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Schulsozialarbeit

11.02.2013

Weniger Kinder, mehr Probleme

Bereits seit fünf Jahren gibt es an der Gessertshauser Schule eine Sozialarbeiterin. Jetzt befasste sich der Gemeinderat mit dem Angebot.

Gemeinde Gessertshausen baut ihr Angebot aus

Gessertshausen Im September vor fünf Jahren hat die Gemeinde Gessertshausen begonnen, eine Schulsozialarbeiterin für die Grundschule mit sieben Wochenstunden zu beschäftigen. Bereits im Schuljahr 2009/2010 sei die Wochenstundenzahl auf zehn erhöht worden, weil sich Beratungsgespräche und Einzelfallberatungen verdoppelt haben. Zur Schuljahresmitte aber stehe fest, dass die bisherige Stundenzahl nicht mehr ausreiche, um alle Problemfälle gewissenhaft zu betreuen, sagte Diplomsozialpädagogin Katharina Sandmair in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Vor knapp 20 Jahren sei Schulsozialarbeit an Sonderschulen eingeführt worden, vor zehn Jahren kamen die heutigen Mittelschulen, vor fünf Jahren die Grundschulen hinzu, so Katharina Sandmair in ihrem Informationsvortrag. Inzwischen setze der Landkreis Augsburg Sozialpädagogen auch an Realschulen ein. Die schulbezogene Sozialarbeit biete jungen Menschen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Angebote und Hilfen an, die ihre schulische Ausbildung und ihre soziale Integration fördern, erklärte Sandmair dem Gremium.

Immer mehr Beratungsgespräche

Fanden im Schuljahr 2010/2011 noch 170 Beratungsgespräche und zwei Einzelfallberatungen statt, erhöhte sich die Zahl 2011/2012 bereits auf 317 Beratungen und fünf Einzelfälle. Jetzt, zur Mitte des Schuljahres 2012/2013, seien es bereits 175 Beratungen und fünf Einzelfälle. „Aufgrund des integrativen Ansatzes an bayerischen Grundschulen wird die Jugendsozialarbeit immer wichtiger, da immer mehr leistungsschwache und verhaltensauffällige Kinder die Regelschule besuchen.“ Da die Einzelfallarbeit und die Beratungsgespräche stark zunehmen, nehmen wegen der geringen Stundenzahl auch die Wartezeiten zu, für Projektarbeit bleibe kein Raum, bedauert die Diplomsozialpädagogin. Zweiter Bürgermeister Otto Hochmuth, der die Sitzung leitete, meinte, mit zunehmender Arbeitsbelastung und Ausweitung der Problemfelder müsse die Gemeinde auch die Stundenzahl erhöhen; „in erster Linie müssen wir an die Kinder denken“. Quer durch alle Fraktionen waren sich die Räte einig, dass trotz sinkender Kinderzahlen die Problemfälle zunähmen. Der Staat würde immer mehr Aufgaben nach unten an die Gemeinden abwälzen, die Kommunen seien dann die Letzten in der Reihe. Gemeinderat Georg Nachreiner (Grüne) schlug vor, ein Schreiben an den bayerischen Gemeindetag zu verfassen und andere Gemeinden mit ins Boot zu nehmen. Sandmair wies darauf hin, dass auch die Gemeinde Kutzenhausen im vergangenen Jahr die Stundenzahl erhöht habe; wegen der Inklusion sei dies inzwischen ein bayernweites Problem.

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