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Gersthofen

11.06.2019

Wie ein Gersthofer Vize-Weltmeister im Schuhplatteln wurde 

Das Geschwistertanzpaar Maximilian und Stefanie Riedl kann sich freuen. Während Maximilian Riedl denkbar knapp am Sieg vorbei tanzte, landete seine Schwester auf dem achten Rang. 
Bild: Marcus Merk

Plus Nur ein kleiner Haltungsfehler trennte Maximilian Riedl bei der Weltmeisterschaft im Schuhplatteln vom Titel. Woran das lag und wie lange er schon trainiert. 

Ganz knapp hat Maximilian Riedl seinen zweiten Titel verpasst: Der erste Vorplattler des Heimat- und Volkstrachtenvereins erreichte am Pfingstmontag in Gersthofen den zweiten Platz bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Schuhplattler, der „Bayerische Löwe“. Enttäuscht war Riedl trotzdem nicht, die Stimmung im Festzelt war ausgelassen.

In der Gruppe Buam aktiv 1, der „Königsklasse“, setzte Riedl sich gegen 26 weitere Kontrahenten durch. Letztlich kostete den 20-Jährigen aber ein kleiner Abzug von 1,5 Punkten in der Haltungsnote den zweiten Sieg. „Ich habe meine Tanzpartnerin nicht immer angeschaut“, erklärte Riedl seinen kleinen Fauxpas. „Es ist ein Balztanz, deswegen muss der Blickkontakt zur Frau bestehen bleiben“, fügte Riedl hinzu. Sonst schenkten sich der Gersthofer und sein Kontrahent aber nichts. Beide blieben fehlerfrei. Gewonnen hat dann aber am Ende doch Andreas Nöß vom Almfrieden Steingaden im Lechgauverband.

Nur die besten dürfen mitmachen

Enttäuscht ist Riedl über seine Leistung aber nicht, wie er sagt: „Die Konkurrenz war stark, es treten die besten der Besten an.“ Nur die drei stärksten Gruppen im Gau dürfen bei der Weltmeisterschaft antreten, entsprechend hoch sei das Niveau. Tiefstapeln braucht Riedl aber dennoch nicht. Denn für den 20-Jährigen ist es nicht das erste Mal, dass er um den Titel tanzt: 2014 wurde er Weltmeister, im vergangenen Jahr erreichte er den dritten Platz, heuer ist er Vize-Weltmeister geworden.

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Schuhplattln / Schuhplatteln / Bayerischer Löwe
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Schuhplattel-WM in Gersthofen begeistert das Publikum
Bild: Marcus Merk

Beim Wertungsplatteln und Deandldrehen geht es darum, welcher Bua am besten das Schuhplatteln und welches Deandl am besten das Drehen beherrscht. Außerdem können die Vereine mit Gruppen starten, die mindestens aus vier Paaren bestehen müssen. Die Gruppen müssen so synchron wie möglich tanzen. Riedl erklärt, worin die Schwierigkeit beim Wertungsplatteln liegt. Er sagt: „Die Schläge müssen gleich laut sein, wir müssen zum Rhythmus tanzen und die Finger müssen geschlossen sein.“ Für ihn sei die richtige Haltung die Herausforderung, da diese oft Geschmackssache sei.

300 „Buam“ und „Deandl“ platteln

Der Tanzwettbewerb war am Pfingstmontag gut besucht. Rund 300 „Buam“ und „Deandl“ plattelten um den ersten Platz. Die Weltmeisterschaft findet jedes Mal an einem anderen Ort statt. Heuer zum ersten Mal in Riedls Heimatstadt. Etwas ganz Besondereres für ihn. „Jeder kannte uns im Zelt und hat uns angefeuert“, sagte der Gersthofer. „Die Stimmung war wirklich sehr gut.“

Unterteilt werden die Tänzer jeweils in Altersgruppen und nach Geschlecht. Von der Jugend über Aktive im Alter von 17 bis 34 Jahren bis hin zur Ehrenklasse, der Tänzer über 60 Jahren. In den Einzelwettbewerben tanzen Mann und Frau zusammen, bewertet wird aber immer nur ein Teilnehmer. „Zuerst habe ich getanzt und wurde bewertet“, sagt Riedl, „danach habe ich noch einmal getanzt und meine Schwester wurde bewertet.“ Riedls Tanzpartnerin ist, seit er mit vier Jahren zu tanzen begonnen hat, seine Schwester Stefanie, die ebenfalls eine gute Platzierung ertanzt hat: Sie setzte sich gegen 26 Kontrahentinnen durch und erreichte den achten Rang. Und auch in der Gruppenwertung kann das Ergebnis sich sehen lassen. Der Heimat- und Volkstrachtenverein Gersthofen erreichte unter elf teilnehmenden Gauverbänden den 7. Platz und erzielte somit die beste Wertung bislang.

Maximilian Riedl tanzt auch Volkstänze

Maximilian Riedl ist nicht nur Schuhplattler, er tanzt auch Volkstänze. Ein Brauchtum, das nicht bei allen jungen Erwachsenen gleich hoch im Kurs steht. Das kennt auch der 20-Jährige. „Im Teenageralter denkt man schon mal ans Aufhören, weil die Freunde das Tanzen uncool finden.“ Er habe aber nie die Freude am Tanzen verloren, beteuert Riedl, der inzwischen in Augsburg eine Ausbildung zum Medientechnologen absolviert.„Je älter man wird, desto mehr macht es wieder Spaß.“

Die Begeisterung braucht der 20-Jährige auch, um bei den Wettbewerben vorne dabei zu sein. „Vor der Weltmeisterschaft haben wir zwei bis drei Mal die Woche nur noch dafür trainiert“, sagt Riedl. Sonst trifft sich der Verein jedoch nur einmal pro Woche zum Tanzen.

Das sind die Ergebnisse der Weltmeisterschaft

  • Buam Aktiv I 1. Platz: Andreas Nöß (Almfrieden Steingaden, Lechgauverband), 2. Platz Maximilian Riedl, (Heimat- und Volkstrachtenverein Gersthofen, Altbayrisch-Schwäbischer Gauverband)
  • Buam Aktiv II 1. Platz: Magnus Kaindl, (D’Ammertaler Dießen-St.Georgen, Huosigau), 7. Platz Armin Hoppmann (Heimat- und Volkstrachtenverein Gersthofen, Altbayrisch-Schwäbischer Gauverband)
  • Deandl Aktiv I 1. Platz: Schranner Melanie (D’Ammertaler Dießen-St.Georgen, Huosigau), 8. Platz: Stefanie Riedl (Heimat- und Volkstrachtenverein Gersthofen, Altbayrisch-Schwäbischer Gauverband)
  • Jugend Deandl 3 1. Platz: Laurent Fabienne (D’Würmtaler Menzing, Huosigau), 10. Platz: Pfiffner Katharina (Heimat- und Volkstrachtenverein Gersthofen, Altbayrisch-Schwäbischer Gauverband)
  • Gruppen Aktiv 1. Platz: Alpenrose Peiting Aktiv, Lechgauverband, 7. Platz: Heimat- und Volkstrachtenverein Gersthofen, Altbayrisch-Schwäbischer Gauverband\u0009\u0009(AL)

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Respekt vor den Trachtlern


Mehr über die Weltmeisterschaft im Schuhplatteln lesen Sie hier.

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