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Ortsnamen-Serie

08.08.2016

Krieger oder nicht – es war ein Herbert

Im Licht der Untergehenden Sonne zeigt der Lechkanal bei Herbertshofen seine Reize. Aber wie ist der Ort Herbertshofen zu seinem Namen gekommen?
Bild: Marcus Merk

Der Name Herbertshofen lässt beim Namen Raum für Deutungen.

Ob die Person, nach der unser heute erklärter Ort benannt ist, tatsächlich ein „strahlender Krieger“ war, ist nicht bekannt. Es ist lediglich die eigentliche Bedeutung des Vornamens Herbert, die dies unterstellt: „heri“ bedeutet Krieger, und „beraht“ ist glänzend. Aber bei der Namensgebung lassen sich Eltern ja bekanntlich nicht selten von Wunschdenken leiten.

Wir sind diesmal in Herbertshofen, einem seit der Gebietsreform 1972 zu Meitingen gehörenden Ort, in dem heute fast 2500 Menschen leben. Von großen Überschwemmungen bleibt der Ort am Lech mittlerweile dank etlicher Hochwasserschutzmaßnahmen weitgehend verschont.

Die Wurzeln des ehedem selbstständigen Ortes liegen in der Zeit der alemannischen Landnahme im 5./6. Jahrhundert. Schriftlich erwähnt wird die Siedlung allerdings erstmals Jahrhunderte später, in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. „Herbolteshoven“ hieß es damals.

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Die Bedeutung des Ortsnamens ist klar, da sind sich die Namensforscher einig. Es geht um die Höfe eines gewissen „Heribold“ oder auch „Heribalt“, beides alte Versionen von Herbert. Im Laufe der Zeit tauchen zahlreiche Varianten des Ortsnamens auf. Die heutige Version gibt es seit dem 18. Jahrhundert.

Überregionale Bedeutung und Aufschwung erlangte Herbertshofen 1970 als Standort des einzigen Stahlwerks in Bayern. Aber auch kunsthistorisch hat die Gemeinde einiges zu bieten.

Insbesondere die Rokokokirche St. Clemens gilt unter Kunstkennern als ein Juwel dieses Baustils. Verantwortlich für den weithin bekannten Kirchenbau ist Adam Dossenberger, ein Schüler des berühmten Stuckateurs und Architekten Dominikus Zimmermann, der die Wies, mittlerweile Unesco-Welterbe, gebaut hat.

Das seit 1961 offiziell geführte Wappen ist rotgrundig, vertikal halbiert von einem silbernen Kirchturm. Im oberen Bereich des Wappens ist rechts und links neben dem Kirchturm je ein goldenes Ulrichskreuz platziert – Hinweis auf St. Ulrich und Afra in Augsburg.

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