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Emersacker

18.10.2017

Mira Valentin: eine ausgezeichnete Autorin

Mira Valentin heißt eigentlich Regina Käsmayr und kommt aus Emersacker. Auf der Frankfurter Buchmesse hat sie jetzt den Kindle Storyteller Award gewonnen. Zur Preisverleihung kam sie – passend zu ihrem Buch – im Cosplay-Zirkuskostüm.
Bild: Amazon.de/Willi Weber

Mira Valentin heißt eigentlich Regina Käsmayr und kommt aus Emersacker. Sie hat schon mehrere erfolgreiche Fantasybücher geschrieben. Ihr neues Jugendbuch wurde nun ausgezeichnet.

Der Tod seiner Sandkastenfreundin Jo wirft Milan völlig aus der Bahn. Doch dann fliegt ihm plötzlich ein weißer Wellensittich zu, der ihn zum Zirkus Salto lockt. Dort lernt Milan die schöne, aber womöglich verrückte Trapezkünstlerin Julie kennen. Angezogen von ihrer sonderbaren Theorie über magische Menschen und Seelentiere reist Milan mit dem Zirkus und lernt: Es erfordert eine Menge Mut, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Oder Magie – ganz wie man es nimmt.

Es ist ein besonderes Jugendbuch, das Mira Valentin da geschrieben hat. „Der Mitreiser und die Überfliegerin“ ist ein Entwicklungsroman über einen jungen Mann. Mit diesem Jugendbuch hat Mira Valentin, die eigentlich Regina Käsmayr heißt und aus Emersacker kommt, jetzt einen Preis gewonnen, der mit 30000 Euro dotiert ist: den Kindle Storyteller Award.

„Ich habe schon mit zwölf Jahren zu meiner Mutter gesagt: Ich werde mal Schriftstellerin!“, erzählt sie. Und so ist es tatsächlich gekommen. Auch wenn Regina Käsmayr erstmal Journalistin wurde und hauptberuflich für Jugend-, Frauen- und Pferdezeitschriften schreibt. Seit zehn Jahren lebt die 40-Jährige im hessischen Dautphetal. Ihr Durchbruch als Autorin kam 2015: Käsmayr schaffte es, ihre vierteilige Fantasyreihe „Talente“ an einen Verlag zu verkaufen – und bekam ziemlich schnell eine große Fangemeinde.

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Seitdem hat Käsmayr auch einen Künstlernamen: Mira Valentin. Der Name Regina Käsmayr sei als Jugendbuchautorin „ein volles No-Go“, hatte ihre Agentin damals gesagt: klingt zu alt, zu bayerisch und lässt sich auf englisch nicht aussprechen. Mittlerweile sagen sogar im Privatleben viele Mira zu ihr. Auf Messen und Lesungen tritt sie stets in Cosplay-Kostümen (ein japanischer Verkleidungsstil) auf, die zu ihren Geschichten passen. Zur Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse kam sie passend zum „Mitreiser“-Buch im Zirkusdirektor-Kostüm.

Wenige Tage später ist Mira Valentin immer noch ganz euphorisch. Denn dass sie gewinnen würde, hätte sie nie gedacht. Mehr noch: Nach der Veröffentlichung ihres neuen Buches war sie erstmal ziemlich enttäuscht. Die Rezensionen der Leser seien zwar sehr positiv gewesen, aber das Buch habe sich sehr schlecht verkauft. „Das war erstmal ganz schön schlimm.“ Denn die Idee für das Buch, in dem es auch um dunkle Themen wie Depression und Selbstverletzung geht, habe sie schon lange mit sich herum getragen.

Wegen der schlechten Verkaufszahlen habe sie sich „überhaupt keine Chancen“ ausgerechnet, erzählt sie – die anderen Bücher im Finale seien schließlich Bestseller gewesen. Doch als Dr. Uwe Kullnick, der Vorsitzende der Jury und Präsident des Freien Deutschen Autorenverbands, mit seiner Laudatio begann, wurde ihr schnell klar: „Es geht um mein Buch!“ Und so war es. Es war ein einstimmiges Ergebnis der Jury, sagte Kullnick und betonte: „Mit Mira Valentins ausgezeichnetem Buch findet sich ein Text, der von guter Sprache, Ausdrucksfähigkeit, Ideenreichtum und Lebendigkeit nur so überquillt.“

Das Buch hat eine besondere Entstehungsgeschichte. „Ich habe es gezielt für den Wettbewerb geschrieben“, erzählt Mira Valentin. Dieser richtet sich speziell an Selfpublisher, also Autoren, die ohne Verlag veröffentlichen. Meist beginnen Schriftsteller so ihre Tätigkeit. Bei Valentin war es andersrum: Nach der „Talente“-Reihe verließ sie den Carlsen-Verlag. Ihr Team mit Lektor, Korrektor, Setzer, Illustrator und Coverdesigner stellt sie sich nun selbst zusammen. Das prämierte Buch „Der Mitreiser“ hätte wohl sowieso kein Verlag veröffentlicht, sagt sie: „Der Genre-Mix passt in kein Bücherregal.“

Die Geschichte habe sie in einer Rekordzeit von eineinhalb Monaten veröffentlicht: Die 300 Seiten schrieb sie im Mallorca-Urlaub, die anderen Beteiligten hätten ebenfalls rasch – und trotzdem höchstprofessionell – gearbeitet. Nun warten ihre Fans schon ungeduldig auf den zweiten Teil ihrer neuen Fantasy-Reihe „Enyador“, erzählt Mira Valentin und verspricht: „Das nächste Futter wird noch vor Weihnachten erscheinen, der dritte Band dann Mitte 2018.“ Und schon in zehn Tagen gibt es das Hörbuch von „Der Mitreiser“ – die Produktion von Audible ist Teil des Gewinns. Es ist schon eingesprochen und die Autorin ist begeistert von Sprecher Julian Horeyseck: „Die Melodie seiner Stimme ist genau so, wie ich sie beim Schreiben im Kopf hatte.“

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