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Diedorf: Ein Jäger aus Diedorf rettet mit seiner Drohne Rehkitze vor dem Tod

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Ein Jäger aus Diedorf rettet mit seiner Drohne Rehkitze vor dem Tod

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    Mit der Drohne macht sich Felix Kuwert auf die Suche nach verborgenen Rehkitzen.
    Mit der Drohne macht sich Felix Kuwert auf die Suche nach verborgenen Rehkitzen. Foto: Marcus Merk

    Wenn er zur Rehkitzrettung ausrückt, steht Felix Kuwertbereits um 4 Uhr morgens auf. Er will möglichst viele Felder nach Tieren absuchen, bevor die Landwirte mit den Mäharbeiten beginnen. Im vergangenen Jahr nahm sich der 32-Jährige für sein Vorhaben extra zwei Wochen Urlaub. Wieso der Diedorfer das macht und wie genau die Rettungsaktionen ablaufen.

    Kuwert war schon immer gerne draußen in der Natur. Passend dazu machte er nach seinem Abitur den Jagdschein und studierte Forstwissenschaften in München. Um seine Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen, betreibt er seit einigen Jahren den Youtube-Kanal "Jagdmomente" rund um das Thema Jagd, mit dem er über 20.000 Menschen erreicht. Der Diedorfer legt dabei viel Wert auf eine gesamtheitliche Darstellung der Jagd.

    Rehkitze sind im hohen Gras für die Landwirte nicht zu sehen

    Die Idee zur Rehkitzrettung entstand im Austausch mit anderen Jägern. Eigentlich sei es die Verantwortung der Landwirte, sicher zu gehen, dass keine Rehe verletzt werden, sagt der Diedorfer. "Ohne die entsprechende Technik ist es den Landwirten aber schlichtweg nicht möglich, die Tiere überhaupt ausfindig zu machen", erklärt Kuwert. So passiere es, dass dann doch das eine oder andere Tier vom Mähdrescher erfasst wird. "Wenn man auf einer hoch bewachsenen Wiese steht, sieht man die Rehe teilweise nicht mal, wenn sie direkt vor einem liegen. Das ist sehr schwierig", erzählt er.

    Im hohen Gras sind die Rehkitze nur schwer zu sehen. Von oben hat man einen besseren Blick.
    Im hohen Gras sind die Rehkitze nur schwer zu sehen. Von oben hat man einen besseren Blick. Foto: Marcus Merk

    Seine Lösung: Kuwert fliegt mit einer Drohne die Felder ab. Diese überträgt wahlweise Wärmebilder oder Aufnahmen in Echtzeit. Auf dem Display sieht er die Rehkitze dann als weißen Fleck, da diese wärmer als der Untergrund der Wiese sind. Die Landwirte nehmen diese Hilfe in Flugform gerne an. "Die Landwirte sind sehr kooperativ. Am Ende will niemand, dass den Rehen was passiert", sagt Kuwert. Die Absprache mit den Landwirten organisiert der 32-Jährige privat. Vonseiten der Tierschutzverbände gebe es für Jäger und Tierschützer wie ihn noch immer viel Kritik.

    Jagd und Tierschutz widersprechen sich für den Jäger aus Diedorf nicht

    Als Jäger werde Kuwert immer wieder angefeindet. "Man muss sich dann pauschalisierte Vorwürfe anhören, dass man nur Tiere verletzt", sagt Kuwert. Tatsächlich spiele Tierschutz beim Jäger-Dasein eine herausragende Rolle. "Lange waren die Wildfütterung und die Hege Aufgaben der Jäger. Und kein Jäger hat Freude daran, einen schlechten Schuss abzugeben, bei dem das Tier leiden muss", erklärt er. Er findet es schade, dass Jägerinnen und Jäger trotz ihres Einsatzes für die Tiere bei vielen Menschen ein schlechtes Image haben.

    Bei der Drohne handelt es sich um eine DJI Mavic 2 Enterprise advanced.
    Bei der Drohne handelt es sich um eine DJI Mavic 2 Enterprise advanced. Foto: Marcus Merk

    Kuwerts Motivation bei der Rehkitzrettung liegt für ihn auf der Hand: "Was den Rehkitzen da draußen passiert, ist höchst ergreifend. Wenn man eines gefunden hat, ist man einfach nur froh, dass man das Tier retten konnte", erzählt er. Vergangenes Jahr rettete Kuwert in zehn Tagen etwa 45 Rehkitze vor dem Mähtod. Aus diesem Grund wird er sich auch dieses Jahr für die Rettungsaktionen wieder Urlaub nehmen. Besonders wichtig ist sein Einsatz in der Zeit von April bis Juni. In diesem Zeitraum sind die Rehkitze noch so jung, dass sie keinen Eigengeruch haben. In einer Gefahrensituation ist die Taktik der Rehkitze deshalb, möglichst unsichtbar zu bleiben, um potenziellen Fressfeinden nicht aufzufallen. Das mag im Wald helfen, gegen ein Mähwerk allerdings nicht.

    Ist ein Rehkitz einmal von der Drohne gefunden, ist die Arbeit noch nicht getan. "Man geht dann in das Feld und holt das Reh selbst raus", erzählt Kuwert. Um dem Rehkitz keinen menschlichen Geruch mitzugeben, hält man das Kitz mit Handschuhen und Grasbüscheln hoch. Danach kann der Landwirt mit gutem Gewissen das Feld abmähen.

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