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Kreis Augsburg

25.05.2016

Warum es ein Vorteil sein kann, Gangolf Eierschmalz zu heißen

Einen außergewöhnlichen Vornaman hat Gangolf Eierschmalz, der ein Versicherungsbüro in Neusäß betreibt.
Bild: Marcus Merk

In Neusäß wohnen Menschen mit ungewöhnlichen Vornamen. Gangolf Eierschmalz etwa. Warum ein seltener Vorname ein Vorteil sein kann und was man tun kann, wenn man ihn ändern will.

Er heißt nicht Peter, Klaus oder Franz, sondern Gangolf. Zu diesem ungewöhnlichen Vornamen kommt noch der Familienname Eierschmalz.

Gangolf Eierschmalz: Der Neusässer weiß, dass diese Kombination aus dem Rahmen fällt, doch er nimmt es mit Humor. Der 55-jährige Versicherungs-Generalvertreter kann heute sagen: „Eigentlich hätte ich gar keinen anderen Namen haben wollen.“

Damit gehört er zu den 51 Prozent der Deutschen, die sagen, dass der für sie oder ihn ausgewählte Name gut passe. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung der GfK Marktforschung Nürnberg. Gangolf Eierschmalz weiß mittlerweile die Vorteile seines ungewöhnliches Namens zu schätzen: „Er prägt sich ein und bleibt bei den anderen im Gedächtnis.“

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Das dürfte auch mit der Grund sein, dass ihn beispielsweise der Schauspieler Christian Tramitz kennt. Eierschmalz, der als Hobby-Schauspieler kleinere Rollen in Filmen spielt, traf dabei zweimal auf Tramitz. Der bekannte Schauspieler konnte sich wegen des ungewöhnlichen Namens gleich an ihn erinnern. „Das ist doch auch nicht schlecht“, erklärt Eierschmalz und lacht.

Die meisten im Kreis Augsburg sind mit ihrem Vornamen zufrieden

Anneli Bronner: Einen eher seltenen Vornamen hat auch Anneli Bronner. „Ich war immer rundum zufrieden mit meinen Namen“, erklärt die Chefin des Neusässer Kulturbüros. Dies sei eine Kurzform von Anneliese und setze sich aus Anna und Elisabeth zusammen. Der Name Anna habe in ihrer Familie Tradition und auch eine Nichte heiße nun so. In ihrer Kindheit hatte sie auch einen besonderen Spitznamen. „Mein Vater nannte mich zu besonderen Anlässen immer Lilalo“, erinnert sie sich.

Anni Fries: „Ich war schon immer die Anni“, sagt Anni Fries. Hinter der Kurzform stehe Anna Theresia. Dies seien die Namen ihrer Taufpatin und ihrer Mutter. Obwohl nun der Name Anna wieder in Mode ist, will die Kreisbäuerin und stellvertretendes Landrätin auch weiterhin die „Anni“ bleiben. „Das passt zu mir und ich kenne es auch gar nicht anders“, erzählt sie.

Hansjörg Durz: Er war der Hansi, als er noch klein war. Doch irgendwann war Hansjörg Durz diesem Spitznamen entwachsen, mit dem er nicht immer ganz so glücklich war. Der CSU-Bundestagsabgeordnete, der in Neusäß wohnt, wurde später auch Hajo oder Hajö genannt. „Das war dann schon ok“, sagt er. Heute sei es ihm am liebsten, wenn ihn Freunde Hansjörg nennen. Insgesamt gehöre er zu denen, die mit ihrem Vornamen zufrieden sind.

Darf ein Kind Heaven heißen?

Darf ein Kind auch Heaven (englisch für Himmel) heißen? Mit diesen Fragen hat es Claudia Diehl zu tun. Sie ist seit 1985 Standesbeamtin in Neusäß. Sie hat jährlich zwar nur einige wenige Namenseinträge vorzunehmen, weil sie vor Ort nur für die Hausgeburten zuständig ist. Sie kennt aber das allgemeine Vorgehen. In Zweifelsfällen kann sie bei ungewöhnlichen Namen auf eine Liste im Internet zugreifen. Wenn diese noch immer keine Klarheit gibt, könnte sie auch in einem Archiv stöbern und die Rechtssprechung rund um diesen Namen nachvollziehen.

Generell gelte, dass der Name ein Kind nicht diffamieren und verunglimpfen darf. Ein Name werde auch dann abgelehnt, wenn man davon ausgehen kann, dass das Kind damit gehänselt wird, berichtet Diehl. Wichtig sei auch, dass der Name zu erkennen gibt, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Wer sein Kind beispielsweise Luca oder René nennen möchte, sollte einen Zweitnamen wählen, um dies deutlich zu machen.

Gleiches gilt übrigens für den Namen Heaven, den Eltern durchaus wählen können, weil er in Amerika üblich ist. Wer als Erwachsener mit seinem Vornamen nicht mehr zufrieden ist, kann diesen übrigens umändern lassen. „Dafür muss man sich an die Standesamtsaufsicht im Landratsamt wenden“, sagt Diehl.

Allerdings müsse es einen wichtigen und triftigen Grund für diesen Schritt geben. Dabei werde auch genau geprüft, ob sich der Antragssteller beispielsweise einer juristischen Verfolgung entziehen will. Das ganze Verfahren ist aber nicht billig. „Ein paar hundert Euro kostet das schon“, erklärt die Standesbeamtin.

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