheinend von den vielen Anmeldungen überrascht wurde. Ob es da keine Liste gebe, fragte Ludwig Gumpp (Bürgerunion). Die gebe es sehr wohl, so Amtsleiter Herbert May, vom Landkreis und teilweise noch in eigenen Erhebungen. Aber alles sei eben nicht erwartbar, sagte er. Außerdem, ergänzte Nicole Gebele, wolle der Gesetzgeber genau dieses Vorgehen: Erst bei Bedarf werden Plätze erstellt. Auf Vorrat könne das nicht geschehen, weil es dann keine staatliche Förderung gebe. Gemeinderätin Maria Prues (SPD) sah die Verwaltung hier durchaus in einer „politischen Zwickmühle“. Außerdem veränderten sich die Voraussetzungen: „Heute geht der Trend zum Dritt- und Viertkind. Das war vor wenigen Jahren noch ganz anders. Das kann man nicht vorhersehen“, verdeutlichte Nicole Gebele.

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