Aystetten

22.07.2018

Auch in Unterzahl nicht

Zum ersten Mal im Landesliga-Team des SV Cosmos Aystetten im Einsatz war der ehemalige Champions-League-Spieler Gheorge Gosa (rechts), hier im Kopfballduell mit dem Garmischer Angreifer Maximilian Berwein. 
Bild: Oliver Rabuser

Eine seltsame Entscheidung und eine faire Geste lassen das Spiel in Garmisch-Partenkirchen nach 2:0-Führung kippen

Die Pressekonferenz hatte Vorbildcharakter. Trotz einer emotionalen Partie stellten die beiden Trainer ihre gegenseitige Wertschätzung zur Schau. Kernige Sprüche wechselten hin und her, sorgten für Gelächter bei den Gästen – und auch eine realitätsnahe Einschätzung der Geschehnisse blieb nicht aus. Das war insofern beachtlich, weil sich der 1. FC Garmisch-Partenkirchen und der SV Cosmos Aystetten während der Partie auf und neben dem Platz auch verbal bekriegten. Allerdings beschossen sich Marco Löring und Christoph Saller hinterher nicht gegenseitig. Vielmehr rückte Schiedsrichter Yannick Eberhardt mehrmals in den Fokus der Kritik. „Die Schiedsrichter waren eines Landesliga-Spiels nicht würdig“, sagt Heim-Trainer Saller nach dem 2:2.

Der FC-Coach rieb sich an zwei Szenen: die ignorierte Tätlichkeit von Aystettens Kaan Dogan gegen Franz Fischer im Endspurt des ersten Abschnitts. Mehr noch am verweigerten Handelfer, als Gäste-Verteidiger Julian Bergmair eine Direktabnahme von Fischer mit den Händen abwehrte. Bergmair täuschte am Boden liegend einen schmerzhaften Bauchschuss vor. „Macht er clever, aber eigentlich hört man, wo der Ball hingeht“, kommentiert Saller. Gleichwohl wusste er, dass der Offizielle sein Team erst ins Spiel zurückgebracht hatte. Bei einem Foulelfmeter zeigte Eberhardt erst Gheorge Gosa Gelb. Teamkollege Maximilian Klotz bewies aber viel Fairness und gab zu, dass er das eher unklare Vergehen begangen habe. Klotz flog deswegen kurze Zeit später nach einem Foul an der Seitenlinie mit der Ampelkarte vom Platz. „Wenn der Elfer nicht gegeben wird, gehen wir mit einer 2:0-Führung und elf Mann in die Halbzeit“, merkte SV-Trainer Marco Löring an. Immerhin verteilten sich Eberhardts unglückliche Entscheidungen.

Trotzdem bitter für den SV Cosmos, der sich hervorragend auf den Aufsteiger eingestellt hatte. Tief standen die nur mit zwölf Feldspielern angereisten Gäste, nahmen den Garmisch-Partenkirchnern damit den Schwung, mit dem sie so gerne andere Abwehrreihen überfallen. Vorne bereitete Kapitän Maximilian Drechsler seinen deutlich schmächtigeren Abwehrspielern große Probleme. Geschickt schirmte er viele Bälle ab und verteilte sie. Beim 1:0 verwertete Robert Markovic-Mandic eine Flanke, die für Drechsler gedacht wer, volley. Danach blockte FC-Abräumer Momo Diaby einen weiteren Distanzschuss mit der Hand. Den Elfmeter verwandelte Drechsler (29.). Doch nach dem Strafstoß für Garmisch-Partenkirchen kippte die Partie. Torschütze Fischer stand nach einem Eckball ganz alleine und köpfte zum 2:2 ein (59.). Doch auch in Unterzahl verteidigte Cosmos geschickt und hätte in der Schlussphase beinahe noch einen Dreier geholt. Ein Versuch von Patrick Szilagyi landete am Innenpfosten (72.), den anderen von Julian Bergmair hielt Torwart Stefan Schwinghammer (80.).

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FC Garmisch-Partenkirchen Schwinghammer, Tatlici (27. Lössl), Brudy, Scheck, Mohr (74. Poplacean), Durr, Diaby, Naber, Fischer, Müller, Berwein.

SV Cosmos Aystetten Coca – Bergmair, Schmoll, Berisha, Klotz – Gosa, Szilagyi – Dogan (60. Sakrak), Markovic-Mandic, Heckel – Drechsler.

Tore 0:1 Markovic-Mandic (14.), 0:2 Drechsler (29./Foulelfmeter), 1:2 Fischer (39./Foulelfmeter), 2:2 Fischer (55.). – Schiedsrichter Yannick Eberhardt (Burgberg). – Zuschauer 304. – Gelb-Rot Klotz (39./Aystetten).

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