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Biberbach

22.04.2019

Mit über 100 Töpfen zu 200 Markttagen auf Tour

Sieglinde und Hermann Fordermaier touren deutschlandweit mit ihren Pfannen von Markt zu Markt. In Biberbach haben sie ihr Lager sowie einen kleinen Laden.
Bild: Steffi Brand

 Sieglinde und Hermann Fordermaier touren mit ihren Waren durch ganz Deutschland. Ihre Heimat ist seit 1998 Biberbach, wo das Lager fast aus allen Nähten platzt.

 Sieglinde und Hermann Fordermaier sind immer auf Tour. Circa 200 Markttage beschickt das Familienunternehmen Pfannen Fordermaier. In etwa die Hälfte davon fallen auf das Unternehmer Ehepaar aus Biberbach. Dort stehen sie mit ihrem Team auf Märkten und preisen ihre Ware an.

Oft lockt der Duft von frischgekochtem, leckerem Essen die Kunden an, die nicht ohnehin schon Stammkunden bei Fordermaier sind und gezielt nach dem Stand mit Töpfen, Pfannen oder weiteren praktischen Küchenhelfern suchen. Jedes Jahr haben sie einen Stand auf der Augsburger Dult und auch beim Augsburger Christkindlesmarkt sind sie fester Bestandteil.

Sie lassen ihre Pfannen fertigen und kaufen auch Markenprodukte ein. 80 Prozent ihres Umsatzes generiert das Unternehmerpaar auf Märkten, 20 Prozent entfallen auf den Versandhandel und auf den Verkauf im Ladengeschäft in der Waldstraße 31 im Biberbacher Gewerbegebiet. Gut 60 Prozent ihrer Kunden sind treue Stammkunden. „Oft hat schon die Oma ihre Töpfe und Pfannen bei Fordermaier gekauft – und nun kommt die Enkeltochter“, erklärt Sieglinde Fordermaier und unterstreicht damit sowohl die lange Tradition des Familienunternehmens als auch die enge Bindung zu ihren Kunden. Darüber hinaus zählen einige Gastronomiebetriebe zu den Kunden.

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Seit 40 Jahren am Markt präsent

Am Markt präsent ist das Unternehmen bereits seit über 40 Jahren, damals war der Auftritt allerdings noch ein anderer als heute. Ein Auto und ein kleiner Holzlattenstand stellten das erste Verkaufsmobil dar, heute umfasst der Fordermaier-Fuhrpark Anhänger, Auto, Transporter und Lastwagen. Vorreiter waren die Eltern von Hermann Fordermaier in jedem Fall, denn sie waren die Ersten, die nicht etwa Produkte aus Emaille oder Edelstahl verkauften, sondern Gusspfannen mit Antihaftwirkung – damals ein Novum auf dem deutschen Markt.

Gefragt waren die Pfannen allemal, dennoch warteten schon damals einige Herausforderungen. Standplätze auf Märkten und Messen waren nämlich heiß begehrt. Die Eltern von Hermann Fordermaier mussten alle Jahre wieder bangen, dass die Bewerbung um den Marktplatz erneut erfolgreich verläuft.

Heute müssen sich Sieglinde und Hermann Fordermaier zwar nach wie vor um einen Platz bewerben, doch als sogenannter „Stammbeschicker“ ist der Platz solange für sie reserviert, bis sie sich eben nicht mehr um die Teilnahme am Markt bemühen. Auch an der Qualitätsschraube hat das Team regelmäßig gedreht, denn es galt die Kurzlebigkeit der ersten Antihaftpfannen auszumerzen und die Haltbarkeit zu verbessern. Auch Form, Gewicht und Griffe wurden weiterentwickelt – nicht zuletzt deswegen, weil sich die Heizquellen der Endverbraucher immer wieder veränderten.

Heute reicht das 150 Produkte umfassende Sortiment vom kleinsten Modell mit 18 Zentimetern Durchmesser und einem Preis von 22,50 Euro bis hin zum größten Modell mit 80 Zentimetern Durchmesser und einem Preis von 499 Euro. „Diese Pfanne kann von einer Person alleine nicht mehr gehoben werden; gegossen wird sie in einer eigenen Sandform, die nur einmal verwendet werden kann“, erklärt Sieglinde Fordermaier die Besonderheit des Pfannen-Giganten.

Neben Brat- und Hochrandpfannen, Kasserollen, Töpfen, Grill- und Fischpfannen sowie Brätern ergänzen heute Dauerbackfolien, Silikonzubehör sowie Backformen und weitereshochwertiges Kochzubehör namhafter Zulieferer das Firmensortiment.

Seit 1998 im Lechtal

 

Im Lechtal gibt es Familie Fordermaier erst seit dem Jahr 1998. Der ursprüngliche Firmensitz war Kirchroth (Landkreis Straubing-Bogen). Einige Jahre unterhielten die Unternehmer ein kleines Ladengeschäft samt Lager zunächst in der Jakoberstraße, anschließend in der Lechhauser Straße in Augsburg. Dann wurde nicht nur das Eigenheim in Biberbach errichtet, sondern auch das Lager, das heute trotz insgesamt 500 Paletten-Stellplätzen fast aus allen Nähten zu platzen droht. Nach der Geburt von Wunschkind Justine im Jahr 1998 fand Sieglinde Fordermaier ihren Platz im Unternehmen im Büro, bevor sie den Wunsch umsetzte, ebenfalls auf Märkte zu fahren, um näher am Kunden zu sein.

Wie lange man auch in Zukunft noch von Markt zu Markt tingeln wird, ist nicht absehbar. Hermann Fordermaiers Mutter Maria feiert zwar heuer ihren 80. Geburtstag, „doch an Rente möchte sie nicht denken“, verrät Schwiegertochter Sieglinde und ergänzt, dass wohl auch ihr Mann bis ins hohe Alter im Stand stehen wird. Einen Nachfolger gibt es dann allerdings nicht, denn Tochter Justine, die einzige Enkelin von Maria Fordermaier, schlägt beruflich einen ganz anderen Weg ein.

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