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Stadtbergen

14.02.2020

Stadtbergen braucht neue Kindergartenplätze

Erweitert werden soll auch der Kindergarten am Reiterweg in Stadtbergen, doch die Ausgangslage dafür ist schwierig. 
Bild: Marcus Merk

Plus Stadtbergen muss neue Kindergartenplätze einrichten. Warum ein bestehender Kindergarten wegfällt und welche Probleme es bei der Erweiterung anderer gibt.

Stadtbergen braucht mehr Kindergarten- und Krippenplätze. Hintergrund für den gestiegenen Bedarf ist die Möglichkeit der Kommunen im Augsburger Land, dank eines Kalkulationsmoduls des Landratsamts den Bedarf an Kindergartenplätzen erstmals bis ins Jahr 2028 vorauszuberechnen, so Geschäftsleiter Holger Klug nach der Sitzung. Auf die neue Kalkulation reagiert die Stadt nun: Bei den Krippen- und Kindergartenplätzen wird nachgelegt.

Bislang war man dazu stets auf die Anmeldezahlen Ende Februar angewiesen: Zu spät, um bei einem höheren Bedarf noch angemessen reagieren zu können, so Klug. Erst Ende vergangenen Jahres musste an der Osterfeldstraße in Stadtbergen eine Containerlösung zur Betreuung von Kindern eingeweiht werden, weil erst wenige Monate zuvor der tatsächliche Betreuungsbedarf abzusehen gewesen war.

Gleich um fünf bis sechs neue Gruppen ging es jetzt auf der jüngsten Sitzung des Stadtberger Stadtrats. Eine ganz neue Einrichtung soll auf einem städtischen Grundstück an der Ecke Elmer-Fryar-Ring/Augsburger Straße entstehen.

Stadtbergen braucht neue Kindergartenplätze

Immanuel Haus in der Riedstraße in Leitershofen fällt weg

Mit der neuen Einrichtung fällt jedoch auch ein Kindergarten weg: der kleinste der Stadt im Immanuel Haus in der Riedstraße in Leitershofen. Die evangelische Dreifaltigkeitskirche Göggingen hat dort bislang in einer einzigen Gruppe 25 Kinder betreut. Die Räume dafür liegen im Souterrain des evangelischen Gemeindehauses und die Betriebserlaubnis läuft Ende des nächsten Kindergartenjahres im Sommer 2021 aus, so Bürgermeister Paulus Metz.

Doch die Stadt Stadtbergen hat vorgesorgt und sich bei der Erschließung des Elmer-Fryar-Rings ein Grundstück an der Ecke zur Augsburger Straße gesichert. Eigentlich sollten hier einmal Wohnungen entstehen, das etwa 2500 Quadratmeter große Grundstück sei aber auch für eine Kindertagesstätte geeignet, so Bürgermeister Metz. „Es freut mich, dass wir endlich mal ein eigenes Grundstück dafür haben“, so Günther Oppel, Fraktionsvorsitzender von Pro Stadtbergen zum Standort. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob dort eine Einrichtung für drei oder mehr Gruppen entstehen kann. Und das möglichst so, dass der alte Baumbestand auf dem Grundstück bestmöglich erhalten bleibt. Einen weiteren Vorteil sieht der Bürgermeister durch den Umzug: Die Riedstraße und auch die Anwohner dort werden ein wenig entlastet. Denn in derselben Straße gibt es auch noch die katholische Kindertagesstätte St. Oswald mit Hort, Krippe und Kindergarten.

Kindergarten am Stadtberger Reiterweg soll erweitert werden

Erweitert werden soll auch der Kindergarten am Reiterweg, den Grundsatzbeschluss dazu hatte der Stadtrat bereits Ende vergangenen Jahres gefasst. Auch der Architekt steht inzwischen fest. Stefan Dinkel aus Gilching berichtete jedoch zunächst von der schwierigen Ausgangslage. Das bestehende Gebäude, in dem aktuell drei Kindergarten- und eine Krippengruppe untergebracht sind, soll erhalten bleiben.

Ein Anbau soll in Zukunft Platz für weitere Gruppen bieten, auch die Außenstelle der Krippengruppe im Blauen Haus an der Bauernstraße soll hier einmal Platz finden. Insgesamt sollen am Reiterweg dann etwa 150 Kinder in acht Gruppen betreut werden. Nach verschiedenen Überlegungen sprach sich Dinkel für einen ebenerdigen Anbau aus, der die Bestandsgebäude umfassen könnte. Doch der Entwurf kam nicht auf Anhieb bei den Stadträten gut an. Vor allem der Innenhof schien vielen schwierig zu nutzen. Kindergartenleiterin Christine Sedlmeir-Resch wies auf die langen Wege hin, die das Personal zurücklegen müsse, bleibe der Entwurf wie gehabt.

Eine große Außenfläche für den Kindergarten?

Was die Stadträte vor allem an dem Entwurf monierten: Eigentlich hatte der Stadtrat grundsätzlich beschlossen, zweigeschossig zu bauen, um den Flächenverbrauch möglichst gering zu halten.

Stadtrat Tobias Schmid (CSU), der auch Elternbeiratsvorsitzender der Kindertagesstätte ist, sagte: „Der Kindergarten lebt von seinen Außenanlagen.“ Die dürften nicht beschnitten werden, wenn ebenerdig geplant werde. Auch Stadtrat Roland Mair (SPD) erinnerte daran, dass man lange daran gearbeitet habe, den Kindern eben genau diese große Außenfläche bieten zu können. Paulus Metz beschwichtigte: Durch die Hinzunahme weiterer Grünflächen werde der Garten für die Kinder erhalten bleiben. Nun lässt der Stadtrat ausnahmsweise auch eine eingeschossige Planung zu.

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