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Ellgau/Gersthofen

30.11.2020

Strom für 80.000 Haushalte: Taucher sichern Versorgung am Lech

Für die Modernisierung legten Taucher Turbinen in den Kraftwerke trocken. (Symbolbild)
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Die Modernisierung der Wasserkraftwerke am Lech für 16 Millionen Euro in Ellgau ist abgeschlossen. Vier Kraftwerke sind jetzt fit für die Zukunft.

Mit der Wiederinbetriebnahme der zweiten Turbine an der Staustufe Ellgau schließt die LEW Wasserkraft GmbH ihr umfangreiches Modernisierungsprojekt an den vier Wasserkraftwerken der Rhein-Main-Donau GmbH (RMD) am Unteren Lech ab: Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat LEW Wasserkraft die zwischen 1952 und 1960 errichteten Wasserkraftwerke Ellgau, Oberpeiching, Rain und Feldheim auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Dabei wurde neben der Revision der Turbinen und Generatoren die gesamte Kraftwerkstechnik instand gesetzt und modernisiert sowie die Steuerung der Kraftwerke durchgängig digitalisiert und vernetzt. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 16 Millionen Euro.

An der Staustufe Ellgau ist die zweite Turbine wieder in Betrieb gegangen. Damit ist eine umfangreiche Modernisierung der Kraftwerke am unteren Lech abgeschlossen.
Foto: Zehntausendgrad Videowerbung

Mit ihren insgesamt acht Turbinen erzeugen die Lechkraftwerke zusammen pro Jahr etwa 220 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbarer Energie. Diese Menge reicht aus, um mehr als 80.000 Haushalte über das ganze Jahr hinweg mit elektrischer Energie zu versorgen. Die vier RMD-Kraftwerke werden von LEW Wasserkraft betrieben und von deren Zentralwarte in Gersthofen aus überwacht und gesteuert.

Kraftwerkserneuerung am Lech im laufenden Betrieb

Um eine möglichst reibungslose Stromerzeugung auch während der Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten zu gewährleisten, legten Berufstaucher von LEW Wasserkraft jeweils nur eine Turbine je Kraftwerk trocken. Dort überholten die Kraftwerksspezialisten sämtliche mechanischen und elektrischen Komponenten wie Generatoren, Laufräder, Steuerhydraulik sowie die Kühl- und Schmierkreisläufe.

Außerdem installierten sie neue Komponenten wie beispielsweise eine spezielle Spurlageranhebevorrichtung. Sie reduziert den mechanischen Verschleiß beim Anlaufen der Turbinen erheblich. Weiter erhielten alle Kraftwerkskomponenten bis hin zur Rechenreinigung am Wassereinlauf Sensoren. Diese erfassen zum Beispiel kontinuierlich den Druck in Hydraulikleitungen oder die Temperatur der Gleitlager. Bei Überschreitung von Grenzwerten kann sich die Zentralwarte einen Überblick verschaffen und bei Bedarf den Bereitschaftsdienst alarmieren.

Dammtafeln werden aus dem Stauwerk gehoben. Kraftwerksspezialisten überholten sämtliche mechanischen und elektrischen Komponenten wie Generatoren, Laufräder, Steuerhydraulik sowie die Kühl- und Schmierkreisläufe.
Foto: Marcus Merk (Archiv)

Dank der umfassenden Digitalisierung der Kraftwerke lassen sich von der Zentralwarte in Gersthofen aus zum einen alle Kraftwerksfunktionen kontrollieren und bedienen. Zum anderen können über die digitale Technik mögliche Störungen präzise analysiert und, wo möglich, über eine Fernwartung beseitigt werden. Die Bandbreite der dafür genutzten Datenanbindung hat LEW Wasserkraft auf 25 Mbit/s erhöht. Dies ermöglicht auch eine kontinuierliche visuelle Überwachung mithilfe neu installierter Kameras.

Wasserkraftwerke am Lech: Notversorgung auch bei Blackout

Mit der Modernisierung habe die LEW Wasserkraft außerdem die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Lechkraftwerke in einem Blackout-Fall kritische Infrastrukturen weiter mit Strom versorgen können, so Geschäftsführer Frank Pöhler. Aktuell wird die Notversorgung eines nahe gelegenen Wasserwerks aus dem Kraftwerk Feldheim vorbereitet. Nach Abschluss der Arbeiten kann das Kraftwerk den Betrieb der Anlagen für die Trinkwasserversorgung auch dann sicherstellen, wenn das allgemeine Stromnetz für längere Zeit ausfallen sollte. (AZ)

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