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Ustersbach-Mödishofen

09.12.2020

Ustersbach will den Bahnhalt in Mödishofen zurück

Kommt der Ustersbacher Ortsteil Mödishofen im Zuge des Bahnausbaus zwischen Ulm und Augsburg zum Zug. Darauf hofft der Gemeinderat.
Bild: Marcus Merk

Plus Ustersbach hofft im Zuge des Ausbaus der Strecke nach Ulm auf eine Chance. Deshalb wird der Freistaat aufgefordert, nun zu handeln.

Vor rund 35 Jahren hielt in Mödishofen der letzte Zug. Danach wurde der bis dahin sehr belebte Bahnhof geschlossen. In seiner jüngsten Sitzung befürwortete der Gemeinderat nun einstimmig eine schnelle Reaktivierung des Bahnhofs im Zuge der Planungen der Neubaustrecke Ulm-Augsburg und der Planung einer S-Bahn-ähnlichen Taktung der Linie Augsburg-Dinkelscherben. Das Gremium schloss sich damit vorbehaltlos einem Antrag der Aktiven Bürger Ustersbach (ABU) an.

Seit der Schließung des Bahnhofs habe die Gemeinde immer wieder versucht, sich für eine Wiederinbetriebnahme stark zu machen, hieß es in dem ABU-Schreiben. Dabei sei der Kommune stets entgegengehalten worden, dass der Bahnhalt Mödishofen zeitlich nicht mit der Taktung der überregionalen Züge vereinbar wäre. Mit dem Ausbau der ICE-Strecke Ulm-Augsburg werde dieses Argument allerdings hinfällig, so die ABU-Fraktion.

Busverbindung von Mödishofen nach Augsburg ist schlecht

Gleichzeitig machte sie auf die derzeit unzulängliche Anbindung aufmerksam: "Das gesamte Gemeindegebiet wird nur mit einer einzigen Buslinie bedient, die in unregelmäßigen Abständen von 5.16 bis 18.17 Uhr in Richtung Augsburg und von circa 6.40 bis 19.45 Uhr in Richtung Krumbach durch Ustersbach kommt." Durch den Ortsteil Mödishofen fahre der Bus zweimal nach Augsburg und einmal nach Krumbach. Ein AVV-Linienbus fahre den Ort überhaupt nicht an. Das Gymnasium in Diedorf und die Berufsschulen seien nur in einer völlig unzureichenden Weise mit langen Fahrtstrecken von 45 Minuten oder langen Wartezeiten auf Anbindungen durch Schüler der Gemeinde erreichbar. Das alles entspreche nicht den modernen Bedürfnissen einer ländlichen Bevölkerung, resümierte der Antrag.

Darüber hinaus wäre ein Bahnhalt Mödishofen auch für die angrenzenden Unternehmen und Firmen wie Müller-Milch in Aretsried und der Brauerei Ustersbach sowie für soziale Einrichtungen wie Marienheim Baschenegg und Josefsheim Reitenbuch sehr attraktiv, da so eine bessere und schnellere Anbindung der Mitarbeiter zu ihren Arbeitsplätzen ermöglich werden könne. Zudem war die ABU-Fraktion der Meinung, dass auch der Landkreis von einem Bahnhalt und einer besseren Anbindung der westlichen Gemeinden profitiere.

Bahnhof: Nun will die Gemeinde handeln

Um diese Interessen noch in das Neubauprojekt Ulm-Augsburg mit einzubringen, sei nunmehr ein dringendes Handeln der Gemeinde erforderlich. Das sah auch Zweiter Bürgermeister Bernhard Schmid (CSU/Bürgerliste) so. "Wir müssen an diesem Thema dranbleiben", betonte er. Sein Parteikollege Thomas Kögel pflichtete ihm bei und sprach von einem "berichtigten Interesse der Gemeinde".

Der Gemeinderat votierte schließlich dafür, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) und die bayerische Staatsregierung aufzufordern, den Bahnhalt Mödishofen zu reaktivieren. Und das unabhängig von der tatsächlichen letztendlich gewählten Streckenführung des Fernverkehrs, um dadurch den anliegenden Orten eine angemessene Anbindung an den öffentlichen Personen-nahverkehr zu ermöglichen.

Ein Ausschuss soll den Bahnhof wiederbeleben

Anja Völk (ABU) unterstrich , dass dies jedoch nur ein Schritt darstelle, dem weitere folgen müssen. Unterstützung erhielt sie von Bürgermeister Willi Reiter. Er umriss das Thema als "komplex und langwierig" und schlug vor, einen Bahnhofausschuss, unter anderem mit Gemeinderäten, ins Leben zu rufen und mit weiteren koordinierten Aktionen aufzuwarten. Die Anregung fand Widerhall. Etliche Gremiumsmitglieder erklärten sich spontan bereit, sich in dem Ausschuss aktiv einzubringen.

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