1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Spielplatz-Streit: Neues Trampolin bringt Ruhe und Frieden

Neusäß

15.11.2012

Spielplatz-Streit: Neues Trampolin bringt Ruhe und Frieden

Bald machen die Kinder auf dem Steppacher Spielplatz auf einem anderen Trampolin ihre Sprünge. Es soll leiser sein als das bisherige.
Bild: Marcus Merk

Der Streit um das Trampolin auf einem Spielplatz in Steppach ist beendet. Die Stadt Neusäß und ein über Lärm klagendes Ehepaar haben sich auf eine Lösung geeinigt.

Der Streit um das Trampolin auf einem Spielplatz in Steppach ist beendet. Die Stadt stellt keine Lärmschutzwand auf, sondern kauft ein anderes Trampolin-Modell. Es soll leiser sein und weniger kosten als eine Wand. Das Ehepaar, das daneben wohnt und gegen die Geräusche des Hüpfgeräts geklagt hatte, beteiligt sich finanziell an der Anschaffung. Mit dieser Lösung können alle Beteiligten gut leben. Das Verfahren vor Gericht wurde daher durch einen Vergleich eingestellt.

Damit endet ein Streit, der sich seit der Eröffnung des Spielplatzes im Jahr 2009 hingezogen hat. Ein älteres Ehepaar, dessen Terrasse auf der Seite des Spielplatzes liegt, fühlte sich von dem Klacken des Trampolins massiv gestört. Die beiden bezeichneten die Geräusche als „unzumutbar“. Der 1200 Quadratmeter große Spielplatz ist bei Kindern sehr beliebt und daher auch stark frequentiert.

Neusäß will familienfreundlich bleiben

Die Fronten zwischen der Stadt und dem Ehepaar verhärteten sich im Laufe der Zeit. Die Stadträte pochten darauf, dass Neusäß eine familienfreundliche Stadt sei und der Spielplatz nicht an Attraktivität einbüßen sollte. Außerdem sei dem Ehepaar bereits beim Hausbau klar gewesen, dass vor ihrem Grundstück ein Spielplatz geplant ist. Die beiden Steppacher wiederum hielten dagegen: Spielplatz ja, aber nicht mit einem ihrer Ansicht nach zu lauten Trampolin.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Im September schließlich landete die Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht Augsburg, und der Fall machte bayernweit Schlagzeilen. Die Forderung der Klägerseite war: Das Trampolin soll an eine andere Stelle versetzt werden, weiter weg von ihrem Haus.

Eine Lärmschutzwand wäre teurer als ein  neues Trampolin

Darauf wiederum wollte sich die Stadt nicht einlassen. Es wäre als Alternative nur ein Platz infrage gekommen, der direkt vor einem als Baugrund ausgewiesenen Grundstück liegt. Außerdem wolle man keinen Präzedenzfall schaffen, betonte der Anwalt der Stadt, Simon Bulla.

Nachdem mehrere Vorschläge der Richterin zur Einigung auch nicht auf fruchtbaren Boden fielen, wurde ein vorläufiger Kompromiss geschlossen: Bis Mai sollte auf dem Gelände eine Lärmschutzwand errichtet werden, die den Schall um mindestens fünf Dezibel verringert. Die Kläger sollten sich zu einem Viertel an den Kosten beteiligen.

So der Plan. Doch bald stellte sich heraus, dass so eine Wand viel mehr kosten würde als die anfangs angenommenen 12 000 Euro. So richtig glücklich waren die Stadträte auch nicht mit der Idee von einer Wand auf einem Spielplatz.

Das Thema wurde noch einmal im Bauausschuss behandelt, und die Anwälte beider Seiten verhandelten weiter. „Eine massive Lärmschutzwand hätte die Kinder geradezu eingemauert“, erklärt Anwalt Bulla das Umdenken der Stadt. Sie kauft bis zum 1. April für den Steppacher Spielplatz ein Trampolin, das genauso konstruiert ist wie das am neuen Abenteuerspielplatz am Weldenbahnradweg bei Hammel.

Alle Beteiligten können gut mit der Lösung leben

Die Kläger müssen rund 3300 Euro beisteuern. „Wir haben uns vor Ort überzeugt, das Trampolin ist geräuschlos“, sagt der Anwalt des Ehepaars, Axel Weisbach. Seine Mandanten seien „sehr zufrieden“ mit der Einigung. Dies sei allemal besser als eine „unansehnliche Wand“. Auch die Stadt Neusäß kann sehr gut mit dieser Variante leben.

Bürgermeister Hansjörg Durz: „Das ist die bessere Lösung für alle, und das Trampolin bleibt in Steppach an seinem Standort.“ Der Stadt war es wichtig, dass vertraglich festgelegt wird, dass das Ehepaar in Zukunft auf weitere Forderungen verzichtet. Der Vergleich ist seit Montag bestandskräftig.

Sowohl das Ehepaar als auch die Stadt zahlen die Anwaltskosten. Bei der Stadt übernimmt dies eine Rechtsschutzversicherung. Die Gerichtskosten betragen 121 Euro. Sie werden ebenfalls geteilt und sind so gering, weil kein Urteil gefällt werden musste, sondern ein Vergleich geschlossen wurde.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren