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Interview

18.06.2018

„Uns macht es nach wie vor Riesenspaß“

Mit ihrem neuen Programm „Liebe“ kommen die Musikerinnen von „Salut Salon“ in die Stadthalle Gersthofen.
Bild: GABO

Iris Siegfried erzählt wie es zu Salut Salon kam und warum sie und ihre drei Kolleginnen Kinder unterstützen

Ein Klavierquartett, das zur eigenen Musik singt, virtuos bearbeitete und gespielte Kammerstücke, gemischt mit einer Portion Varieté-Atmosphäre: Das alles bietet Salut Salon. Die vier Damen aus Hamburg widmen sich am Samstag, 23. Juni, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle Gersthofen dem Thema „Liebe“.

Begonnen hat alles zunächst mit einer Art Hausmusik, erzählt Iris Siegfried, eine der beiden Geigerinnen des Quartetts, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Seit 2002 treten wir bei öffentlichen Konzerten auf – mittlerweile mit dem neunten Programm.“ Alle vier Musikerinnen haben auch „bürgerliche“ Berufe gelernt, die sie nach wie vor ausüben. „Ich arbeite weiterhin als Anwältin und Dozentin.“ Allerdings habe sich eines verändert: „In den ersten Jahren war die Musik das Hobby, das wir neben unseren Jobs pflegten – inzwischen ist es eher das Gegenteil“, sagt Iris Siegfried und lacht.

All die Jahre ist das Kernteam aus Iris Siegfried (Geige und Gesang), Angelika Bachmann (Geige), Anne-Monika von Twardowski (Klavier) und Sonja Lena Schmid (Cello) dem Ensemble treu geblieben. „Allerdings haben wir für jede inzwischen auch eine Ersatzfrau – seit sich bei uns auch Kinder eingestellt haben.“ Am längsten kennen sich die beiden Geigerinnen: „Wir haben schon im Schulorchester gemeinsam gespielt, sogar schon mal fünf Jahre zusammen gewohnt und waren miteinander auf Weltreise – das ist mittlerweile echte Familie.“

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Und die Musik macht allen vier Frauen nach wie vor großen Spaß: „Wir haben Glück gehabt, dass wir uns in einer Nische etablieren konnten.“ Durch die Kombination von virtuosen Musikstücken mit komischen Elementen und Parodien herrsche bei ihren Konzerten nicht der Druck wie bei konventionellen klassischen Konzerten, bei denen alles auf den Punkt ausgeführt werden muss. „Wenn bei uns mal ein Ton daneben geht, dann sagen die Leute, das hat bestimmt zum Programm gehört und amüsieren sich.“ Iris Siegfried sieht sich und ihre Quartettkolleginnen in dieser Hinsicht als privilegiert an.

Damit nach vielen Jahren die enge Zusammenarbeit immer noch Spaß macht, haben die vier Musikerinnen auch einige Strategien entwickelt. „Wir machen auch Coachings und Feedback-Runden nach jeder Probe.“ Außerdem rotiere die Leitung der Proben im Ensemble: „Jeder ist auch mal Chef.“

Für das neue Programm „Liebe“ haben sich die Vier Stücke aus verschiedensten Stilrichtungen ausgesucht. So trifft Astor Piazzolla auf Charlie Chaplins Evergreen „Smile“. „Hier kommt auch der einzige Mann zum Zug, denn wir bei uns auf die Bühne lassen: Oscar.“ Das ist eine Puppe, die das Ensemble schon viele Jahre begleitet und immer wieder bei besonders lyrischen Teilen des Programms „auftritt“.

Wurden die Arrangements der Stücke früher noch selbst erarbeitet, hat „Salut Salon“ inzwischen Unterstützung bei musikalischer und szenischer Bearbeitung. „Wir arbeiten schon lange mit dem Komponisten, Pianisten und Regisseur Franz Wittenbrink zusammen.“

Seine große internationale Beliebtheit nützt das Klavierquartett, um vor allem Kindern die aktive Beschäftigung mit Musik näherzubringen. „So unterstützen wir eine Schule in Chile.“ In Kenia hat Salut Salon für die „Ghetto Classics“ gearbeitet und Benefizkonzerte gespielt: „Aus den Erlösen konnten wir über Skype Unterricht organisieren.“

Doch nicht nur in armen Ländern gebe es Kinder, die den Weg zur Musik nicht ohne Weiteres finden können. „Auch in Deutschland findet man viele Familien, die sich Musikunterricht nicht leisten können. Deswegen unterstützt Salut Salon auch das Projekt „The Young Classics“ in Hamburg. „Da sind inzwischen mehr als 10000 Kinder mit dabei.“ Diese werden zum Beispiel gefördert im Chor, mithilfe eines Musikmobils, außerdem werden gemeinsame Fahrten unternommen. Schließlich engagiert sich das Quartett auch für das „Konzert der Kinder“ in der Hamburger Laeiszhalle.

Wichtig sei auch die Stiftung „JeKits“ – früher „Jedem Kind ein Instrument“. „Das tut den Kindern sehr gut: Denn Musik ist wie Sport, nur trainiert sie Herz und Seele“, ist Iris Siegfried überzeugt.

für das Konzert „Salut Salon: Liebe“ am Samstag, 23. Juni, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle Gersthofen gibt’s an der Theaterkasse der Stadthalle im Ballonmuseum, Bahnhofstraße 12 sowie bei unseren Servicepartnern „Der Buchladen“ (Gersthofen) und Modellbau Koch (Stadtbergen).

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