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Zusmarshausen

24.02.2018

SPD-Fraktionssprecher Aumann wirft hin

Die Sitz- und Fraktionsverteilung im Zusmarshauser Gemeinderat wird neu gemischt. (Archivbild)
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Die Sitz- und Fraktionsverteilung im Zusmarshauser Gemeinderat wird neu gemischt. (Archivbild)
Bild: Andreas Lode

Der Zusmarshauser Gemeinderat Walter Aumann tritt aus der Fraktion aus. Wie er diesen Schritt begründet.

Mit dem 55-jährigen Walter Aumann verliert die Zusmarshausen Ratsfraktion SPD/Aktives Bürgerforum ihren zweiten Sprecher in dieser Legislaturperiode. Zur Überraschung des Gremiums und vor allem seiner Kollegen gab der bisherige Fraktionssprecher bei der jüngsten Sitzung bekannt, die Gruppe zu verlassen. Er will Mitglied des Gemeinderats bleiben, aber ohne Fraktion. Ein sichtlich betroffener Bürgermeister Bernhard Uhl nahm den Abschied mit einer ungewöhnlich langen persönlichen Stellungnahme zur Kenntnis.

Der Brand, der sich in der SPD-Fraktion entwickelt haben musste, war von manchem Kollegen aus der Fraktion wohl lange unentdeckt geblieben. So äußerte einer, dass man von dem Schritt Aumanns völlig unerwartet getroffen worden sei. Der begründete sein Vorgehen so: „Es hat Probleme bei der internen Kommunikation gegeben.“ Aumann wies auf „unterschiedliche Auffassungen“ hin. Freilich war es kein Geheimnis, dass der Sohn des kommunalpolitischen Urgesteins Walter Aumann etwa von den zahlreichen Anträgen seiner Mitstreiter genervt gewesen sei.

Der stets sachlich-ruhig wirkende Sprecher mit viel Herzblut für die lokale Kultur tritt als der personifizierte Gegensatz zu Vorgängerin Susanne Hippeli auf. Die SPD-Frau war Ende 2016 laut polternd und mit einer Brandrede gegen den ersten Mann der Gemeinde ausgeschieden (wir berichteten). Eher neigte der stets abwägende, geräuschvolle Auftritte meidende Feingeist Aumann zu einem unkomplizierteren „kurzen Dienstweg“ mit Verwaltung und Bürgermeister.

Letzterem oblag es denn auch mangels Redebeiträgen der anderen Fraktionen, seine Replik auf Aumanns Ankündigung mit großem Lob für Walter Aumann zu verbinden, der sich seit zehn Jahren als Kommunalpolitiker für das Wohl der Bürger einsetzt. „Ich habe die Zusammenarbeit stets als sehr angenehm empfunden und sehr geschätzt, dass wir uns persönlich immer gut verstanden haben“, gestand Bernhard Uhl in einer für die Branche eher seltenen Erklärung. Als Beispiele für das besondere Engagement erwähnte der Rathauschef sein entscheidendes Mitwirken an den Vergaberichtlinien im neuen Baugebiet Rothseeblick. „So konnten wir allen Interessenten transparent darlegen, warum sie einen Bauplatz bekommen haben oder eben nicht.“ Das gelte auch für sein Engagement beim Fünfeinhalb-Millionen-Euro-Projekt „Neuer Kindergarten“, das der dreifache Familienvater als Stellvertreter der Beauftragten Ingrid Hafner-Eichner begleitet.

Durch den Fraktionsaustritt wird laut Geschäftsleiter Walte Stöckle keine Neubesetzung der vier Fachausschüsse notwendig, zumal die Sitzverteilung nach einem speziellen Verteilungsprozedere überprüft worden sei. Gravierende Änderungen am Sitzungstisch ergeben sich allerdings in parteipolitischer Hinsicht. Mit Walter Aumann, der auf „weiterhin gute kollegiale Zusammenarbeit hofft“, geht der einzige Sozialdemokrat in der bisher fünfköpfigen Gruppe von SPD/Aktives Bürgerforum von Bord. Nachfolger von Aumann als Fraktionsvorsitzender soll Harry Juraschek aus Wörlerschwang werden. Die Fraktion SPD/Aktive-Bürger-Fraktion hat künftig noch vier Mitglieder, die Freien Wähler sieben und die CSU neun (inklusive Bürgermeister Uhl).

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