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Horgau-Auerbach

25.01.2021

Locker durch den Lockdown: Wenn der Verein ins Wohnzimmer kommt

Auf dem Tablet begrüßt Sabine Huber von der SpVgg Auerbach-Streitheim die Teilnehmerinnen. Dann kann es mit dem Lady-Fitness losgehen.
Foto: Oliver Reiser

Plus Immer mehr Vereine setzen im Corona-Lockdown auf Online-Training. Sabine Huber und Martina Wackers halten bei der SpVgg Auerbach-Streitheim die Kontakte.

Seit Anfang November hat die Corona-Pandemie den Sportbetrieb lahmgelegt. Die Sportvereine und Fitnessstudios sind geschlossen. Bis zum 14. Februar wurde der Lockdown verlängert.. Damit Sie zumindest bis dahin möglichst sportlich „Locker durch den Lockdown“ kommen, wollen wir Sie weiterhin mit Anregungen und Inspirationen versorgen. Dazu werden Ihnen bekannte Sportler, die Trainerinnen und Trainer der Spitzenmannschaften im Augsburger Land, aber auch Personal Coaches und Ernährungsberater nützliche Tipps geben.

Online mehr Teilnehmerinnen als in der Halle

Durch die Corona-Maßnahmen ist vor allem das Vereinsleben landauf, landab zum Erliegen gekommen. Doch man lässt sich etwas einfallen. Wenn die Mitglieder während des Lockdowns nicht in die Sportstätten kommen dürfen, müssen die Vereine halt zu ihren Mitgliedern kommen. Immer mehr setzen auf Einheiten, die aus dem Wohnzimmer der Übungsleiter im Online-Streaming ins Wohnzimmer ihrer Mitglieder übertragen werden. Sage und schreibe 72 Teilnehmerinnen waren zuletzt beim TSV Zusmarshausen am Start.

Sabine Huber von der SpVgg Auerbach-Streitheim zeigt Übungen, die man ganz leicht zuhause mitmachen kann.
Video: Oliver Reiser

Und auch bei der SpVgg Auerbach-Streitheim läuft's. "Wir hatten zuletzt online mehr Teilnehmerinnen als in den Übungsstunden in der Rothtalhalle", verrät Sabine Huber, die im Wechsel mit Martina Wackers aus dem heimischen Wohnzimmer vorturnt. Seit 15 Jahren macht die ehemalige Leichtathletin bei der SpVgg Auerbach-Streitheim das Lady-Fitness für Frauen im Alter von 18 bis Ende 60. Die Bilanzbuchhalterin ist in der Vorstandschaft des Sportvereins auch als Kassiererin tätig. Auch ihre Familie ist sehr sportlich: Ihr Ehemann Manfred ist ein ehemaliger Fußballer, Sohn Simon spielt derzeit in der Ersten des Kreisklassisten. Unterstützt wird sie seit sechs Jahren von Martina Wackers. Die 31-Jährige, die in einer Apotheke und nebenbei als Heilpraktikerin arbeitet, ist nicht nur sportlich, sondern auch als aktive Feuerwehrfrau in Horgauergreuth aktiv.

Alles, was Matte, Hanteln und Theraband hergeben

"Geturnt wird mit allem, was Matte, kleine Hanteln und Theraband hergeben", lacht Sabine Schuster, die 50-jährige ehemalige Leichtathletin. Immer montags von 20 bis 21 Uhr. Wie ansonsten in der Halle auch. Doch es ist alles so anders. Nachdem das Tablet, das mitten im Wohnzimmer gegen einen Sessel gelehnt ist, eingeschaltet ist, ploppen so nach und nach die Teilnehmerinnen auf. Je mehr es werden, desto kleiner werden die Bildchen auf dem Monitor. Alle schwätzen durcheinander, es gibt noch die eine oder andere Neuigkeit zu erzählen - auch online. "Ich sehe dich heute sogar auf dem großen Fernsehbildschirm", lässt eine Teilnehmerin wissen.

Wer mitmachen will, muss sich vorher unter der E-Mail-Adresse info@spvgg-auerbach-streitheim.de einen Zugangscode für die Konferenz auf der Plattform Zoom geben lassen. Diese wird dann per WhatsApp zugesandt. Bevor es mit dem Programm losgeht, werden die Teilnehmerinnen auf stumm geschaltet, dafür blendet Sabine Schuster die passende Musik ein.

Zwischen Klavier und Wohnzimmerschrank balanciert Sabine Huber auf der Isomatte.
Foto: Oliver Reiser

Mit einem kurzen Aufwärmen geht es los. Sabine Schuster marschiert im Rhythmus der Musik auf der Stelle, dreht einmal die Fußflächen nach außen, dann nach innen, marschiert auf den Zehenspitzen und auf der Ferse. Die Arme schwingen dabei immer mit. Während der Übungen im Wohnzimmer des ersten Stocks kann es in der Wohnung darunter durchaus mal etwas lauter werden. "Das stört die Schwiegermutter nicht, die im Erdgeschoss wohnt", lacht Manfred Huber.

Gleichgewicht auf der Isomatte halten

Dann geht es auf die Isomatte, die allerdings nicht ausgerollt wird. So ist das eine wackelige Angelegenheit, denn man muss die Balance halten. Man kann dazu auch ein Sofakissen verwenden. Man stellt sich mit einem Fuß darauf und bewegt den anderen zur Seite. Mit den Armen hält man das Gleichgewicht. Dann die Knie abwechselnd hochziehen, sodass es einen rechten Winkel ergibt. Die Fußspitze ausstrecken und die Position etwas halten.

Nach einer Stunde verschwinden die Bilder der Teilnehmerinnen nach und nach wieder vom Bildschirm. Die Ladyfitness-Stunde ist vorbei. Die Ausgangssperre, die um 21 Uhr beginnt, muss nicht eingehalten werden, denn alle sind ja bereits zu Hause. Was jetzt fehlt, ist das meist gesellig ausklingende Ende der sportlichen Zusammenkunft. Wie lange wird das wohl noch so sein?

Alle Folgen der Serie "Locker durch den Lockdown" finden Sie hier.

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