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Gersthofen

28.01.2021

Lkw-Fahrer auf der Autobahn: Schmid Logistik kontert Vorwürfe

Eine typische Situation auf der A8. Ein Lkw nach dem anderen rollt über die Spuren.
Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

Plus Immer wieder geraten Lkw-Fahrer in die Kritik, weil sie zu dicht auffahren würden. Die Firma Andreas Schmid aus Gersthofen bezieht dazu Stellung.

Die Rollen auf der A8 sind klar verteilt. Für Autofahrer sind stets die Lastwagenfahrer schuld an Staus und Unfällen. Ewig lange Überholmanöver, auch Elefantenrennen genannt, vor allem auf nur zweispurigen Autobahnen nerven so ziemlich jeden Automobilisten. Den Truckern wiederum sind die Raser ein Dorn im Auge, die sich in rücksichtslos in die kleinste Lücke zwischen den Lkw quetschen, um beispielsweise noch schnell die Ausfahrt zu erwischen. Der Auto Club Europa (ACE) hat vor Kurzem kritisiert, dass jeder vierte Lkw auf der A8 den Mindestabstand von 50 Metern nicht einhält. Grund seien unter anderem die zu stressigen Arbeitsbedingungen, teilte der Verband mit. Ein Vorwurf, den die Spediteure so nicht stehenlassen wollen.

"Das Verkehrsaufkommen ist die letzten Jahre erheblich gestiegen", sagt Helmut Treffer von der Geschäftsführung der Andreas Schmid Transport GmbH in Gersthofen. Erschwerend dazu komme eine signifikante Steigerung der Anzahl von Baustellen auf den Autobahnen. "Dadurch sind die Fahrer natürlich noch mehr Staus und damit Stresssituationen ausgesetzt." Die Spedition unterstütze daher ihre Fahrer durch angepasste Einsatzpläne und modernste Fahrzeugtechnik. "Fakt ist jedoch auch, dass die Produktivität der eingesetzten Lastwagen in Deutschland seit Jahren sinkt", sagt Treffer.

Schmid-Logistik: Lkw über 7,5 Tonnen haben einen Abstandswarner

Durch den Einsatz modernster Technik in der Flotte bei Schmid-Logistik soll zudem die Unfallgefahr minimiert und die Fahrer entlastet werden. 100 Prozent aller Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen besitzen sind daher laut Treffer mit einem Abstandsmesser (ACC oder ähnlichem) ausgerüstet, der bei Gefahr eine Notbremsung einleitet. Dieser sendet beispielsweise ein Warnsignal an den Fahrer, wenn der Mindestabstand von 50 Metern unterschritten wird.

Kritisiert wird jedoch immer wieder, dass die Lastwagenfahrer diesen Distanzmesser während der Fahrt einfach deaktivieren, um unter anderem den Windschatten des Vordermanns für ein schnelleres Überholmanöver auszunutzen zu können. Bei Schmid-Logistik allerdings kann dieser Fahrassistent während der Fahrt nicht abgeschaltet werden. Zwar sei dies bei Stillstand des Fahrzeugs vor der Abfahrt möglich, aber eine Deaktivierung ist nur nach Absprache möglich. "Nur bei extremen Wettersituationen darf der Fahrassistent nach Rücksprache mit dem Fuhrparkleiter ausgeschalten werden", erklärt Treffer.

Lkw-Fahrer auf der A8: Windschatten ist gefährlich und anstrengend

Dass die Mindestabstände nicht eingehalten werden, um im Windschatten zu fahren und so Sprit zu sparen, kann sich Treffer nicht vorstellen. "Das ist anstrengend und gefährlich und sicher kein Grund für zu geringe Abstände", sagt er. Er vermutet eher, dass viele Fahrer einen geplanten Überholvorgang zügig abschließen wollen und sich daher "für kurze Zeit" zu dicht am vorausfahrendem Fahrzeug aufhalten.

Grundsätzlich habe jeder Fahrer ein eigenes Interesse daran, sich an die geltenden Vorschriften zu halten. Denn bei einem Verstoß gegen den Mindestabstand wird schnell laut Bußgeldkatalog eine Strafe von bis zu 400 Euro und ein zweimonatiges Fahrverbot fällig. Und diese Kosten übernimmt die Spedition nicht. "Bußgelder für den Fahrer bezahlt grundsätzlich immer der Fahrer selbst", sagt Treffer.

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