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Gersthofen

29.08.2019

Wie lange müssen die Gersthofer noch  Wasser abkochen?

Seit eineinhalb Wochen müssen die Bewohner von 12.000 Haushalten in Gersthofen und im Gablinger Ortsteil Holzhausen ihr Trinkwasser abkochen oder auf Mineralwasser ausweichen.
Bild: Patrick Pleul, dpa

Die Ursache der Verkeimung ist weiter unklar. Auf der Suche im 130 Kilometer langen Wassernetz sind die Mitarbeiter keinen Schritt weiter. Wird nun gechlort?

Am Freitag ist Tag zehn des „Wasseralarms“ in Gersthofen angebrochen. Seit eineinhalb Wochen müssen die Bewohner von 12.000 Haushalten in Gersthofen und im Gablinger Ortsteil Holzhausen ihr Trinkwasser abkochen oder auf Mineralwasser ausweichen. Das gilt auch für tausende Beschäftigte in den Gersthofer Betrieben. Doch wie lange noch?

Nach wie vor herrscht unter den Menschen in der Stadt spürbar Verunsicherung. Beleg dafür ist das städtische Not-Telefon, an dem unter der Rufnummer 0821/2491333 Mitarbeiter der Stadt 24 Stunden am Tag zu erreichen sind. Riefen dort in den ersten Tagen bis zu 250 Menschen am Tag an, so sind es jetzt nach Angaben der Stadt immer noch an die 80 am Tag. Ihre Fragen drehen sich meist um die Themen Waschen und Haustiere.

Suche im 130 Kilometer langen Wassernetz

Auf der Suche nach der Quelle der Keime im 130 Kilometer langen Wassernetz sind Mitarbeiter von Stadt und Gesundheitsamt trotz zahlreicher Messungen noch keinen Schritt weiter. Unbegrenzt Zeit haben sie nicht. Denn die Beteiligten wissen: Wird die Ursache für die als geringfügig beschriebene Verkeimung des Wassers nicht bald gefunden und beseitigt, kommt vermutlich Chlor zum Einsatz. Mit seiner Beigabe wird dann desinfiziert.

Wie lange müssen die Gersthofer noch  Wasser abkochen?

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte das Gesundheitsamt, dass „das Abkochgebot im Falle von Keimbelastungen auf Dauer keine praktikable Lösung für die Bevölkerung darstellt“. Deshalb sei je nach Fortgang der Ursachenforschung zu entscheiden, „ab welchem Zeitpunkt eine Sicherheitschlorung einzuleiten ist“.

Beginn der Chlorung ist von vielen Faktoren abhängig

Als „grober zeitlicher Richtwert“ könne der Zeitraum von rund 30 Tagen nach dem Nachweis einer Keimbelastung angesehen werden. Sollte die Ursache der Verkeimung innerhalb dieses Zeitraums nicht identifiziert und behoben sein, „kann eine Sicherheitschlorung notwendig werden“, so ein Sprecher des Landratsamtes. Der zeitliche Beginn sei jedoch von weiteren Faktoren abhängig: beispielsweise von der Beschaffenheit und Größe des betroffenen Versorgungsnetzes sowie den jeweiligen technischen Voraussetzungen für die Chlorung.

Beginnt diese, gilt zunächst weiter ein Abkochgebot, weil zunächst eine wirksame Chlorkonzentration im gesamten Netz erreicht werden muss. Das kann einige Tage dauern. Auch in Diedorf hatte das Gesundheitsamt vier Wochen nach dem ersten Keimbefund eine Sicherheitschlorung angeordnet, die in der Marktgemeinde bis heute anhält.

Eine Keimbelastung von zwei KBE/100 ml

In Gersthofen war bei einer Routinekontrolle am Montag, 21. August, eine Keimbelastung von zwei KBE/100 ml registriert worden. Gesetzlich vorgeschrieben ist aber ein Wert von 0. Die Einheit KBE steht für „Koloniebildende Einheit“ und bezeichnet zunächst nicht näher definierte Mikroorganismen. Wie inzwischen bekannt ist, wurde die Keimbelastung kurz darauf als coliform identifiziert. Am Mittwoch vor einer Woche wurde dann das Abkochgebot verhängt.

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