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Landkreis Augsburg

17.02.2021

Lockdown: Unternehmer im Kreis Augsburg fordern rasche Lockerungen

Fordern intelligentere Strategien gegen Corona: (von links) Reinhold Braun und Dr. Michael Pröller.
Foto: Marcus Merk

Deutlich wie nie kritisiert die IHK-Regionalversammlung Augsburg-Land die Corona-Politik. Gefragt seien nun intelligentere Strategien.

Die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage zeigt: Die Wirtschaft steht vor einem weiteren Krisenjahr – auch im Landkreis Augsburg. Angesichts dieser Lage und der erneuten Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März fordert die IHK-Regionalversammlung Augsburg-Land einen Stufenplan, um aus dem Lockdown herauszukommen. Zugleich kritisieren die Chefs wichtiger Unternehmen im Augsburger Land die derzeitige Corona-Politik scharf wie nie.

„Auch wenn die Friseure wieder ab 1. März öffnen dürfen und weitere Lockerungen bei einem Inzidenzwert von 35 in Aussicht gestellt wurden, bedarf es seitens der Politik nachhaltiger Strategien, wie man mit intelligenten Impf-, Test- und Schutzkonzepten für besonders gefährdete Gruppen und einer lückenlosen, digitalen Kontaktnachverfolgung regionale Öffnungen ermöglichen kann“, sagt Reinhold Braun, stellvertretender IHK-Präsident und Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Augsburg-Land.

"Auch wir wissen mit den sich weiter ausbreitenden Virusmutationen um den Ernst der Lage“, betont Reinhold Braun. Jetzt aber gelte es, von der Lockdown-Strategie in eine differenzierte Risikobetrachtung zu wechseln, die aufzeigt, wo Corona-Hotspots entstehen, um diese mit einer konsequenten Nachverfolgung und großflächigen Tests regional zu begrenzen.

Proeller: Andere Länder haben bessere Corona-Strategien

„Wir können nicht alle Unternehmen, die sich an die Hygiene- und Schutzmaßnahmen halten und in Gebieten, die deutlich unterhalb der kritischen Inzidenzschwelle liegen, dauerhaft geschlossen halten. Wir brauchen Planungssicherheit und klare Regeln, um den Menschen und Betrieben eine Perspektive zu geben“, so der stellvertretende IHK-Präsident. Dr. Michael Proeller. Der Chef von Erhardt und Leimer sagt: „Auch wenn wir als stark exportorientiertes mittelständisches Familienunternehmen positive Signale einer anziehenden Konjunktur in China und in den USA sehen, muss die einseitige Lockdown-Politik enden." Der Blick auf andere Länder zeige, "dass breites Impfen, striktes, wiederholtes Testen und eine digitale Kontaktnachverfolgung im Kampf gegen das Virus erfolgreich sind.“

Besonders hart trifft der Lockdown den örtlichen Einzelhandel. Dieser "steht bereits jetzt mit dem Rücken zur Wand“, warnt Peter Schöffel, geschäftsführender Gesellschafter der Schöffel Sportbekleidung GmbH in Schwabmünchen. „Die Winterkollektion konnte nicht abverkauft werden, die Lieferung der Frühjahrsware steht vor der Tür und muss bezahlt werden. Ohne Kapitalrücklagen und Liquidität stehen viele Händler, darunter lang eingesessene Familienunternehmen, sprichwörtlich vor dem Ruin." Die versprochenen Hilfen müssten jetzt schnell kommen - oder eine Öffnung im März.

Corona-Politik: "Die Menschen haben das Vertrauen verloren"

Die bisherige Lockdown-Strategie der Politik und deren Krisenmanagement sorgen für Unmut und Unverständnis bei den Unternehmern. „Die Menschen haben das Vertrauen in die Politik verloren“, sagt Peter Schäfer, Geschäftsführer der MedeleSchäfer GmbH. Der Chef des Autohauses im südlichen Landkreis und Mitglied der IHK-Regionalversammlung: „Es darf keine Denkverbote geben. So könnte man die besonders gefährdeten Gruppen in den Alten- und Pflegeheimen besser schützen, indem alle Besucher, Anlieferer und Personal konsequent vor dem Zutritt getestet werden." Ein ‚Weiter so‘ und die alleinige Fokussierung auf den Inzidenzwert dürfe es nicht geben. (AZ/cf)

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